Angst wegen neuer Asylunterkunft beim Triemli
Von Silvio Temperli. Aktualisiert am 17.05.2011 24 Kommentare
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Die Überraschung war perfekt. Aus der Zeitung mussten die Anwohner sowie der Quartierverein am Samstag erfahren, dass noch in diesem Monat 100 Asylbewerber in einen Wohnblock am Wydäckerring unterhalb des Triemli einziehen. Erst am Freitagabend füllten Flugblätter der Asyl-Organisation Zürich (AOZ) die Briefkästen der betreffenden Haushalte mit der Nachricht von den neuen Nachbarn. Beim Quartiervereinspräsidenten Max Kurzen meldeten sich hierauf besorgte Anwohner. Sie ärgerten sich über die Informationspolitik der Stadt. Und darüber, dass sie derart kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt werden. «Genauso schwach war die Kommunikation, als im Januar 2009 Asylbewerber ins Hotel Atlantis einquartiert wurden», sagt Kurzen.
Gleichwohl will die SVP – zusammen mit den Quartiervereinen Triemli, Wiedikon sowie Albisrieden – in dieser Angelegenheit aktiv werden. Gemeinderat Roland Scheck wohnt beim Triemli. Er sagt: «Der Wydäckerring ist eine abgeschiedene Wohngegend, gänzlich umsäumt von einem parkartigen Grüngürtel, der nachts schlecht beleuchtet und menschenleer ist.» Der direkte Zugang zu den Häusern führe durch diese Anlage. «Das Sicherheitsgefühl der Anwohner wird nun beeinträchtigt.» Man sei daran, einen Katalog von Forderungen zu erstellen. Der Hauptpunkt: sichtbare Polizeipräsenz rund um die Uhr. Als von Januar 2009 bis August 2010 zeitweise an die 300 Asylsuchende im ehemaligen Nobelhotel Atlantis lebten, hätten die Anwohner die Gegend gemieden, «weil diese Leute, meistens Schwarze, stets in grösseren Gruppen auftreten».
«Nirgends Probleme»
Besondere Vorkommnisse gab es damals nicht. «Aus der Nachbarschaft kamen keine negativen Reaktionen», sagt AOZDirektor Thomas Kunz. Die Einquartierung im Atlantis habe gezeigt, dass sich Asylbewerber auch an einem abgelegenen Ort anständig verhalten könnten. Derzeit sind in der Stadt Zürich knapp 1500 Flüchtlinge untergebracht, die meisten «verstreut in normalen Wohnungen». Nur wenige leben in zwei Containersiedlungen: 100 in Leutschenbach, 120 an der Aargauerstrasse in Altstetten. «Und nirgends machen sie uns Schwierigkeiten.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.05.2011, 07:19 Uhr
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