Anschlag auf Vera Gloors Haus
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 03.05.2011 19 Kommentare
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Die Liegenschaft der Architektin Vera Gloor im Zürcher Kreis 7 wurde in der Nacht auf heute Dienstag von Unbekannten stark verwüstet. Bereits am 1. Mai wurde ein Anschlag auf Gloors Atelier im Kreis 5 verübt. In beiden Fällen haben die Angreifer Scheiben eingeschlagen. Das Haus am Zürichberg, in dem die Architektin auch mit ihrer Familie lebt, wurde zudem mit Farbbeuteln beworfen.
Vera Gloor ist derzeit in Rom und wurde telefonisch über die Anschläge informiert. «Ich bin sehr schockiert über diese Zerstörungswut. Das ist für mich kein Lösungsweg», sagt sie gegenüber Tagesanzeiger.ch. Sie hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. «Wir sind immer offen für einen konstruktiven Dialog und haben immer das Gespräch gesucht», so Gloor, «aber das ist eine kriminelle Handlung, die wir verurteilen.»
Transparente an Gloors Bauprojekten
Wer hinter den Anschlägen steckt, ist noch unklar. Es dürfte sich um linksextreme Aktivisten handeln. Die Polizei ist zur Spurensicherung vor Ort. Die Schäden werden der Versicherung gemeldet. Gemäss ersten Einschätzungen wird sich die Schadenssumme auf mehrere Tausend Franken belaufen.
Neben den Anschlägen auf die beiden Liegenschaften der Architektin kam es zu einer weiteren Aktion im Kreis 4. Gemäss einem Eintrag auf der linksautonomen Internetplattform Indymedia.org wurden am 1. Mai 2011 Transparente an Gebäuden angebracht, die von Gloors Architekturbüro derzeit umgebaut werden. Die Aktion richtet sich «gegen die unbezahlbaren Wohnungen und die Gentrifzierung».
Mehrere Bauprojekte in Zürich
Vera Gloor wird zum Vorwurf gemacht, mit ihren Sanierungen und Bauprojekten die Mietpreise in den Quartieren in die Höhe zu treiben. Langjährige Anwohner müssten so aus der Innenstadt wegziehen und gutbetuchten Mietern Platz machen. Gloor streitet das vehement ab und betont gegenüber dem «Tages-Anzeiger», mit ihren Bauten zu «einer qualitätsvolle Entwicklung» in den Kreisen 4 und 5 beizutragen. Auch habe sie in der Vergangenheit immer wieder das Gespräch mit den Betroffenen gesucht.
Gloors Architekturbüro betreut derzeit gleich mehrere Bauprojekte in Zürich. Darunter zwei Totalsanierungen von Mehrfamilienhäusern an der Langstrasse. Auch der Neubau an der Neufrankengasse, wo früher das Restaurant Tessinerkeller stand, wird von der Zürcher Architektin betreut.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.05.2011, 10:53 Uhr
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19 Kommentare
Mehr als ein Fingerzeig ist die Aktion auf ihr Haus am Zürichberg nicht. Wer sich zum Thema Umsiedlung und Vertreibung derart krass exponiert, rechnet solche Fassadenverschönerungen schon im Voraus als Berufsrisiko ein. Ausserdem nimmt ihr Renommée als rücksichtslose Architektin noch zu, und das wird sich wohl kaum negativ auf ihr Konto auswirken. Die Dame weilt ja in Rom, sie war ausser Gefahr. Antworten
es ist ja immer so einfach, Menschen an den Pranger zu stellen, welche sich exponieren und eine eigene Meinung vertreten. Vera Gloor ist nicht verantwortlich zu machen für die Stadtentwicklung und für den Finanzdruck auf die traditionellen Arbeiterquartiere. Der erfolgte Anschlag ist nichts weiter als feige und niederträchtig. Antworten

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