Zürich

««Auch bei der offenen Drogenszene ging es nicht ohne Repression»

Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 31.08.2010 10 Kommentare

Lange kam ein Verbot des Strassenstrichs für Zürcher Politiker nicht infrage. Erstmals setzt sich nun CVP-Kantonsrätin Nicole Barandun-Gross für ein Verbot ein und stützt sich auf die Auflösung der offenen Drogenszene.

«Unwürdig für Frauen und Anwohner»: Strassenstrich am Zürcher Sihlquai.

«Unwürdig für Frauen und Anwohner»: Strassenstrich am Zürcher Sihlquai.
Bild: Alessandro della Bella/Keystone

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Strassenstrich am Zürcher Sihlquai

Strassenstrich am Zürcher Sihlquai
Die Prostituierten am Zürcher Sihlquai arbeiten unter übelsten Bedingungen.

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Die Zustände am Zürcher Sihlquai sind unhaltbar, sowohl für die Frauen wie für die Anwohner. Darüber sind sich alle Parteien einig. Den Strassenstrich verbieten, das ging bisher allen zu weit. Die Prostituierten würden in die Illegalität verdrängt, lautet das am häufigsten genannte Argument gegen ein Verbot.

Nun bekommt die Idee eines Verbots aber neuen Aufwind. Für CVP-Kantonsrätin Nicole Barandun-Gross hat die Situation am Sihlquai Ausmasse erreicht, die eine härtere Gangart durchaus legitimieren: «Die momentane Situation am Sihlquai ist für die Prostituierten wie die Anwohner unwürdig. Ein Verbot des Strassenstrichs ist durchhaus ein Thema, welches wir parteiintern diskutieren.» Konkret versucht Barandun-Gross nun innerhalb der Kantonalpartei eine Mehrheit zu erreichen, die sie bei einer Parlamentarischen Initiative unterstützen würde.

Die Aufhebung der offenen Drogenszene als Vorbild

«Auch bei der offenen Drogenszene hat man lange auf Repression verzichtet. Am Schluss hat sich gezeigt: ganz ohne Repression geht es nicht», erklärt Barandun-Gross das Umdenken. Ihr sei es wichtig, den Strassenstrich nicht einfach für illegal zu erklären, sondern Alternativen zu bieten: «Kontrollierte Bordelle oder wenigstens der Nachweis, dass die anschaffenden Frauen ein Zimmer zur Verfügung haben, wären Möglichkeiten.» Da es juristisch nicht klar sei, ob der Kanton den Strassenstrich – in erster Linie ein Problem der Stadt Zürich – überhaupt verbieten dürfe, sei man mit der Gemeinderatsfraktion der CVP in Kontakt.

Schützenhilfe dürfte Barandun-Gross von Seiten der EVP erhalten. Für Kantonsrätin Lisette Müller steht das Wohl der Frauen zwar an erster Stelle, sie sieht in der Idee ihrer CVP-Kollegin durchaus Positives: «Wenn ein Verbot die Frauen vor ausnützerischen Zuhältern und gewaltbereiten und schädigenden Freiern schützen würde, dann könnte ich mir vorstellen, ein solches Verbot zu unterstützen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.08.2010, 13:49 Uhr

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10 Kommentare

Robert Marek

31.08.2010, 15:28 Uhr
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Wenn man den Strassenstrich verbieten will, dann muss man im Gegenzug Bordelle bewilligen. Alles andere ist heuchlerisch und treibt die Prostitution und ihre unliebsamen Nebenwirkungen nur weiter in den Untergrund. Antworten


Dominique Aeschbacher

31.08.2010, 17:00 Uhr
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Völlig korrekt was T.B. Winter schreibt. Aber genau darum geht es ja - aus den Augen, aus dem Sinn. Und nebenbei ein bisschen die Geschichte umschreiben, ist doch ganz praktisch. Wen interessieren schon Fakten... Antworten



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