Auf Schweizer Käufer dürften diese Wohnungen lange warten
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 06.06.2011 42 Kommentare
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8'760, 10'290, 12'500, 13'620, 15'600 Franken – so teuer sind die fünf Maisonette-Wohnungen, die am Utoquai 37/39 zu Mieten sind. Angeboten werden die zwischen 148 und 250 Quadratmeter grossen Appartments seit zwei Monaten, vermietet wurde noch keine. Seit heute wirbt die Eigentümerin auch mit Plakaten, die unter anderem am HB hängen. Auf Homegate sind in der Stadt derzeit 29 Wohnungen und Häuser für 8'000 Franken oder mehr zu haben. Und das, obwohl der Immobilienmarkt insbesondere in Zürich als völlig überhitzt gilt. Sind das erste Anzeichen darauf, dass sich der Druck auf den Immobilienmarkt verschärft?
Längere Vermietzeiten sind üblich
Experten widersprechen. Die Wohnungen sind zwar teuer, auch absolut. Der Mittelwert für einen Quadratmeter Wohnfläche liege in der Stadt Zürich bei 250 Franken pro Jahr, sagt Urs Hausmann vom Immobilienberatungsunternehmen Wüest & Partner. Selbst im Kreis 8 kosteten 90 Prozent aller Wohnungen weniger als 500 Franken. Die Maisonette-Appartments am Utoquai kosten 710 bis 730 Franken.
«Zu hoch ist dieser Preis aber nicht», meint Immobilienmakler Claude Ginesta. Es gebe eine Mieterschicht, welche für diese Lage einen solchen Preis bezahlen könne und wolle. Um die Ecke, an der Falkenstrasse 4, seien vor zwei Jahren 780 Franken pro Quadratmeter bezahlt worden. Dass die nun angebotenen Wohnungen rund 10 Prozent billiger sind, deutet Ginesta nicht als Zeichen von schlechter laufenden Geschäften. «Allgemein hat sich der Markt in diesem Segment sicher nicht negativ entwickelt.»
Bei Erstvermietungen im Luxussegment ist es laut Ginesta normal, dass Wohnungen noch zwei, drei Monate leer stehen. «Die meisten Mieter wollen die Wohnung zuerst sehen, bevor sie unterschreiben.» Frühestens nach vier Monaten könne man von einem Ladenhüter sprechen.
«Bordmagazin statt Bahnhof»
Die Wahrscheinlichkeit, dass in den Wohnungen keine Schweizer einziehen, ist laut dem Küsnachter Makler gross. «Ab 4500 Franken sind die Mieter zu 80 Prozent Ausländer. Schweizer wollen für dieses Geld nicht mieten, sondern lieber kaufen.» Ausländische Expats, die für einige Jahre nach Zürich kommen, gehören für Ginesta zur Hauptzielgruppe der Utoquai-Wohnungen. Sie sind mit Plakaten im HB nicht zu erreichen. «Diese Werbung geht sicher am Zielpublikum vorbei. Wenn schon, müsste man im Bordmagazin der Swiss inserieren.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.06.2011, 16:38 Uhr
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