Zürich

Auf dem Uetliberg wird bald wieder gebaut

Von Silvio Temperli. Aktualisiert am 27.11.2009

Weil die Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn kein Geld hat, lässt sie ihren Pächter Giusep Fry das Restaurant Gmüetliberg erneuern. Der Kulm-Hotelier dürfte die Liegenschaft nach der Baubewilligung erwerben.

Nach dem Umbau präsentiert sich der Bahnhof auf dem Uetliberg als reiner Flachdachbau.

Architekturbüro WTA Uitikon

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Giusep Fry ist in der Pole-Position als Käufer

Alles hängt am Bauentscheid: Falls das Stationsgebäude auf dem Uetliberg erneuert werden darf, beginnt der Handel um den Verkauf dieser Liegenschaft an den Kulm-Hotelier Giusep Fry. Der Direktor der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU), Clemens Schöb, rechnet damit, dass dieses Geschäft bis Ende nächsten Jahres über die Bühne geht. Er ist überzeugt, dass Fry als Gastroprofi mit reicher Erfahrung der richtige Mann am richtigen Ort sei: «Wer wäre sonst willens, hier oben zu investieren?»

Die SZU als Eigentümerin des alten Bahnhofs werde das Objekt nicht öffentlich ausschreiben, dazu sei sie nicht verpflichtet. Selbstredend würden alle Angebote geprüft. So oder so verlange der Verwaltungsrat vom neuen Besitzer, dass er die Interessen der Fahrgäste wahrnehme und keine «exotische Nutzung wie etwa ein Seminarhotel» anstrebe. Wie viel Fry der SZU für die Erweiterung seines Imperiums zahlen müsste, wollte Schöb nicht sagen. Die SZU lasse jetzt die Liegenschaft neu schätzen. Mit dem Geld will das Unternehmen die tiefen Löcher in seiner Pensionkasse stopfen.

Dem Verkauf muss allein der Zürcher Verkehrsverbund zustimmen, dem die SZU unterstellt ist. «Solange der Deal im Detail nicht bekannt ist», hiess es beim ZVV, werde man sich zum Geschäft nicht äussern. (sit)

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Etwa vier Millionen Franken will Giusep Fry in die Hand nehmen, um den Gastrobetrieb an der Endstation der Uetliberg-Bahn auf Vordermann zu bringen. Der Eigentümer des Hotels Uto Kulm hat das Restaurant im nahezu still gelegten Bahnhofsgebäude seit bald zehn Jahren von der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU) gemietet, der Vertrag gilt bis Ende September 2010 – mit Option auf eine Verlängerung von weiteren fünf Jahren bis 2015

Eine gründliche Renovation des maroden Gebäudes sei dringend nötig, sagte der Unternehmer gestern im Säli des Gmüetlibergs, als sein Hausarchitekt Thomas Wyss aus Uitikon das Sanierungsprojekt präsentierte. Wyss bedauerte, dass der Kanton dem ursprünglichen Bauvorhaben Mitte 2008 eine klare Abfuhr erteilt hatte. Dieses hatte unter dem Namen «Uto Westside» vorgesehen, den alten Bahnhof und die Wirtschaft ganz niederzureissen und über den Gleisen eine Art Fressbalken à la Autobahnraststätte Würenlos zu errichten – mit Lounge, Restaurant, Seminarräumen. Doch in der Bergstation sind der gastronomischen Nutzung enge Grenzen gesetzt, weil die Liegenschaft in der Landwirtschaftszone steht.

Die frisch überarbeiteten Pläne nehmen sich ungleich weniger ambitiös aus. Auf einer etwa gleichen Grundfläche wie der heutigen zeigen sie einen einheitlichen architektonischen Baukörper, der dem Charakter eines Bahnhofgebäudes entspricht.

Bistro für die Laufkundschaft

Der Gastrobereich im Erdgeschoss umfasst einen Verpflegungsstand (der hölzerne Kiosk verschwindet) sowie ein Bistro mit Selbstbedienung und sämtliche sanitäre Anlagen. Serviert wird bislang im Restaurant mit Säli und im Wintergarten. In den beiden Obergeschossen gibts neue Personalzimmer. Die Flachdächer – das jetzige Satteldach auf der alten Station wird ersetzt – werden begrünt, auf ihnen sind Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung projektiert.

In den nächsten Tagen reicht Giusep Fry das Bauprojekt bei der Gemeinde Stallikon ein. Darüber entscheiden muss letztlich der Kanton. Sobald die Bewilligung rechtskräftig sei, werde gebaut. Fry rechnet mit einer Bauzeit von etwa anderthalb Jahren. Grosser Widerstand ist vorerst nicht zu erwarten. Der Verein Pro Uetliberg hat nichts gegen ein renoviertes Gasthaus, wenn es hernach nicht zu einem «Eventtempel» verkomme, sagt Präsidentin Margrith Gysel. Und Fry verspricht: «Das Restaurant ist für Familien und Kinder sowie für Ausflügler da, Seminare werden keine abgehalten.»

Behindertengrechte Haltestelle

Die letzte Sanierung ging 1995 noch auf Kosten der SZU, welcher die Liegenschaft gehört. Heute könnte sie sich lediglich noch eine Pinselrenovation leisten, sagt Direktor Clemens Schöb. Billettschalter, Stationsbüro, Personalraum sowie Installationszentralen sind praktisch stillgelegt. Die SZU kann allein für deren Unterhalt aufkommen, für grosse Investitionen reiche das Geld nicht aus. «Wir werden hier oben garantiert keinen Gastrobetrieb selber führen, das ist nicht unser Kerngeschäft». Darum erwägt das Unternehmen, den Gmüetliberg an Giusep Fry zu verkaufen.

Investieren wird die SZU indes in die Bahnhaltestelle. Diese muss künftig Menschen mit einer Behinderung den Ein- und Ausstieg ermöglichen. Die Eingabe für die ebenerdigen Perron-Anpassungen wird von der SZU laut Schöb gegenwärtig ausgearbeitet. Das Konzept sieht zusätzlich eine Wartehalle für die Fahrgäste vor. Wenn 2013 durchgehend Niederflurzüge auf der Uetliberg-Strecke verkehren, sollte bis dann nach heutiger Planung die Endstation aufgefrischt sein. Optimal wäre, wenn sich die Bauarbeiten auf dem Bahnareal zeitlich mit der Sanierung des Gmüetlibergs koordinieren liessen.

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Erstellt: 27.11.2009, 04:00 Uhr

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