Auf in den Kampf mit Briefmarken, Bier und Autowerbung
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 29.12.2009 3 Kommentare
Personalisierte Post: SP-Stadtratskandidatin Claudia Nielsen macht ihre eigene Marke.
Fahrbares Wahlplakat: SVP-Stadtratskandidat Mauro Tuena nutzt sein Auto als Werbefläche.
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Während sich die meisten dieser Tage von den Weihnachtsfeierlichkeiten erholen oder die angefutterten Pfunde auf der Skipiste abtrainieren, brüten die Stadtratskandidatinnen und –kandidaten weiter über ihren Wahlkampfstrategien oder gehen weiter auf Wählerfang.
Besonders umtriebig ist SVP-Kandidat Mauro Tuena. Heute Dienstagmorgen nutzt er die Jahresendmedienkonferenz seiner Partei, um seine Positionen im Kampf um die frei werdenden Stadtratssitze publik zu machen. Auch nach der Veranstaltung wird er munter weitermachen. «Überall, wo ich anzutreffen sein werde, gebe ich meine Visitenkärtchen ab – und ich bin viel unterwegs», sagt er gegenüber Tagesanzeiger.ch. «Zwischen Weihnachten und Neujahr gibts ein ‹Loch›. Die Leute sind oft draussen, gehen aus. Das will ich nutzen.»
«Ich liege nicht auf der faulen Haut»
Damit die Zürcherinnen und Zürcher ihn auch wahrnehmen, wenn er durch die Stadt fährt, hat er für sein Auto bereits einen Aufbau bestellt, auf dem sein Bild und sein Wahlspruch zu sehen sein werden. «Die Tafeln werden derzeit noch hergestellt. Der Aufbau aus Metall wurde bereits in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche gefertigt», so Tuena. Die Methode habe sich schon in seinem letzten Wahlkampf bewährt: «Ich bin täglich mit dem Auto unterwegs und mache so Gratiswerbung für mich. Quasi als fahrendes Wahlplakat. Sie sehen: Ich liege nicht auf der faulen Haut.»
FDP-Kandidat will im Januar die Wähler überraschen
Urs Egger, Kandidat der Zürcher FDP, nimmt es gemütlicher. «Ich bin seit September aktiv. Daher bin ich wohl der einzige Stadtratskandidat, der im Wahlkampf überhaupt eine Pause machen kann.» Über die Festtage zu Weihnachten und Jahresende solle laut Egger die Besinnlichkeit im Vordergrund stehen, «da brauchen die Leute keine Politiker, die ihnen die Welt erklären».
Im Januar wird er wieder aktiv werden. «Praktisch an jedem Samstag ist eine Standaktion geplant und die erste Wahlkampfveranstaltung ist bereits für den 7. Januar geplant», betont Egger. Auch ein paar Überraschungen habe er für Januar und Februar in petto, «aber die verrate ich an dieser Stelle noch nicht».
Kinospots und SP-Bier
Claudia Nielsen hat bis Silvester ebenfalls keine Veranstaltungen geplant. Ruhig bleibt es im Umfeld der SP-Stadtratskandidatin trotzdem nicht. «Wir nutzen die Zeit, um den weiteren Wahlkampf zu organisieren und Veranstaltungen zu planen», sagt Wahlkampfhelfer Emanuel Wyler auf Anfrage. So werden derzeit Kinospots produziert, die Ende Januar in all jenen Zürcher Kinos zu sehen sein werden, die politische Werbung erlauben.
Nielsens Team hat sich bereits für den Spendenversand Originelles einfallen lassen. «Wir haben eine Briefmarke mit dem Bild von Claudia Nielsen auf dem Velo produziert», so Wyler, «ausserdem setzten wir auf das Medium Internet. Dort findet eine direkte Interaktion statt. Das ist uns sehr wichtig und das ist im Internet am besten möglich», erklärt Wyler.
Der zweite SP-Stadtratskandidat André Odermatt verbringt die Woche teils in den Bergen und teils in Zürich. «Ich will meine Kräfte in diesen Tagen sammeln, damit ich fit bin, wenn der Wahlkampf richtig losgeht.» Und losgehen wird es in der ersten Januarwoche. «Dann werde ich meine neue Webseite präsentieren. Das ist dann auch der eigentliche Auftakt meines Wahlkampfs.» Die SP Stadt Zürich veranstaltet zudem am 3. Januar einen Rundgang durch eine Wohnbaugenossenschaft – und am 10. Januar wird ein SP-Wahlbier lanciert.
«Ich muss bekannter werden»
In regelrechter Zeitnot befindet sich hingegen SVP-Stadtratskandidat Karl Zweifel. Bis Silvester hat der Chirurg laut eigenen Angaben keine Zeit für den Wahlkampf. «Ich bin noch daran, mich in die Dossiers einzulesen. Ausserdem sehe ich derzeit noch im Spital Sanitas in Kilchberg im Einsatz», sagt Zweifel.
Ab 16. Januar will er dann richtig durchstarten. «Ich werde versuchen, in allen Stadtkreisen präsent zu sein und an Standaktionen der SVP teilzunehmen. Ausserdem sind Podiumsgespräche und Radio- und TV-Sendungen geplant und ich werde Leserbriefe schreiben.» Der SVP-Mann muss einiges aufholen. «Ich muss bekannter werden, das ist im Moment noch mein grösstes Handicap.» Mit Plakaten und Inseraten will er sich Präsenz verschaffen, «damit die Wähler auch wissen, wer dieser Zweifel eigentlich ist».
Grüne planen spezielle Art von Standaktion
Bleibt noch die Frage, was der Grüne Stadtratsanwärter Daniel Leupi dieser Tage macht, um die Gunst der Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. «Im Moment laufen vor allem Hintergrundarbeiten: Flyer texten, Briefe und Mails verschicken, Anlässe vorbereiten», sagt er gegenüber Tagesanzeiger.ch. Auch er will die Feiertagsstimmung der Zürcherinnen und Zürcher nicht durch Wahlkampfmethoden stören. «Jetzt ist Familienleben angesagt, da ist Politik noch nicht gefragt.»
Der eigentliche Wahlkampfauftakt der Grünen findet am 6. Januar statt, wenn Leupi zusammen mit der Stadtratskandidatin Ruth Genner zum Dreikönigsapéro einlädt. «Ausserdem planen wir eine spezielle Art von Standaktion», läst Leupi durchblicken, «mehr darf ich jetzt aber noch nicht verraten.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.12.2009, 14:03 Uhr
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3 Kommentare
Wen intressierts ! Alles Schaumschlägerei. Für was geh ich denn noch wählen?! War für ein neues Fussballstadion! Bis heute keines, alles abgehlent durch GRÜN INTELLEKTUELLE und sogennante Gutmenschen. Ihr könnt weibeln wie Ihr wollt, das war das letzte mal das ich wählte!!! Antworten



