Aufhebung des Badeverbots in der Limmat wäre «blauäugig»
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 23.11.2009 5 Kommentare
Das sagt die Polizei:
Auf der Limmat gilt in grossen Bereichen ein Badeverbot. Einzig bei den
städtischen Badeanstalten gibt es Ausnahmen. Grundsätzlich müsste der
Zürcher Regierungs- und Stadtrat über eine Öffnung der Limmat für
Badegäste befinden. Die Oberaufsicht liegt beim Bund.
Ein Vergleich zwischen Basel und Zürich ist laut Bruno Stucki, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, nicht möglich: «Der Rhein ist wesentlich breiter.
Die Limmat ist zu schmal für eine Doppelnutzung. Die Schiffe nehmen
zudem bei einigen Wendemanövern die ganze Flussbreite in Anspruch und
die Sogwirkung, die sie dabei auf der Seite und am Heck verursachen,
stellt eine massive Gefährdung der Badenden dar.»
Ein weiteres Problem seien die Schleusen im Fluss, die die Fliessgeschwindigkeit des Wassers beeinflussen. «Mit den Schleusen kann die Wassermenge und damit die Fliessgeschwindigkeit reguliert werden. Dies kann für die Schwimmer eine zusätzliche Gefahr darstellen.» Eine Aufhebung des Badeverbots sei daher aus polizeilicher Sicht absolut kein Thema.
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Noch verleitet die Limmat nicht zum Baden. Aber wenn die Temperaturen steigen, dann wird der Fluss wieder von Tausenden Schwimmern gestürmt. Die Jungen Grünen sind der Meinung, dass man den Badefreunden in Zürich mehr Möglichkeiten zur Abkühlung im Fluss bieten soll. Sie fordern daher in einem Bericht von «20 Minuten» eine Aufhebung des Badeverbots in der Limmat von der Zürcher City bis hin zum Oberen Letten. Mit einer Ausstiegsmöglichkeit für die Schwimmer beim Platzspitz und ein Sonnendeck auf der gegenüberliegenden Flussseite am Neumühlequai würden die überfüllten Letten-Badis entlastet, ist der Grüne Gemeinderat Matthias Probst überzeugt.
Bis zu fünf Rettungen pro Saison bei der Werdinsel
Hermann Schumacher, Abteilungsleiter Badeanlagen der Stadt Zürich, warnt vor der freien Nutzung der Limmat für Badende. «Die Strömung im Fluss und das damit verbundene «Gefahrenpotenzial wird immer wieder unterschätzt», betont er. Die Bademeister in den Städtischen Flussbädern hätten alljährlich alle Hände voll zu tun, die Schwimmer aus Notsituationen zu retten. «Alleine bei der Werdinsel finden pro Saison vier bis fünf Rettungen statt. Auch im Oberen Letten drückt es die Schwimmer bei starker Strömung immer wieder so heftig in den Flussrechen, dass wir sie befreien müssen.»
Auf dem oberen Flussabschnitt der Limmat komme zudem ein weiteres Problem hinzu: Der Schiffsverkehr. «Schon im Seebecken ist der Nutzungskonflikt zwischen Badenden und Bootsführern gross», betont Schumacher, «in der Limmat ist die Situation noch gefährlicher. Man kann dort nicht wie im See nach allen Seiten hin wegschwimmen. Im Fluss zieht die Strömung – da ist es sowohl für Badende als auch für Schiffe kaum möglich auszuweichen.»
Warnschilder reichen nicht
Matthias Probst sieht darin kein Problem. «In Basel zum Beispiel kommen Schwimmende und weit grössere Schiffe dank guter Signalisation problemlos aneinander vorbei», sagt er gegenüber «20 Minuten». Schumacher glaubt allerdings nicht daran, dass Warnschilder viel nützen. «Wir haben in unseren Anlagen überall Warnhinweise. Ein grosser Teil der Badegäste beachtet das nicht. Es wäre daher blauäugig zu glauben, dass man alleine mit einer Signalisation Badeunfälle verhindern könnte. Die Initianten müssen sich über dieses hohe Risiko im Klaren sein.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 23.11.2009, 13:12 Uhr
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5 KOMMENTARE
Ich bin auch ein ehemaliges SLRG- und Rettungstauchermitglied. Peter Lang hat absolut recht mit seinen Einwendungen. Es ist nicht möglich die gesamte Strecke vom See bis zum oberen Letten mit Rettungsschwimmern abzudecken. Es wird garantiert zu Unfällen und Toten kommen. Die Jungen Grünen sind in dieser Sache sehr blauäugig.
Als Rettungsschwimmer und Freund der Flussbadis verstehe ich das grüne Anliegen nicht. Zum Glück gibt es das legale Limmatschwimmen und im Winter das Chlausschwimmen (6.12.09). Ich musste bereits 2x helfend eingreiffen. Viele überschätzen Ihr Können/Ihre Kondition und unterschätzen den Fluss als Gefahrenquelle. Peter Lang SLRG-Küsnacht
Eine Öffnung der Limmat wäre viel zu gefährlich. Sie ist einfach zu schmal für Schwimmer und Boote. Ein Vergleich mit dem Rhein in Basel ist nicht möglich. Es würde jede Saison einige Ertrinkende geben, da nur ein bruchteil der Schwimmer Erfahrungen in fliessenden Gewässern haben. Auch leichte Strömung kann lebensgefährlich sein, wenn sie unterschätzt wird. Oft zu sehen in den Flussbädern Zürichs.
Unverständlich - gehen Sie mal an einem schönen Sommerabend nach Basel (auch als Zürcher....!) und da lassen sich Hunderte den Rhein hinunter tragen (oder wie die Basler sagen: "De Bach ab". Und mit Standplakaten wird am Ufer dafür noch Werbung gemacht. Also Zürcher Behörden, lasst euch mal von Basel beraten, auch wenn's weh tut!
wer wie ich in der stadt bern und somit mit aareschwimmern aufgewachsen ist, der hat für die leichte strömung der limmat nur ein müdes lächeln übrig. ausserdem gibt es unzählige beispiele darüber , dass schwimmer und boote gut nebeneinander leben können... deshalb: limmat für schwimmer öffnen!
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