Zürich

Aufkleber in der Stadt: Entfernung kostet jährlich 300’000 Franken

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 15.10.2008

Schon wieder blinkt ein Herz von der Ampel herab. Die Fälle solcher «Verschönerungen» nehmen massiv zu, und das Entfernen der Kleber kostet den Steuerzahler jährlich bis zu 300'000 Franken.

Herzig, aber teuer: Aufkleber an einer Ampel in Zürich Wiedikon. (Bild: TA)

Herzig, aber teuer: Aufkleber an einer Ampel in Zürich Wiedikon. (Bild: TA)

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Am Montag prangten rund 30 Schablonenherzen an Zürcher Strassenampeln. Heute blinkts erneut rot hinter einem Herzen auf die Autofahrer herab. Wer diese Dekorationen angebracht hat, ist noch immer unklar. «Man müsste sie quasi in flagranti erwischen. Aber ohne konkreten Hinweis können wir niemanden belangen», sagt Heiko Ciceri, Kommunikationsverantwortlicher der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich. «Bis jetzt wurde uns einzig mitgeteilt, dass eine Frau und ein Mann in der Nacht auf Montag am Werk waren – aber mit dieser Beschreibung kommen 8 Millionen Menschen für die Tat in Frage.»

«Unsere Leute könnten Gescheiteres machen»

Besonders ärgerlich sind die Folgekosten solcher Nacht- und Nebel-Aktionen: Pro Jahr gibt die Dienstabteilung Verkehr rund 100’000 Franken an Steuergeldern aus, um solche Kleber von öffentlichem Mobiliar zu entfernen. «Die Fälle haben massiv zugenommen», so Ciceri, «es geht nicht nur um Herzen auf Ampeln, sondern auch um andere Aufkleber. Unsere Leute könnten Gescheiteres machen, als solche Schablonen zu entfernen.»

Unklar ist auch, wie hoch die Strafe für Kleber-Sünder ausfallen würden. «Hier stellt sich die Frage, ob es sich bei den Delikten um groben Unfug oder um Sachbeschädigung handelt. Weil aber bisher noch niemand gefasst werden konnte, gibt es keinen Präzedenzfall», erklärt Ciceri.

VBZ gibt jährlich bis zu 200'000 Franken aus

Auch bei der VBZ kämpft man gegen Wildkleber an. An Bushaltestellen, Ticketautomaten und Tramsitzen werden Stickers und Partyhinweise geklebt. «Wir engagieren Leute der Stadt, die uns bei den Reinigungsarbeiten helfen, oder wir setzen unser eigenes Reinigungspersonal ein», erklärt VBZ –Pressesprecher Andreas Uhl das Vorgehen gegenüber Tagesanzeiger.ch. «Für alle Reinigungsarbeiten geben wir jährlich schätzungsweise zwischen 100’000 und 200’000 Franken aus.»

Immerhin: Bei der VBZ konnten die Verantwortlichen einer solchen Kleberaktion bereits dingfest gemacht werden. Die Jugendlichen mussten zur Strafe gemeinnützige Arbeit leisten – und die Busstationen wieder putzen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.10.2008, 15:55 Uhr

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