Zürich

Bahnhof Stadelhofen: Tödliche Lücke zwischen Zug und Perron

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 02.11.2009

Innerhalb eines halben Jahres haben zwei Männer am Bahnhof Stadelhofen beim Rennen auf den Zug ihr Leben verloren. Ist der Bahnhof Stadelhofen gefährlicher als andere?

Tödliches Rennen auf den Zug: Samstagnacht kam am Bahnhof Stadelhofen ein 44-Jähriger ums Leben. (Bild: Markus Heinzer)

Tödliches Rennen auf den Zug: Samstagnacht kam am Bahnhof Stadelhofen ein 44-Jähriger ums Leben. (Bild: Markus Heinzer)

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Am vergangenen Samstagabend stürzte ein 44-Jähriger auf die Geleise, Ende Juni 2009 trat ein 19-Jähriger mit einem Fuss zwischen den Waggon und dem Bahnsteig ins Leere – und geriet unter dem Zug. In beiden Fällen haben die Männer versucht, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

Dass der Bahnhof Stadelhofen – mit 150'000 Passagieren täglich der drittgrösste Bahnhof der Schweiz – besonders gefährlich sei, bestreitet SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi gegenüber Tagesanzeiger.ch. Allerdings hat dieser Bahnhof eine Besonderheit, die Gefahrenpotenzial birgt: «Er liegt in einer Kurve. Möglicherweise beachten die mitrennenden Passagiere nicht, dass der Abstand des fahrenden Waggons zum Perron nicht immer gleich breit ist. In den Kurven schwenken die Waggons aus und es tun sich grössere Lücken auf. Das könnte, wenn man neben dem Zug herrennt, gefährlich sein.»

Das Aufspringen auf fahrende Züge ist lebensgefährlich und unmöglich

Die Sicherheit für Bahnreisende ist auf den Perrons nur gegeben, wenn man sich hinter der markierten Sicherheitslinie befindet. «Das Aufspringen auf fahrende Züge ist nicht nur lebensgefährlich, sondern auch seit Jahrzehnten unmöglich», betont Pallecchi. «Es existieren keine Trittbretter mehr. Sie werden aus Sicherheitsgründen eingezogen, sobald der Zug anfährt. Auch Handgriffe hat es keine mehr.» Ausserdem sei die Wartezeit bis zur nächsten Verbindung im Zürcher S-Bahnnetz sehr kurz. «Es lohnt sich nicht, das Leben wegen ein paar Minuten aufs Spiel zu setzen.»

Besondere Sicherheitsmassnahmen für den Bahnhof Stadelhofen sind trotz der jüngsten Vorfälle nicht in Planung. «Wir weisen etwa auf Schildern deutlich auf die Gefahren hin», so Pallecchi. «Die Leute versuchen trotzdem immer wieder, auf fahrende Züge aufzuspringen oder Geleise zu überschreiten.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.11.2009, 12:54 Uhr

Zürich

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?




Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.