Bahnhof Stadelhofen: Tödliche Lücke zwischen Zug und Perron
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 02.11.2009
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Am vergangenen Samstagabend stürzte ein 44-Jähriger auf die Geleise, Ende Juni 2009 trat ein 19-Jähriger mit einem Fuss zwischen den Waggon und dem Bahnsteig ins Leere – und geriet unter dem Zug. In beiden Fällen haben die Männer versucht, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.
Dass der Bahnhof Stadelhofen – mit 150'000 Passagieren täglich der drittgrösste Bahnhof der Schweiz – besonders gefährlich sei, bestreitet SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi gegenüber Tagesanzeiger.ch. Allerdings hat dieser Bahnhof eine Besonderheit, die Gefahrenpotenzial birgt: «Er liegt in einer Kurve. Möglicherweise beachten die mitrennenden Passagiere nicht, dass der Abstand des fahrenden Waggons zum Perron nicht immer gleich breit ist. In den Kurven schwenken die Waggons aus und es tun sich grössere Lücken auf. Das könnte, wenn man neben dem Zug herrennt, gefährlich sein.»
Das Aufspringen auf fahrende Züge ist lebensgefährlich und unmöglich
Die Sicherheit für Bahnreisende ist auf den Perrons nur gegeben, wenn man sich hinter der markierten Sicherheitslinie befindet. «Das Aufspringen auf fahrende Züge ist nicht nur lebensgefährlich, sondern auch seit Jahrzehnten unmöglich», betont Pallecchi. «Es existieren keine Trittbretter mehr. Sie werden aus Sicherheitsgründen eingezogen, sobald der Zug anfährt. Auch Handgriffe hat es keine mehr.» Ausserdem sei die Wartezeit bis zur nächsten Verbindung im Zürcher S-Bahnnetz sehr kurz. «Es lohnt sich nicht, das Leben wegen ein paar Minuten aufs Spiel zu setzen.»
Besondere Sicherheitsmassnahmen für den Bahnhof Stadelhofen sind trotz der jüngsten Vorfälle nicht in Planung. «Wir weisen etwa auf Schildern deutlich auf die Gefahren hin», so Pallecchi. «Die Leute versuchen trotzdem immer wieder, auf fahrende Züge aufzuspringen oder Geleise zu überschreiten.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.11.2009, 12:54 Uhr



