Bandi und Jenni gewinnen den Post-Cup

Philipp Bandi und Mirja Jenni heissen die Post-Cup-Sieger 2012. Der 35-jährige Berner belegte am 36. Zürcher Silvesterlauf im letzten Rennen seiner Karriere unmittelbar hinter Viktor Röthlin Rang 6.

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Für Bandi endete mit dem Rennen über 8,8 Kilometer in der Zürcher Innenstadt eine lange Karriere triumphal und mit 7000 Franken Preisgeld für den Gesamtsieg. «Es ist sehr, sehr schön mit einem solchen Erfolg aufzuhören», sagte Bandi. «Einerseits freue ich mich, dass es vorbei ist, andererseits schwingt natürlich ein Hauch von Melancholie und Wehmut mit.» In seiner Karriere gewann der Historiker und Marketing-Fachmann zehn Schweizer Meistertitel, zudem nahm er über 5000 m 2008 an den Olympischen Spielen in Peking und mehrmals an Europameisterschaften teil.

Den Post-Cup hatte Bandi bereits 2007, 2008 und 2011 für sich entschieden. In diesem Jahr gewann er die Strassenlauf-Serie am Ende mit 32 Punkten Vorsprung überlegen vor Röthlin, der dank dem ersten Platz in Zürich noch auf Rang 2 der Overall-Wertung vorstiess. Im Gegensatz zu Bandi, der mit Ausnahme von Uster alle Post-Cup-Läufe bestritt, nahm der Marathon-Europameister aber nur an den letzten drei der sechs Rennen umfassenden Serie teil. «Es macht mich sehr stolz den Post-Cup zu gewinnen, ist er doch die inoffizielle Schweizer Strassenlauf-Meisterschaft», sagte Bandi. «Es zeigt, dass ich ein sehr kompletter Läufer bin.» Als Symbol für seine vier Siege im Post-Cup absolvierte Bandi nach dem Zieleinlauf in der Fraumünstergasse vier Liegestützen.

24 Sekunden vor Bandi war als Fünfter und damit als bester Schweizer Viktor Röthlin im Ziel eingelaufen. Der Marathon-Europameister verlor auf den Sieger Patrick Ereng aus Kenia 35 Sekunden. «Es war ein schwieriges Rennen», sagte Röthlin, «aber langsam gewöhnt man sich an den afrikanischen Schnellzug an der Spitze.» Der Obwaldner, der 2008 in Zürich gewonnen hatte, zeigte sich aber zufrieden mit seinem Lauf. «Ich hatte gute Beine», so Röthlin, der zwischenzeitlich beinahe wieder zur Spitzengruppe hatte aufschliessen können. Mit dem Sieg im Duell gegen den drei Jahre jüngeren Bandi revanchierte sich Röthlin für die Niederlage im Vorjahr, als er Bandi den Vortritt lassen musste.

Trotz guter Leistung vermochte Röthlin in den Kampf um den Tagessieg nicht einzugreifen. Angeführt vom Kenianer Jacob Kendagor legten die Afrikaner von Beginn an ein horrendes Tempo vor, das die Schweizer Elite nicht mitzugehen vermochte. Kendagor hielt seine Pace allerdings nicht durch und musste in der letzten von sieben Runden seinen Landsmann Ereng und den für den LC Uster startenden Eritreer Abraham Tadesse vorbeiziehen lassen. Ereng siegte am Ende in 24:58 Minuten und sorgte für den dritten kenianischen Sieg in Folge in Zürich.

Jenni siegte zum dritten Mal

Bei den Frauen entschied Mirja Jenni (TV Längasse) die Post-Cup-Gesamtwertung mit zwölf Punkten vor Valérie Lehmann (GG Bern) für sich. Sie verteidigte als Zweite in der Post-Cup-Tageswertung ihre Führung souverän und gewann die Serie zum dritten Mal nach 2006 und 2007. Die 36-jährige Bernerin, bei der gegen Ende des Rennens als Folge einer Grippe in den letzten Wochen die Kräfte nachliessen, sprach nach dem Rennen von einer «grossen Genugtuung». Im Kampf um den Tagessieg im Post-Cup musste sich Jenni der Steeple- und Cross-Spezialistin Fabienne Schlumpf geschlagen geben. Die 22-jährige Zürcher Oberländerin klassierte sich zur eigenen Überraschung als beste Schweizerin im vierten Rang. Nicht am Start war Sabine Fischer, die noch immer an einer Viruserkrankung litt.

Den Sieg im Silvesterlauf machten zwei Kenianerinnen unter sich aus. Cynthia Kosgei entschied nach 6,3 Kilometern den Schlussspurt gegen Caroline Chepkwony, die Siegerin der letzten drei Silvesterlauf-Austragungen, für sich und siegte in 20:38 Minuten. (kle/sda)

Erstellt: 16.12.2012, 19:50 Uhr

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