Banken reissen 600-Millionen-Loch in Kasse der Stadt Zürich

Die Finanzmarktkrise schlägt nun auch in Zürich mit voller Härte zu. Die Banken werden drastisch weniger Steuern zahlen.

Finanzvorstand Martin Vollenwyder eröffnete heute vor den Medien, dass die Stadt Zürich mit Steuerausfällen von 600 Millionen für die nächsten drei Jahre rechnet.

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Die Finanzmarktkrise trifft auch die Stadt Zürich, «und zwar in erklecklichem Ausmass», wie Finanzvorstand Martin Vollenwyder heute Dienstag vor den Medien sagte. Er rechnet mit um 310 Millionen Franken tieferen Steuereinnahmen für das Jahr. Dadurch resultiert ein geschätztes Defizit von 190 Millionen Franken anstelle eines Überschusses von 59 Millionen. Für die nächsten drei Jahre werden der Stadt insgesamt sogar geschätzte 600 Millionen Franken an Steuererträgen fehlen.

UBS wird nur gut halb so viel Steuern zahlen

Den Steuerausfall verursachen die juristischen Personen, insbesondere die Banken, die rund ein Drittel der städtischen Steuererträge generieren. Als Folge der Finanzmarktkrise seien die Grossbanken «noch immer happig rekonvaleszent», wie Vollenwyder sagte. Nun geht die Stadt davon aus, dass sie rund 394 Millionen Franken weniger Steuern bezahlen werden – 40 Prozent weniger als budgetiert. In den Worten des Finanzvorstandes: «Die Klumpenchance eines starken Finanzplatzes hat sich in ein Klumpenrisiko verwandelt.»

Zwar kompensieren die natürlichen Personen den Steuerausfall der UBS und anderer Grossbanken – aber nur zu einem geringen Teil. In der Erwartungsrechnung steigen deren Steuererträge um 9 Prozent oder 101 Millionen Franken. Dies liegt daran, dass Zürich weiter wächst. Dafür rechnet Vollenwyder «vorsichtig, aber nicht pessimistisch» mit Ausfällen von 20 Millionen Franken bei der Quellensteuer.

Keine Steuersenkungen, dafür auch keine Lohnerhöhungen

Die gute Nachricht: Der Steuerzahler soll dieses Schlamassel nicht ausbaden müssen. «In den nächsten drei Jahren werden wir 400 bis 500 Millionen Franken Eigenkapital brauchen, um die Defizite abzudecken», sagt Vollenwyder. Die Steuern werden nicht erhöht. «Allerdings sind Steuersenkungen bis 2011 garantiert kein Thema mehr.»

Treffen wird es dafür die Mitarbeiter der Stadt: Bisher stand zur Debatte, ihre Reallöhne um 2,5 Prozent anzuheben und ihnen eine fünfte Ferienwoche zu gewähren. Auch dieses Ansinnen ist vorerst vom Tisch. Ausserdem will Vollenwyder den Steuererträgen mit einer weiter verbesserten Ausgabe- und Budgetdisziplin begegnen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2008, 16:51 Uhr

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