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Bauern legen sich mit der Migros an

Rund 300 Bauern demonstrierten heute Dienstag am Limmatplatz. Sie werfen der Migros vor, die Milchwirtschaft «gnadenlos in den Ruin zu treiben».

1/6 «Die Migros handelt unfair und hinterhältig»: Die Bauern demonstrieren am Limmatplatz für einen höheren Milchpreis.
Felix Schindller

   

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Die Migros verwahrt sich gegen die Vorwürfe der Milchbauern, sie torpediere eine Beruhigung des schlingernden Milchmarktes. Man sei bereit zum Gespräch mit der Bäuerlichen Interessengruppe für Marktkampf, teilte der Grossverteiler am Dienstag mit.

Dass die Migros keine fairen Preise zahle, stimme nicht - im Gegenteil, sie zahle ihren Lieferanten mehr als andere Verarbeiter. Der Migros-Industriebetrieb regle die Milchpreise in langfristigen Verträgen mit den Lieferanten. Mit ihnen habe man sich einvernehmlich über die Umsetzung des Richtpreises der Branchenorganisation Milch (BOM) auf die nächste Periode geeinigt.

Der Grossverteiler investiere «rund 100 Millionen Franken in die Zukunft der Schweizer Milchwirtschaft», so die Migros. Sie setze im Milchmarkt auf eine «nachhaltige und qualitätsorientierte Vorwärtsstrategie», fördere etwa konsequent und langfristig den Absatz von Schweizer Milch. (fsc/sda)

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Es waren scharfe Worte, mit denen sich die Bauern heute Dienstag an die Migros wandten: «Die Migros handelt unfair und hinterhältig», sagte ein Sprecher kurz vor Mittag am Limmatplatz. «Die Schweizer Milchwirtschaft wird gnadenlos in den Ruin getrieben», fuhr er fort. Mit ihm demonstrierten rund 300 Bauern der Bäuerlichen Interessengruppe für Marktkampf, die sich in Anlehnung an den orangen Riesen kurz BIG-M nennt. Die Demonstranten sind der Meinung, dass der Schweizer Milchmarkt aus den Fugen geraten sei. Die Migros spiele «in diesem Trauerspiel» um den Milchpreis eine grosse und unrühmliche Rolle. Sie sei als einziger Marktakteur doppelt in der 20-köpfigen Branchenorganisation Milch BOM vertreten, setze aber deren Beschlüsse nicht um.

Drei Rappen mehr für jeden Liter Milch

Deshalb verlangt die Organisation vom Grossverteiler eine «sofortige Umsetzung» der am 18. Juni von der BOM beschlossenen Erhöhung des Richtpreises für Industriemilch um 3 Rappen. Ausserdem soll die Migros – wie sie es in der Werbung suggeriere – als fairer Partner zur einheimischen Nahrungsmittelproduktion stehen und sich auch entsprechend verhalten. Zudem soll sie eine «ehrliche und faire Informationspraxis» gegenüber den Konsumenten betreiben, heisst es weiter.

Nur wenn alle Marktbeteiligten offen und fair zueinander seien, gelinge es, den Milchmarkt so zu gestalten, dass alle Stufen, vom Produzenten bis zum Verbraucher, profitieren könnten, schreibt die IG BIG-M. (alb/fsc/sda/)

Erstellt: 27.07.2010, 12:00 Uhr

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