Baumwanzen stinken in Wohnungen
Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 14.01.2010 11 Kommentare
Frisch geschlüpfte «Stinkkäfer». (Bild: UGZ)
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Noch nicht lange in Europa
Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) ist erst vor ein paar Jahren nach Europa eingeschleppt worden. 2007 entdeckten Wissenschaftler der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) die Wanzen an mehreren Orten im Raum Zürich. Die in Ostasien heimische Art kam bis dahin in Europa nicht vor. Das im Volksmund «Stinkkäfer» genannte Tier gilt in Japan, Korea, China und den USA als Schädling: Die graugelb bis braune, fein gepunktete Wanze saugt an Blättern und Früchten in Obstkulturen und Ziergehölz.
Laut der WSL hat sich die Baumwanze seit ihrer Entdeckung in Zürich nicht wesentlich ausgebreitet. Die Tiere seien noch immer vor allem in der Stadt Zürich, im Sihltal und am rechten Zürichseeufer zu finden. Die Beratungsstelle für Schädlingsbekämpfung des Umwelt- und Gesundheitsschutzes Zürich hat in den letzten zwei Jahren vereinzelt Meldungen auch aus anderen Kantonen registriert.
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Bei der städtischen Beratungsstelle für Schädlingsbekämpfung melden sich derzeit täglich mehrere Personen, weil durch ihre Wohnungen ein Zentimeter lange, flache Wanzen kriechen und fliegen. Wer eine von ihnen zu fest packt oder zertritt, rümpft sofort die Nase: Ein penetranter Gestank breitet sich aus.
Es sind Marmorierte Baumwanzen – im Volksmund Stinkkäfer genannt –, die bei den Zürchern und Zürcherinnen derzeit Verunsicherung hervorrufen. Seit Anfang Jahr sind bei der Beratungsstelle des Umwelt- und Gesundheitsschutzes Zürich (UGZ) rund 20 Anrufe eingegangen, sagt Marcus Schmidt. «Das sind ungewöhnlich viele für diese Jahreszeit.»
Abwehrsekret gegen Feinde
Während der kalten Jahreszeit fallen die «Stinkkäfer» eigentlich in eine Art Winterschlaf. Dazu suchen sie sich häufig Ritzen und Spalten in Aussenwänden oder Dächern. Manchmal geraten sie dabei durch ein offenes Fenster in Wohnungen. Steigen die Temperaturen in den kühlen Verstecken an, erwachen die Tiere wieder und kriechen hervor. Denn die zuvor angefressene Winterreserve geht bei warmen Temperaturen zu schnell zur Neige. «Die wechselnden Temperaturen dieses Winters bringen die Wanzen immer wieder in Bewegung», stellt der Experte Schmidt fest. Mit jedem neuerlichen Temperaturanstieg verirren sich erneut Baumwanzen in die Wohnungen.
Der Schädlingsberater empfiehlt den Betroffenen, die Wanzen vorsichtig wegzuschaffen. «Man sollte sie auf keinen Fall in der Wohnung zertreten.» Denn das Abwehrsekret der Tiere, gedacht für natürliche Fressfeinde wie Vögel oder Eidechsen, tut auch beim Menschen seine Wirkung: «Der Geruch ist von Händen und Schuhen nur schwer wieder wegzukriegen.»
Keine Nester in der Wohnung
Insektensprays nützten wenig und seien auch nicht nötig, sagt Schmidt. Denn die Tiere stechen nicht und legen in den Wohnungen keine Eier; eine Befürchtung, die viele Betroffene hegen. «Mehr als zwei, drei Wochen überleben sie in den Häusern meist nicht, weil sie keine neue Nahrung finden.» Dennoch sei es für die Bewohner häufig unangenehm, wenn die Wanzen – vom Licht angezogen – surrend und langsam wie Maikäfer durch die Zimmer flögen.
Entwarnung kann Schmidt allerdings noch keine geben: Denn wenn die Tage wieder länger werden, dann zieht es alle Wanzen ins Freie zu den spriessenden Pflanzen und Sträuchern. Schmidt: «Erst im Frühling verschwinden die Baumwanzen wieder ganz aus den Wohnungen.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.01.2010, 15:57 Uhr
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11 Kommentare
Ich habe mich mit diesen Tieren mittlerweile abgefunden. Ab und zu höre ich unvermittelt ein Surren, dann weiss ich, hach, ich habe wieder mal einen Besucher. Irgendwann entdecke ich die Wanze, dann bringe ich sie mit einem Glas wieder ins Freie. Da sie einem ja nichts tun - auch gut zu wissen, dass sie sich nicht bei einem einnisten - stören sie mich nicht. Antworten



