Zürich
Beten gegen das Schwulenfestival Euro-Pride
Von Yvonne Staat. Aktualisiert am 23.02.2009 40 Kommentare
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Im Mai und Juni findet in Zürich die Euro-Pride, das grösste europäische Festival für Schwule und Lesben, statt. Das ist beschlossene Sache – allmählich begreifen das auch religiöse Organisationen wie der Verein Familienlobby. Noch im letzten Sommer hatte dieser, unterstützt von der EDU des Kantons Zürich, eine Petition gegen den Anlass gestartet. Die Chance, dass der Zürcher Stadtrat auf die Petition eingehen werde, sei natürlich null, heisst es inzwischen auf der Homepage der Familienlobby. Und weiter: «Doch bleibt noch das Gebet.» Und so rufen nun verschiedene christlich-konservative Vereine in Zürich zu Gebetstreffen gegen die Euro-Pride auf.
Die City-Church an der Zürcher Ankerstrasse, die zum Bund evangelischer Gemeinden gehört und rund 170 Mitglieder zählt, hat sich dem Aufruf der Familienlobby angeschlossen. Bis Ende April widmet sie ihre regelmässig stattfindenden Gebetsnächte der Euro-Pride. Um diesen Anlass «geistlich zu bekämpfen», wie es auf der Homepage heisst. «Wir sind der Ansicht, dass durch das Festival in Zürich falsche Akzente gesetzt werden, die Gott nicht ehren», sagt Gemeindeleiter Hansjörg Stadelmann.
«Sexuell-strategisches Spinnennetz»
Den Auftakt der Gebetsnächte bildete eine Predigt, die man bis vor kurzem noch im Internet anhören konnte: eine aggressive, tumbe Ansage gegen Schwule im Namen Gottes. So war etwa die Rede von «Unreinheit» und «perversem Denken». Oder von Verschwörungen, in denen die Homosexuellen «ein sexuell-strategisches Spinnennetz über die Welt ausbreiten», und der «Feind» Zürich, Europa, den ganzen Erdball «Stück für Stück einnimmt».
Aufgrund der Recherchen des «Tages-Anzeigers» hat die City-Church die Predigt inzwischen vom Netz genommen. «Offenbar wird sie von einzelnen Personen als schwulenfeindlich verstanden, das war nicht unsere Absicht», so Gemeindeleiter Stadelmann. Es seien auch keine weiteren Predigten dieser Art mehr geplant, versichert er. Aber beten gegen die Euro-Pride – das will man weiterhin. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.02.2009, 22:29 Uhr
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40 Kommentare
"Denn niemand wird in Gottes Augen gerecht gesprochen, indem er versucht, das Gesetz zu halten. Im Gegenteil, je besser wir Gottes Gesetz kennen, desto deutlicher erkennen wir, dass wir schuldig sind." Römerbrief 3, 20 gottes liebe ist für uns menschen doch kaum fassbar und gilt für alle. das geschenk der liebe ist freiheit und heisst für mich verantwortung übernehmen. in liebe FÜR etwas zu beten! Antworten
Die wenigsten Familien wollen, ihren Kindern solche Szenen und Bildern wie z.B im Artikel zu sehen ist, zumuten. Das Beten ist ja "nur" eine geistliche Sache und richtet sich nicht gegen Personen sondern gegen geistliche Mächte und Gewalten. Die erwähnten "Beter" lieben die Menschen, denn ihr Vorbild Jesus Christus ist aus Liebe für alle gestorben. GOTTES Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Antworten
Gott hat uns geschaffen, um in der Freiheit zu leben! Was als Freiheit betrachten, bringt uns aber manches Mal in neue Gefangenschaft... Jene, die selber von Gott berührt worden sind, möchten die Liebe Gottes aufzeigen und helfen, dass Menschen in die Freiheit durch Jesus Christus finden. Das ist nicht Religion, sondern erfahrene Wirklichkeit, für viele auch grad im Bereich der (Homo-)Sexualität! Antworten
Ich kenne die city church, zu der ich selber gehöre, als eine Kirche, die Zürich und die Menschen darin liebt. Wir sind nicht gegen gays und verurteilen nicht die Menschen. Wer aufgrund des obigen Artikels einen anderen Eindruck bekommen hat, den lade ich ein, selber mal vorbeizuschauen und sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Antworten
Das es auch anders geht zeigt der kath. Pfarrer Remo Müller von Schwyz: er hat in einem Zeitungsinterview letzte Woche eine tolerante Haltung gegenüber den Homosexuellen gefordert. Ein Mensch, der seine Aufgabe als Menschenfreund versteht. Welcher Pfarrer macht eine (super besuchte!) anlässich der Fasnacht Narrenmesse in seiner Kirche? Homosexualität und Kirche sind vereinbar! mythengay@bluewin.ch Antworten
Ich wünsche mir, dass Christen auch in der Frage der Homosexualität das Salz in der Gesellschaft sind und diese Entwicklung hinterfragen; dies aber in einem anständigen Ton. Ich wünsche mir, dass Homosexuelle Akzeptanz und Toleranz nicht nur von Gesellschaft und Christen einfordern, sondern auch bereit sind, diese selber zu leben. Auch Menschen gegenüber, welche ihre Ansicht nicht teilen. Antworten
Ich habe die citychurch bisher 3mal besucht.Was einem dort begegnet,ist LIEBE pur! Sie sagen ehrlich ihre Meinung. Dieses Recht hat jeder in der Schweiz ,ob Christ, Hindu, homo, hetero oder was auch immer.Aufgrund von Wortfetzen eines Vortrags eine Gruppe öffentlich schlecht zu machen ist mehr als fragwürdig.Ich werde wieder hingehen,und mir selber ein Bild davon machen, wie diese Christen denken! Antworten
Ja, lernen wir beten! Schauen wir auf Jesus und er lernt uns darin. Beten heisst auch segnen und das machen wir: Für die Regierung, für das Land, für die Bewohner. Lieben wird heute leider oft mit Sexualität und Lust gleichgestellt, da lohnt es sich, sich auseinander zu setzen. Bin ich auch bereit Verantwortung zu übernehmen - für mein Handeln und Leben? Ja, ich bin es! Antworten
Ich habe viele schwule Freunde, die ich wirklich sehr mag. Ich würde sie nie verurteilen oder ihnen respektlos begegnen. Auch wenn ich die Sache nicht gutheisse. Jeder Mensch ist frei zu denken und zu tun, was er will. So auch die city church, zu der ich gehöre. Wir beten. Ohne Waffen, Hasspredigten oder Demos. Wenn sich jemand dadurch bedroht fühlt, dann weiss er immerhin wie stark Gebet ist! :-) Antworten
Es erstaunt mich immer wieder, wie heftig die Reaktionen auf Christen ausfallen (wie man auch hier sehen kann), die sich trauen zu dem, was sie glauben zu stehen und es auszusprechen. Interessant auch die Kraft, die man offensichtlich dem Gebet beimisst, wenn man es als Angriff empfindet. Jeder ist frei, seine Ansicht zu Äussern, für oder gegen etwas zu beten, Gott weiss schon, worauf er reagiert! Antworten
Der Artikel zeigt leider nicht korrekt auf, was genau die Beweggründe konkret in der City Church sind. Sie lieben die Menschen, so viel ist sicher. Aber die Sache (Euro Pride) setzt falsche Massstäbe. Gerade weil in den christlichen Kreisen die Menschen geliebt werden wird für sie gebetet. Homosexuelle Menschen sind von Gott genau so geliebt wie Heteros, dessen ist sich die City Church bewusst. Antworten
Jeder Mensch soll das gleiche Recht haben also auch die Schwulen und die Lesben. Die Liebe ist das Wichtigste und für die Menschheit viel besser als die Schlampereien, welche hinter den Kirchenmauern passieren und welche unsere Politiker veranstalten (Pädophilie und UBS) Antworten
Zitat aus Lukas, Kap. 6, Vers 37: "Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. " Zitat aus Johannes, Kap. 8, Vers 7: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie." Es ist schon erstaunlich, wie sogenannte Christen ihre eigene Bibel missachten und offenbar das Gefühl haben, dass sie so perfekt sind, dass sie Leute, die nicht ihren Weg beschreiten, beschmutzen. Antworten
Wenigstens versuchen sie nur gegen die Parade anzubeten, einige ihrer Glaubensbrüder waren deutlich weniger zurückhaltend und drohten in Luzern mit dem Abfackeln von Linienbussen, sollten diese mit atheistischer Werbung ausgestattet werden. Doch egal ob Gewaltandrohung oder blosses Beten für Prüderie: Beides zeigt, wie richtig die Freidenker mit ihrer Forderung www.geniess-das-leben.ch liegen. Antworten
Denn so hat Gott die Welt geliebt,dass er seinen eingeborenen Sohn gab,damit jeder der an ihn glaubt,nicht verloren geht,sondern ewiges Leben hat. Joh.3,16 Ich bin überzeugt,dass die Menschen in der City Church ein aufrichtiges Herz haben und sie sich mit ganzem Einsatz für das Gute hingeben.Gott liebt jeden Menschen und sehnt sich von ganzem Herzen nach den verlorenen Söhnen und Töchtern. Antworten
Ich habe selber immer wieder zu diesem Thema rechechiert und auch einige dieser Kirchen besucht; was mir dort nie begenet ist ist Ablehnung, obwohl meine Orientierung klar ist. Die bliblisch fundierten berufen sich auf das Wort, verurteilen den "Geist", aber nicht die Menschen, zumindest habe ich das so erlebt.Schade,ist der Artikel ein kurzer, üblicher Abriss dieses Themas.ViviannMahler Antworten
Wissen denn die Christlich Konservativen nicht, was LIEBE ist? Gibt's denn für sie nur die eine Form von Liebe? Also, das verstehe ich nun überhaupt nicht. Wieso haben die denn so Angst vor dem Leben? Wieso leiden die so sehr? Kann mir das mal jemand erklären? Dieser Glaube kann doch nicht aus dem Herzen kommen. Es schaudert mich zu tiefst. Antworten
Ist es nicht so, dass wir schwulen niemals eine Hetzjagd gegen die Heteros veranstalen würden? Im Gegenteil. Schaut mal was die Welt mit "uns" für schöne und interessante Aspekte hat? Es wäre sonst total fade für dieses Heteros, die immer noch das Gefühl haben, die Welt für sich alleine gepachtet zu haben. Es geht hier lediglich um Männer- Frauenliebe. Also um Liebe! Einfach Liebe! Antworten
lasst die leute leben. die haben genau so ein recht, dass zu tun was sie wollen. mich persönlich stört es überhaupt nicht, wer mit wem und warum sich zusammentun, so ist das leben. seit doch endlich einmal etwas weltoffener und schaut mit offenen augen in die welt hinaus. Antworten
@M. Stöckli: Auch wenn ich persönlich keine überschweifenden gays 'brauche', so kann/soll dies gleich sein dürfen, zumal gewaltbereite Rowdies mit ihrem 'Umzug' vor und nach Fussballspielen wirklichen Schaden an der Gesellschaft verursachen. Und zu Ihrer Info: Gott hat den meisten Regen wohl vornehmlich für 'Löscheinsätze' anlässlich der menschenverachtenden & blasphemischen Kreuzzüge verwendet! Antworten
"Unreinheit" und "perverses Denken"? Und wie nennt man denn in christlich-konservativen Vereinen "Holocaust - Leugnung" oder "Pädophilie", beides mit erschreckendem Ausmass gerade durch sogenannte "Kirchvertreter" selbst begangen? Etwa Kavaliersdelikt? Wie schon bereits kommentiert; macht erst mal eure Hausaufgaben, und zwar gründlich!!! Antworten
Ich bin schwul...und ich liebe meinen langjährigen Lebenspartner von ganzem Herzen und mit meiner ganzen Seele und ich bin Gott unendlich dankbar dafür, dass ich meinen Mann kennen und lieben lernen durfte. Wir führen eine erfüllte, monogame Beziehung und wir freuen uns mit unseren verwandten Menschen in wenigen Monaten ein grosses Fest und das Leben als solches feiern zu dürfen. Antworten
Kürzlich Besuch gehabt von einer Variante des religiösen Fundamentalismus. Sie haben ein Traktätchen (mit dem Turm) zurückgelassen, darin ich gegen meine Gewohnheit gelesen habe. Höchst manipulativ das Ganze. Die Krönung folgender Satz: Vertrau mit ganzem Herzen auf Gott und und nicht auf den eigenen Verstand, Sprüche 3:5,6. Was ist da auf Grundlage dieses «Buches» anderes zu erwarten? Antworten
Wir Gays sind wohl viel mehr, und vor allem EHRLICHER, Familie, als so viele religiöse Fanatiker. Ich kennen keinen einzigen Fall in der CH, wo ein Schwuler seinen Lebenspartner mit dem Sturmgewehr niedergestreckt und ermordet hatte. Hetifamilien tun das schon fast mit beängstigter Regelmässigkeit. Kümmert Euch um Eure Probleme und keiner will das IHR Fanatiker dabei seid, wenn wir uns LIEBEN Antworten
man fühlt sich versetzt in den evangelikalen diskurs anfangs 90er jahre... die frommen freaks & fundis haben seither einfach gar nix gelernt und hetzen weiter gegen den demokratisch legitimierten freiraum unserer "registrierten" lebensbeziehungen... wenn's sie's bis heute nicht gelernt haben, werden sie's nimmer lernen - darum: NICHT EINMAL IGNORIEREN welche geistliche gülle da verspritzt wird! Antworten
Ich bin Christ und der Meinung, dass man auch als Schwuler Mann eine lustvolle Sexualität leben soll. Die Retorik dieser religösen Fundamentalisten erschreckt mich und erinnert stark an die Propaganda der Natoinalsozialisten im Dritten Reich, wo der jüdischen Bevölkerung Ähnliches zur Last gelegt wurde. Gerade solche Aussagen machen einen Euro Pride notwendig. Antworten




Alfred Müller
Wen erstaunt es, das sich immer noch Menschen empören über Homos, nehmen sie die Berechtigung dafür doch aus einem zum Teil 2000 Jahre und mehr alten Mythos. Für mich ist das alles Aberglaube, wie auch Islam und Hinduismus. Homosexualität wird es immer geben, und die ewigestrigen können noch so beten, ändern wird sich gar nichts .Diese Menschen sollten die gleiche Energie dazu verwenden, gutes z Antworten