Bewaffnete Ladenbesitzer: Rechtslage ist vertrackt

Ob es legal ist, eine Waffe hinter der Ladentheke aufzubewahren, müsste von Fall zu Fall ein Richter entscheiden. Doch dieser kommt erst zum Zug, wenn es zu spät ist.

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Pfeffersprays gehören zur Standardausrüstung von Ladenbesitzern im Langstrassenquartier. Doch gegenüber Tagesanzeiger.ch gaben nun mehrere Gewerbetreibende an, auch Schusswaffen hinter der Theke aufzubewahren. «Das ist absolut nicht in unserem Sinn und vergrössert nur das Risiko, dass jemand verletzt oder gar getötet wird», sagt Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei dazu. Doch die Polizei kann kaum etwas dagegen unternehmen, denn sie darf nicht ohne Grund hinter Ladentheken blicken. Kontrollen sind nur dann möglich, wenn ein Verdacht oder ein Delikt vorliegt. Wie viele Schusswaffen oder andere gefährliche Gegenstände sich unter Ladentheken in den Kreisen 4 und 5 verborgen sind, lässt sich also nur vermuten.

Nicht ganz öffentlich, nicht ganz privat

Ob eine Pistole unter der Ladentheke nun legal ist oder nicht, lässt sich laut Cortesi nicht einfach beantworten (siehe Box). Denn mit einem Waffenerwerbsschein darf der Besitzer seine Waffe lediglich im privaten Bereich auf sich tragen, nicht aber im öffentlichen. Dafür wäre ein Waffentrageschein nötig, wie ihn nur Polizisten und einige wenige Sicherheitsmänner bekommen. «Ein Einkaufsgeschäft ist grundsätzlich ein öffentlicher Bereich. Der Tresen hingegen kann als privater Bereich angesehen werden, wenn er für die Kunden nicht zugänglich ist», so Cortesi.

Ob der Tresen eines bestimmten Ladens nun aber privat genug ist, um darunter eine Waffe aufzubewahren, müsste ein Richter von Fall zu Fall beurteilten. Dieser tritt nur in Erscheinung, wenn ein Delikt vorliegt – dann ist es häufig bereits zu spät. Entsprechende Vorbeurteilungen der Polizei gibt es gemäss Cortesi nicht: «Wir empfehlen, grundsätzlich keine Waffen im öffentlichen Bereichen zu haben.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.09.2008, 15:02 Uhr

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