Big-Brother-Methoden gegen Dealer
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Seit Neustem linsen die Kameras nicht nur von Häuserfassaden auf die Passanten in den Strassen Zürichs. In den vergangenen Monaten wurde das Treiben im Zürcher Langstrassenquartier offenbar auch durch die Fenster der Einkaufsläden gefilmt. Laut einem Bericht im «Blick» haben Zürcher Beamte bei Laden- und Bürobesitzern angefragt, ob sie einen Schlüssel zu den Räumlichkeiten haben könnten, damit sie die Vorgänge auf der Strasse durch die Scheiben filmen können. «Die Polizei hat einen Schlüssel von meinem Geschäft», sagt die Chefin eines Schuhladens gegenüber dem Blick, «die Beamten wollten nachts filmen.»
Videoüberwachung wie an der Euro 08 gibt es nicht
Bei der Stadtpolizei Zürich wollte man diese Aussagen weder bestätigen noch dementieren. Wir geben keinerlei Auskünfte über unser ermittlungstaktisches Vorgehen, so Pressesprecherin Judith Hödl zu Tagesanzeiger.ch. Sie bestätigte einzig, dass eine Videoüberwachung auf öffentlichem Grund, wie es sie während der Euro 08 gab, sicher nicht gäbe und auch nicht geplant sei.
Sollte die Polizei tatsächlich Dealer beim Handel mit Drogen filmen, könnte sie das Bildmaterial in einem Verfahren wohl kaum nutzen. Für derlei Aufnahmen braucht es gemäss Strafprozessordnung eine Bewilligung. Liegt diese allerdings vor, könne die Polizei bei konkreten Ermittlungen auch auf das technische Mittel der Videoüberwachung zurückgreifen, so der Zürcher Datenschutzbeauftragte Bruno Baeriswyl. (tif)
Erstellt: 14.10.2008, 13:13 Uhr



