Blatter will ein Fussballmuseum beim Zürcher Zoo

Die Fifa möchte an ihrem Hauptsitz ein Museum für Fussballfans einrichten. Kostenpunkt: 180 Millionen. Nur die Lokalpolitiker müssen noch Ja sagen.

Zukunftspläne: Zwei Drittel der Fläche sollen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Zukunftspläne: Zwei Drittel der Fläche sollen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Bild: www.fifa.com

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Fifa-Präsident Sepp Blatter hat beim Zoo Zürich Grosses vor: Auf dem Grundstück der heutigen Residenz plant er ein Fussballmuseum. «Es ist Zeit, dass auch der Weltfussball seinen Millionen von Fans eine Begegnungsstätte bietet», wird Sepp Blatter in einer Medienmitteilung des Weltfussverbandes Fifa von gestern Mittwochabend zitiert.

Sein Projekt möchte sich an den erfolgreichen Fussballmuseen von Real Madrid oder Manchester United messen. Das Museum soll von 3-D-Animationen, interaktiven Games, Fussabdrücken der Stars, Trikots und Trophäen leben. Und obendrein von jenen Fussballikonen, die im Fifa-Haus ein und aus gehen – wie zum Beispiel gestern Johann Cruyff.

Sie sollen künftig im Museum für die Fans mit Autogrammstunden gleichsam fassbar werden. Die Begegnungsstätte bietet den Besuchern zudem eine Cafeteria und eine Kinderkrippe. Zwei Drittel der gesamten Nutzfläche soll der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Mit dem Ergänzungsbau schafft die Fifa zusätzliche Arbeitsplätze, die Zahl wird sich von zurzeit 380 Mitarbeitenden auf maximal 500 erhöhen.

Corine Mauch freut sich

Blatter will das Vorhaben als ein klares Bekenntnis der Fifa zum Standort Zürich verstanden wissen, wie er in der Mitteilung bekräftigt. Rund 180 Millionen Franken kostet der Erweiterungsbau, das Exekutivkomitee der Fifa hat das Geld bereits gesprochen. Der Neubau samt Innenhof wird – neben dem Hauptgebäude – unterirdisch angelegt und mit Oberlicht versorgt. Architektin ist Tilla Theus. Sie hat bereits den monolithischen Gebäudekörper des jetzigen Operations-Centers entworfen. Die Bündnerin projektierte in Zürich unter anderem die Rathauswache am Limmatquai und das Altstadt-Hotel Widder am Rennweg.

Vor gut einer Woche hat die Fifa den Zürcher Stadtrat über die jüngsten Pläne ins Bild gesetzt. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) und mit ihr das ganze Gremium begrüssen das «spannende und innovative Projekt», ist aus dem Präsidialdepartement zu vernehmen. Der Stadtrat freue sich, dass der Weltverband am Zürichberg neuerlich investiere und dass die Zusammenarbeit mit diesem Bauvorhaben eine Fortsetzung finde.

Um das Fussballmuseum zu verwirklichen, wird die Fifa auf den Goodwill der Lokalpolitiker angewiesen sein. Für die Erweiterung ist ein privater Gestaltungsplan vonnöten, den das Stadtparlament zu beschliessen hat. Wird das behördliche Prozedere zügig vorangetrieben, könnte die Fifa ihr Fussball- museum im allerbesten Fall im Jahr 2015 einweihen. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 19.04.2012, 09:13 Uhr)

Artikel zum Thema

Fifa will keinen Hardturm mit Stehplätzen

Der Weltfussballverband wollte sich mit 20 Millionen Franken am neuen Stadion auf dem Hardturm beteiligen. Werden jedoch die geplanten Stehplätze gebaut, droht die Fifa, den Geldhahn zuzudrehen. Mehr...

«Sepp Blatter hat mir grünes Licht gegeben»

Walter Gagg ist der neue Hoffnungsträger von Xamax. Im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt der technische Direktor der Fifa, wie er den konkursiten Klub wieder in die Super League zurückführen will. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

TA Marktplatz

Werbung

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Monsun: Kinder suchen Schutz unter einem Baum während eines Regenfalls in Neu-Dehli, Indien (26. Juli 2016).
(Bild: Adnan Abidi) Mehr...