«Blöde Sprüche über meine Gesundheit verletzen mich»

Von Silvio Temperli. Aktualisiert am 12.01.2010 46 Kommentare

SVP-Stadtratskandidat Mauro Tuena leidet an Diabetes und hat jetzt die Schweinegrippe. Er ärgert sich über eine Aussage des Freisinnigen Urs Egger.

«Ich bin weiss Gott kein Drückeberger»: SVP-Stadtratskandidat Mauro Tuena.

«Ich bin weiss Gott kein Drückeberger»: SVP-Stadtratskandidat Mauro Tuena. (Bild: Keystone)

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Herr Tuena, wie geht es Ihnen?
Von Tag zu Tag besser, ich habe im Moment kein Fieber mehr, aber immer noch extrem Mühe mit Atmen und leide unter starkem Husten. Ansteckend bin ich nicht mehr. Weil sich eine Lungenentzündung anbahnt, muss ich Antibiotika einnehmen.

Sie sind an der Schweinegrippe erkrankt. Als Diabetiker gehören Sie zur Risikogruppe. Blieb bei Ihnen die Impfung wirkungslos?
Ich muss gestehen: Ich liess mich gegen die Schweinegrippe nicht impfen. Ich habe das in der ganzen Hektik des beruflichen und politischen Alltags versäumt. Das war sicherlich ein Fehler. Da bin ich selber schuld. Ich bin nur gegen die saisonale Grippe geimpft.

Hatten Sie vergessen, dass eine Diabetikerin in Winterthur an der Schweinegrippe gestorben ist?
Erst als ich am Sonntag vor einer Woche mit nahezu 40 Grad Fieber erwachte und dann notfallmässig ins Waidspital ging, kam mir dieser Todesfall in den Sinn. Und ich hatte grosse Angst. Nach der Einnahme von Tamiflu ging das Fieber zügig zurück.

Wie gross schätzen Sie den Nachteil ein, derzeit im Wahlkampf nicht präsent zu sein?
Es ist schon ein grosser Nachteil und ärgert mich ungemein. Und nervt mich umso mehr, wenn ich mir von einem freisinnigen Stadtratskandidaten blöde Sprüche über meine Gesundheit gefallen lassen muss. Ich erinnere mich, als Monika Stocker und später Martin Waser krank waren, da habe ich immer gesagt: Darüber scherzt man nicht. Ich habe beiden auch sofort gute Besserung gewünscht.

Sie sprechen die Aussage des FDP-Stadtratskandidaten Urs Egger an. Er sagte im Rahmen eines Wahlpodiums am Wochenende, an dem Sie wegen der Schweinegrippe fehlten: «Da zeigt es sich wieder einmal, wer die widerstandsfähigeren Bürgerlichen sind.»
Dieser blöde Spruch hat mich sehr verletzt und enttäuscht. Ich habe seit vier Jahren letzte Woche erstmals im Parlament krankheitshalber gefehlt. Ich bin weiss Gott kein Drückeberger.

Sie können den Wahlkampf aus dem Krankenbett nur via Medien verfolgen. Wie wirkt er auf Sie?
Die Kandidaten gehen ruppiger miteinander um als früher. Dazu trägt auch die SVP bei. Ich teile ja selber auch aus, ich kann aber auch einstecken – bei politischen Themen. Aber nicht, wenn es um die Gesundheit geht, wie das Urs Egger gemacht hat. Das finde ich deplatziert und daneben. Ich hoffe, dass er nie krank wird.

Ihr Parteikollege Karl Zweifel, der Gesundheitsvorsteher werden will, ist ebenso mit einem Spruch in die Schlagzeilen geraten. Er sagte, im Mittelalter seien «Verräterinnen wie Eveline Widmer-Schlumpf gevierteilt» worden.
Das ist eine Aussage von Herrn Zweifel. Sie wurde aus einem ganzen Referat in einem Zusammenhang einfach herausgenommen.

Wann greifen Sie wieder in die Stadtpolitik ein?
Wenn immer möglich, gehe ich morgen Mittwoch in den Gemeinderat. Schliesslich steht die allgemeine Polizeiverordnung zur Debatte. Das ist mein Thema.

Welche Themen setzen Sie an Wahlpodien, wenn Sie wieder fit sind?
Ich bleibe bei dem, was ich schon immer sagte: Zürich muss sicherer werden, wir müssen vor allem die Gewalt unter Jugendlichen im Ausgang stärker bekämpfen. Auch die Sozialpolitik werde ich wieder aufs Tapet bringen. Ich denke vor allem an den Missbrauch der Sozialhilfe.

Und welcher kulinarische Akzent ist von der SVP zu erwarten?
Wir lancieren sicher kein Bier, wie es die SP und die FDP getan haben. Wir werden Traubenzucker verteilen. Das gibt den Menschen, gerade bei diesen Temperaturen, die zurzeit dringend benötigte Energie.

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Erstellt: 12.01.2010, 04:00 Uhr

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46 Kommentare

Stefan Meier

12.01.2010, 18:06 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die SVP ist von allen Parteien mit Abstand die Aggresivste gegenüber dem politischen Gegner. Da wird der politische Gegner aufs übelste beleidigt. Siehe Widmer-Schlumpf oder Schmid. Da ist insbesondere Herr Tuena einer der übelsten SVP-Scharfmacher. Wehe aber, einer gibt in der gleichen Schärfe zurück. Dann spielt man sofort die empörte, beleidigte Leberwurst. Herr Tuena, sie sind peinlich! Antworten


Igor Neuffer

12.01.2010, 19:51 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Und, liebe SVPler. Tut jetzt nicht so betroffen und entrüstet. Erstens geht es dem Mauro wohl wieder viel besser. Interviews kann er ja wieder prima geben streut ja auch wieder munter Spitzen. Tit for tat, gelle. Antworten



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