Botellón: Der Alkohol floss in Strömen

Über tausend Jugendliche und junge Erwachsene haben sich auf der Blatterwiese zum ersten Zürcher Botellón getroffen. Der Anlass ist weitgehend friedlich verlaufen.

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Gegen 21 Uhr, dem «offiziellen» Beginn des Botellón, waren rund 400 bis 500 Jugendliche auf der Wiese am See. Doch mit jedem Tram, das bei der Haltestelle Höschgasse anhielt, strömten weitere Menschenmassen zur Blatterwiese beim Chinagarten - bewaffnet mit Kartons, Tragtaschen und Einkaufswagen voller Bierdosen, Weinflaschen und harten Spirituosen.

Auch entlang der Seepromenade kamen die Jugendlichen in Scharen zum öffentlichen Besäufnis. «Jetzt gehts los», so lautete der Schlachtruf, der in den Trams ab Bellevue und auf den Strasse rings um die Blatterwiese immer und überall zu hören war. Bis Redaktionsschluss gegen 23 Uhr waren rund tausend Personen anwesend, schätzte ein Sprecher der Stadtpolizei.

Die grosse Mehrheit der Teilnehmer waren männlich, aber auch überraschend viele Mädchen und junge Frauen trafen sich zum Massenbesäufnis.

Mitten auf der Blatterwiese stand unter einem Sonnenschirm eine Lautsprecherbox, und laute Musik dröhnte daraus. Um die Anlage herum wurde getanzt, gekifft und gesoffen. Überall auf der Wiese waren Wolldecken ausgebreitet. Dort sassen die Jugendlichen zusammen, prosteten sich zu und waren in ausgelassener Stimmung. Eigentliche Aktivitäten gab es am Anlass nicht. Die jungen Leute standen lediglich in der Dunkelheit herum, lachten, grölten und tranken. Die Stimmung war im Allgemeinen fröhlich und friedlich.

Buhrufe gegen Maurer

Bei der Musikbox, wo sich der «harte Kern» der Botellón-Teilnehmer versammelt hatte, war die Stimmung aggressiver. Immer wieder waren Rufe und Flüche gegen die Medien und SP-Stadträtin Esther Maurer zu hören. Mit ihrer provokativen Aussage vom «kranken Hirn» war sie die Buhfrau des Abends. Auf einem Plakat, das beim Chinagarten angeklebt war, stand: «Hirn oder krank?»

Mit zunehmendem Alkoholkonsum ist es laut Stadtpolizei zu einzelnen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei sei durch den Anlass aber nur geringfügig zusätzlich belastet worden. Einzelne Personen hätten von der Sanität behandelt werden müssen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.08.2008, 11:51 Uhr

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