Bücher bauen Brücken zwischen Generationen

Mit einem Büchertauschtag hat die Stiftung Alterswohnen Albisrieden am Samstag Kontakt zu ihren Nachbarn gesucht.

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So überblickbar, wie man zunächst hätte meinen können, war die Büchertauschbörse im Innenhof der Stauffacherstrasse 220 nicht. Bei genauerem Hinsehen fanden sich auch in entfernten Winkeln noch Bücher am Boden, die alle gratis mitgenommen werden durften. Eines aber war auf den ersten Blick zu erkennen: Die raren Plätzchen im Hof, wo die Sonne hinkam, nicht aber die Bise, gehörten den Senioren der Stiftung Alterswohnen in Albisrieden.

«UdSSR: Land und Leute»

Die Stiftung, die nebst vier Pflegewohnungen in Albisrieden auch eine Wohngruppe in der Genossenschaftssiedlung an der Stauffacherstrasse betreut, hatte die Bücherbörse organisiert. Ein kleines Festzelt war aufgestellt, es gab Lasagne die Senioren, die hier in der betreuten Wohngruppe «Oasi» leben, sind alle italienischer oder spanischer Herkunft. Im Hof treffen sie auf die Kinder aus der Siedlung, die flüchtig die ausgelegten Kinderbücher durchsehen, auf Studenten, die hier wohnen, auf Flaneure, die zufällig den Weg in den Hof gefunden haben und einige Bücher mitnehmen.

Dass die Stiftung Alterswohnen in Albisrieden bereits zum zweiten Mal eine Bücherbörse veranstaltete, um sich gegen aussen zu präsentieren, ist kein Zufall. «Bücher sind nicht nur etwas sehr Persönliches, sie verkörpern auch Tradition und können eine Brücke zwischen Generationen herstellen», erklärte Geschäftsleiterin Liset Lämmler.

Einigen der ausgelegten Büchern sah man gut an, dass sie schon ein oder zwei Generationen hinter sich hatten, und es schien doch fraglich, ob die jüngere Generation sich noch für das Kinderbuch mit dem Titel «s`Vroneli» oder den zweifach vorhandenen Bildband «UdSSR: Land und Leute» interessiert. Aber Durchblättern lohnte sich auch bei diesen Exemplaren, und eine echte Trouvaille war für fast alle dabei. Als die Lasagne langsam zur Neige ging, lag neben jedem leeren Teller ein Buch, das sich jemand ausgesucht hatte.

Vorlesen gehört zum Alltag

Das «improvisierte Festchen», wie Liset Lämmler ihre Bücherbörse nannte, ist auch deshalb wertvoll, weil in den betreuten Seniorengruppen der Stiftung oft vor dem Schlafengehen noch etwas vorgelesen wird. «Einige der Betreuerinnen lesen gerne Gedichte vor, andere lieber Witze. Die Senioren haben an beidem grosse Freude», sagte Lämmler.

Beim Einpacken der liegen gebliebenen Bücher haben die Betreuerinnen deshalb selber noch nach einem erbaulichen oder heiteren Bändchen Ausschau gehalten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.09.2008, 22:53 Uhr

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