Café Aquarium hat Kampf gegen die Schliessung verloren

Nach 50 Jahren naht das Ende des Cafés Aquarium - ein Laden und Wohnungen verdrängen die Zürcher Institution sowie einen Juwelier am Limmatquai 104.Monica Müller

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Fast drei Jahre haben die Pächter der Liegenschaft Limmatquai 104 mit der Immobilien-Aktiengesellschaft Doso verhandelt und gerangelt - umsonst. Bis frühestens März 2009 und spätestens März 2010 müssen das Café Aquarium und der Juwelier Fancy ausziehen. Im Schreiben der Schlichtungsbehörde heisst es: «Jede weitere Mieterstreckung ist ausgeschlossen.»

Für den Geschäftsführer des Café Aquarium, Nino di Jorio, ist die Kündigung unbegreiflich: «Das Aquarium ist eine Institution, es gehört zum Limmatquai wie das Grand Café.» Er habe auch 80-jährige Gäste, die immer wieder auf ein Glacé vorbeikommen, weil sie im Aquarium ihr erstes Date hatten. Di Jorio vermutet, der Besitzerin seien die Investitionen in Küche und Lüftung des 50-jährigen Cafés zu teuer geworden. «Aber das Limmatquai identifiziert sich mit Touristen, es braucht hier nicht mehr Wohnungen.» Auch Christian Brugger, Inhaber des Teddy’s Souvenir-Shop und Vorstandsmitglied der Geschäftsvereinigung Limmatquai-Dörfli, bedauert das angekündigte Ende des Cafés Aquarium: «Damit geht ein Pfeiler des unteren Limmatquais verloren.»

Widerstand entnervt aufgegeben

Der Besitzer des Juweliergeschäfts Fancy im Parterre, Mischa Boyacian, wäre gewillt gewesen, doppelt so viel Miete zu zahlen und selbst in den Umbau zu investieren, um im 125-jährigen Lokal bleiben zu können. Jetzt hat er aufgegeben: «Ich habe alles probiert, jetzt bin ich nervlich kaputt.»

Laut Baugesuch sind in der Liegenschaft am Limmatquai 104 ein Laden und Wohnungen geplant. Bei der Immobilien-Aktiengesellschaft Doso war gestern niemand erreichbar, der die Pläne genauer hätte erläutern können. Anders wird die Fassade aber auf jeden Fall aussehen. Laut Urs Spinner, dem Sprecher des Hochbaudepartements, muss die Verglasung der Terrasse entfernt werden, da diese nie bewilligt worden war. Aus den 1954 erlaubten Sonnenstoren mit Glasschutz sei über die Jahre ein voll geheiztes weiteres Nutzungsgeschoss entstanden. Weil dieses mit der Sanierung wegfalle, wolle die Vermieterin aufstocken. Ob das erlaubt ist, muss der Stadtrat entscheiden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.08.2008, 08:23 Uhr

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