Corine Mauchs Tritt ins Fettnäpfchen

Die Stadtpräsidentin sprach an einem Gedenkanlass für die Schauspielerin Maria Becker. Zürich verzeihe der Künstlerin ihre Wohnorte, sagte Mauch – und blamierte sich damit gehörig.

Ihr Redenschreiber hat gepfuscht: Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Ihr Redenschreiber hat gepfuscht: Stadtpräsidentin Corine Mauch. Bild: Keystone

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Nicht, dass Maria Becker einen Flickflack geschlagen hätte, doch aufgestanden wäre sie und hätte der Stadtpräsidentin mit ihrer schmetternden Stimme die Meinung gesagt, nach deren Rede. Vergangenen Sonntag fand im Rahmen einer Matinee im Zürcher Schauspielhaus ein Gedenkanlass für die im September 2012 verstorbene Schauspiellegende Maria Becker statt.

Neben Rednern wie Schriftsteller Adolf Muschg, Schauspieler Helmut Vogel oder Schauspielerin Graziella Rossi wandte sich auch Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) an die Gäste.

In ihrer Rede sprach sie davon, dass die Stadt der Frau Becker verzeihe, zwar in Uster und Zollikon, doch nie in Zürich selbst gelebt zu haben. Mit jener falschen Aussage trat Mauch in ein Fettnäpfchen – nicht das erste Mal, dürften ihre Kritiker anfügen.

Letzte Jahre in Uster

Fakt ist: Maria Becker flüchtete 1938 als junge Schauspielerin mit jüdischen Wurzeln vor dem Dritten Reich via Wien nach Zürich. Auf der Pfauenbühne wollte sie sich anfänglich höchstens ein Jahr aufhalten. «Zu provinziell, zu spiessig» erschien ihr Zürich. Doch sie blieb länger und kaufte sich 1956 ein Haus an der Zollikerstrasse in Riesbach im Kreis 8, wo sie während Jahrzehnten lebte. Die letzten Monate ihres bewegten Lebens verbrachte die Grande Dame des Theaters in Uster.

Mauchs Fehltritt gründet wohl auf einer mangelhaften Recherche ihres Redenschreibers. Sie mag für die Stadtpräsidentin insofern unglücklich erscheinen, als dass sie bei ihren öffentlichen Auftritten nach anfänglich stark kritisierten Hängern zunehmend an Format gewann. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.01.2013, 10:29 Uhr

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