Daniel Leupi nervt Armeefreunde mit «deplatzierten» Sprüchen
Von Stefan Häne. Aktualisiert am 30.01.2012 107 Kommentare
Keine Abschiedsfeier für Zivildienstleistende
Zivildienstleistende kommen nach ihrem letzten Arbeitstag im Dienst der Allgemeinheit nicht in den Genuss einer Abschiedsfeier. Sie erhalten lediglich ein Schreiben mit der Bestätigung, dass sie ihren Dienst absolviert haben. Der Grüne Kantonsrat Andreas Wolf (Dietikon) ortet hier eine «Ungleichbehandlung». In einer kürzlich eingereichten Anfrage will er wissen, ob der Regierungsrat bereit ist, auch Zivildienstleistende «angemessen zu würdigen und feierlich aus dem Dienst zu entlassen». Oder aber umgekehrt die Abschiedsfeier für Soldaten abzuschaffen. (sth)
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Wer seinen Armeedienst absolviert habe und feierlich abtrete, habe «besseres verdient, als auf den Arm genommen zu werden» – zumal von Politikern, die «innerlich die Armee ablehnen». Dies schreibt die militärfreundliche Zeitschrift «Schweizer Soldat» in ihrer neuen Ausgabe.
Auslöser für die Kritik ist eine Rede von Zürichs Polizeivorsteher Daniel Leupi. Im vergangenen November verabschiedete der grüne Politiker in Dübendorf mehrere Hundert Wehrmänner aus der Stadt Zürich. Seine Rede sei zum «Rohrkrepierer» verkommen, meldeten Wehrmänner. Leupi habe versucht, sich humorvoll zu geben – erfolglos. Für Irritation sorgte offenbar seine Bemerkung, er habe mehr Haare auf dem Kopf als Armeeminister Ueli Maurer (SVP). Ebenso deplatziert empfanden Soldaten Leupis Bedauern, dass Betty Bossi nicht für die Armee koche.
Über Tonalität erschrocken
Nicht zum ersten Mal eckt Leupi in Armeekreisen an. Bereits 2010 hatten abtretende Soldaten über Leupis Auftritt nur noch den Kopf schütteln können, wie ein damaliger Teilnehmer dem TA sagt. Leupi habe den Eindruck erweckt, die Armee als Institution nicht ernst zu nehmen. Manch einer sei über Leupis Tonalität erschrocken.
Dass Leupi sein Amt nicht mit der nötigen Gewissenhaftigkeit führt – diesen Vorwurf bekam er bereits vor gut einem Jahr zu hören. Im Dezember 2010 unterstellte SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli dem Magistraten eine ungesunde Nähe zu jenen Demonstranten, die während der Kundgebung gegen das Ja zur SVP-Ausschaffungsinitiative in der Zürcher Innenstadt gewütet hatten. Leupi soll gesagt haben, er stünde lieber auf der Seite der Demonstranten. Leupi bestritt dies vehement.
Rede nicht mehr verfügbar
Nun lässt Leupi über seinen Sprecher Reto Casanova ausrichten, es sei nie seine Absicht gewesen, zu provozieren. Casanova räumt aber ein, dass Leupis erste von zwei Reden im letzten Jahr «nicht bei allen Gästen gleich gut angekommen ist». «Humoristische Sequenzen» würden offenbar nicht von allen goutiert. Als Folge einiger Rückmeldungen habe Leupi die Rede für die zweite Feier im letzten November abgeändert. Das vorwiegend handgeschriebene Manuskript, in das der TA Einblick erbat, ist gemäss Casanova nicht mehr verfügbar.
Leupi wird diesen September in Dübendorf abermals eine Rede halten. Er sei kein Armeegegner und pflege einen «vorurteilslosen Blick auf die Armee», verkündet er via seinen Sprecher. Leupi war eigenen Angaben gemäss nie Mitglied der GSoA oder einer anderen armeekritischen Organisation. Der grüne Magistrat hat seine Dienstpflicht vollumfänglich erfüllt, zum grössten Teil als Infanterist. Im Rang war er Gefreiter. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.01.2012, 06:32 Uhr
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107 Kommentare
Die Soldaten haben das Gefühl, sie werden nicht ganz ernst genommen, sie haben das Gefühl auf den Arm genommen zu werden? Das sind doch ganz normale Gefühle für ein Soldat, ich weiss nicht warum sich die Herren über diesen einen Tag Blödsinn beschweren, nachdem sie bereits hunderte Tage Blödsinn ertragen mussten. Antworten

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