Das Eisstadion soll unter die Erde
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 07.02.2012 83 Kommentare
Die Korsgadehallen in Kopenhagen
Die Eisarena
Der Eishockeyclub ZSC Lions und der Volleyballclub Volero Zürich wollen bis zur Saison 2017/18 ein neues Stadion auf dem Areal «Untere Isleren» in Gehdistanz vom Bahnhof Zürich-Altstetten errichten. Die Stadt Zürich stellt ihnen das Land im Baurecht zur Verfügung.
Vorgesehen ist eine Nutzfläche von 29'000 Quadratmetern für den ZSC Lions und von 8400 Quadratmetern für Volero Zürich. Die Investitionskosten belaufen sich auf schätzungsweise 193 Millionen Franken einschliesslich 9 Millionen Reserven. Die Clubs bringen 44 Millionen Franken Eigenkapital ein, 35 Millionen davon vom ZSC. Die Stadt gewährt maximal 149 Millionen als Darlehen zu Selbstkosten.
Eine Refinanzierung sei gemäss Stadtrat Martin Vollenwyder auf 20 Jahre hinaus möglich. Die Steuerzahler würden nicht belastet. Der Finanzvorstand rechnet mit einem strukturellen jährlichen Betriebsdefizit von 4 bis 4,4 Millionen Franken. Von der Stadt sei ein maximaler Beitrag von 2,5 Millionen zu erwarten.
Die Grünliberalen haben Widerstand gegen das Projekt angekündigt. Die Partei stosse sich daran, dass die Stadt mit dem Darlehen als Bank auftrete, schreibt der «Tages-Anzeiger». Voraussetzung für den Stadionbau ist eine Zonenplanänderung. Diese will die GLP nur dann befürworten, wenn sich die finanzielle Beteiligung der Stadt auf die Umplatzierung der 120 Schrebergärten vom Vulkan-Areal ins Dunkelhölzli beschränkt.
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Auf dem Areal «Untere Isleren» in Zürich Altstetten soll eine neue Sportarena für die beiden Clubs ZSC Lions und Voléro Zürich entstehen. Geplant ist ein Eishockey-Stadion für rund 12'000 Zuschauer und eine Volleyball-Arena mit 3000 Plätzen. Am 2. Februar wurde der international ausgeschriebene Architekturwettbewerb gestartet, der vom Amt für Hochbauten der Stadt Zürich organisiert wird (siehe Box). Das Siegerprojekt soll im Januar 2013 bekannt gegeben werden.
Das bisherige Raumprogramm für die neuen Arenen sieht einen mehrgeschossigen Bau mit Tiefgarage vor. Die Familiengärten, die sich derzeit noch auf dem Areal befinden, sollen ins Dunkelhölzli verlegt werden. Doch der Zürcher Gemeinderat Matthias Probst (Grüne) hat einen anderen Vorschlag: Er will das Stadion unter die Erde verlegen, damit die Gärten bleiben können, wo sie sind.
Eisstadion braucht kein Tageslicht
«Ein Eisstadion braucht kein Tageslicht, daher kann man es gut unter die Erde verlegen», sagt er gegenüber Tagesanzeiger.ch. Auf dem Areal solle ein gutes Stadion entstehen, ohne dass die Familiengärten weg müssen, lautet seine Forderung. «Es ist mir absolut ernst damit. Jetzt ist die Gelegenheit, um solche Überlegungen anzustellen und zu prüfen.»
Die Idee für ein solches Stadion unter Tage bekam der grüne Politiker in Kopenhagen. «Dort existiert bereits eine solche Halle, die Korsgadehallen. Es ist eine Mehrzweckhalle in einem Innenhof und funktioniert grossartig.» Probst ist davon überzeugt, dass dies auch in Zürich funktionieren würde. Er hat dem ZSC bereits entsprechende Unterlagen zugeschickt. «Es ist einzig eine Frage des Willens und der Finanzierung. Umsetzbar ist ein solches Projekt sicher», betont er. «Wenn es in den Grundwasserspiegel reichen würde, müsste man eine Wanne darum bauen. Beim Letzigrund hat man ja schliesslich auch in den Boden hinein gebaut und das liegt ja nicht so weit entfernt vom Areal, auf dem die Eishalle entstehen soll.»
Arenen um ein x-faches teurer
Ganz anders sieht Urs Spinner vom Zürcher Hochbaudepartement die Sache. Wegen des Grundwassers könne man gerade mal eine Etage unter Boden bauen. «Das wären zwei kümmerliche Arenen. Und die 12‘000 Fans müssten wohl bei den Komposthaufen zu ihren Plätzen absteigen.» Auch das Stadion Letzigrund sei nur eine Etage tief eingegraben. «Es liegt grösstenteils über Grund und hat keinen Deckel.»
Viel gravierender wären jedoch die hohen Kosten, die ein solches Bauwerk unter der Erde verursachen würde. «Die Arenen würden um ein x-faches teurer», so Spinner. «Wer verlangt, dass das Projekt unter Boden muss, kann es auch gleich beerdigen.» Letztlich müsse aber der Bauherr entscheiden, was gebaut werden soll – und Bauherr sei nicht die Stadt, sondern die ZSC Lions und Voléro Zürich.
Beim ZSC wird Probst Idee verhalten aufgenommen. «Ich kenne den Vorschlag. Er ist recht speziell», sagt Peter Zahner, CEO der ZSC Lions, auf Anfrage. Er könne sich schlicht nicht vorstellen, «dass wir dereinst in einem Stadion Eishockey spielen könnten, auf dem Schrebergärten stehen.» Ob ein solches Projekt möglich wäre, müssten Baufachleute entscheiden. «Ich kann das nicht beurteilen», betont Zahner. «Aber meines Wissens können wir drei Meter in die Tiefe bauen und keinen Meter mehr.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.02.2012, 14:58 Uhr
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83 Kommentare
So eine Schnapsidee. Das Verteidigen von Partikulärinteressen ist offenbar zu einem Volkssport geworden. Noch nicht einmal in die von der Stadt ur Verfügung gestellten Ersatzgärten will man. Nein - da , genau da möchte man jetzt bleiben. Das Land gehört zwar der Stadt, aber wo käme man denn hin, wenn man nicht einmal mehr seinen Willen behaupten kann. Geld spielt natürlich auch keine Rolle. Claro. Antworten
Bevor eine überteuerte Maulwurf-Arena gebaut wird; ist noch niemand auf die Idee gekommen dass zuerst die Schienen unter die Oberfläche gehören?
Mit dem gewonnen Platz könnten die Halle über Tag realisiert werden und die Schrebergemeinde könnte bleiben.
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