Das Kongresshaus soll Kulturhaus werden

Was tun mit dem Kongresshaus in Zürich? Das Komitee, das das neue Kongresszentrum erfolgreich bekämpft hat, schlägt ein Kulturzentrum vor.

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Es hätte Zürichs neuer Trumpf werden sollen im internationalen Städtewettbewerb - das neue Kongresszentrum am See, aus Glas erbaut vom spanischen Stararchitekten Rafael Moneo. Doch das Stimmvolk wollte nicht - zu gross, zu kühl, zu modern, zu teuer war ihnen der 380-Millionen-Franken-Bau, der die Silhouette am See dominiert und das alte Kongresshaus aus der Landizeit dem Bagger ausgeliefert hätte. Das war am 1. Juni. Seither ist es in Zürich still ums Thema Kongresse.

Der Stadtrat wird erst in den nächsten Monaten Überlegungen darüber anstellen, welche Standorte sonst noch in Frage kämen für ein neues Kongresszentrum. Schon etwas weiter sind die Abstimmungssieger - die Freunde des Kongresshauses, die das Werk von Haefeli/Moser/Steiger aus dem Jahr 1939 für eine der wichtigsten Bauten der neueren Schweizer Architektur halten. Sie erarbeiten derzeit ein Konzept für ein Kulturzentrum am See, das massgeschneidert ist für das hochgradig denkmalgeschützte Kongresshaus. Der grosse Saal wird technisch so aufgerüstet, dass darin Ausstellungen und Konzerte vom Jodel bis zum Hardrock stattfinden können. Viel Platz wird der Gastronomie eingeräumt, war doch ein Hauptargument für das neue Kongresszentrum das Dachrestaurant mit herrlichem Blick auf See und Alpen. Deshalb soll der 1985 gebaute Panoramasaal entfernt werden, damit wieder wie vor 50 Jahren auf der grossen Terrasse mit der schönen Aussicht getafelt und gezecht werden kann. Was das alles kostet und ob die Stadt mitmacht, wissen die Initianten noch nicht. Doch sie sind überzeugt, dass die Förderung des Kulturtourismus der Stadt mindestens so viel einbrächte wie der Kongresstourismus.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.08.2008, 12:42 Uhr

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