Das Langstrassenfest stirbt – ohne handfeste Gründe
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 03.02.2012 30 Kommentare
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Die Veranstalter des Langstrassenfests haben in diesem Jahr wenig zu tun. Sie haben den Anlass kurzerhand abgesagt. Den Schritt begründen sie damit, dass die Stadt Forderungen stellt, die das Fest verunmöglichen: «Die Folgen dieser neuen Auflagen würden unweigerlich zu einem deutlichen Qualitätsverlust des Festbetriebs führen», schrieben sie in einer Mitteilung. Die Organisatoren sehen sich nicht in der Lage, die prognostizierten Mehrkosten und Ertragseinbussen zu tragen.
Doch die Stadtpolizei kontert: «Die Auflagen haben sich nur marginal verändert», sagte Medienchef Marco Cortesi gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Die Bühnen in der Langstrassen-Unterführung müssten um 90 Grad gedreht werden, um den Personendurchfluss zu verbessern. Ebenfalls um Staus zu vermeiden, müssen die Stände in der Langstrasse im Reissverschlussverfahren aufgestellt werden.
Wer deswegen keinen Platz findet, kann seinen Stand in der angrenzenden Molkenstrasse betreiben. Grund für die Massnahmen ist die Massenpanik an der Love-Parade 2010 im deutschen Duisburg, bei der 21 Menschen starben. An der Langstrasse kam es bisher nicht zu einem tödlichen Gedränge, doch bei schönem Wetter stehen Zehntausende so dicht aneinander, dass kaum mehr an ein Vorwärtskommen zu denken ist.
«Nicht genug Geld»
Was den Abfall betrifft, braucht es wie vor zwei Jahren ein Konzept. Für die Reinigung des Geländes verlangt Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) laut ERZ-Sprecherin Leta Filli 10 Prozent mehr. Ob dieser Preis zusätzliche Leistungen beinhaltet, konnte Filli nicht sagen. Die Veranstalter seien bei der Wahl des Reinigungsinstituts frei und müssten die Leistungen nicht bei der Stadt einkaufen.
Heute war Erich Burri, OK-Präsident des Langstrassenfestes, nicht erreichbar. Offenbar weilt er in den Ferien. OK-Mitglied Jacques Dreyfus, Präsident des Gewerbevereins Kreis 5, äussert sich auf Anfrage nur allgemein zu den Auflagen der Stadtpolizei: «Wir können unter diesen Umständen nicht genug Geld verdienen.» Ob es an den Mehrkosten für die Reinigung liegt, wollte Dreyfus nicht sagen.
Die Darstellung der Stapo hält er zwar für unvollständig, doch ins Detail gehen wolle er nicht. Ob das OK schlicht keine Lust mehr hat, will Dreyfus nicht kommentieren. Gar keine Stellung nehmen will Beni Graziano, Präsident des Gewerbevereins Kreis 4. Es gebe nicht mehr zu sagen, als in der Medienmitteilung geschrieben sei. Vor zwei Jahren fand das Fest letztmals statt. 210'000 Leute besuchten den Anlass. (ep/bg) (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.02.2012, 14:31 Uhr
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30 Kommentare
Als K4 Bewohner bin ich heilfroh das wir verschont werden von all den Tussis und Spongos aus der Agglo welche sich an diesen Wochenenden jeweils im Quartier die Hucke dichtmachen und nichts als Konsumieren können. Denn was anderes als ein komerzieller Bottelion (kann sich noch wer erinnern) ist das nicht. Antworten

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