Zürich

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Das Treffen der Velo-Konstrukteure

Von Liliane Minor. Aktualisiert am 15.03.2010

In Scharen strömten gestern Velofreaks und Bastler in die Rote Fabrik zum «Teilchenbeschleuniger», einem Markt für gebrauchte Velobauteile. Hauptattraktion war aber die Prämierung von selbst gebauten Rädern.

Besucher bestaunen die selbst gebauten Bikes.

Sophie Stieger

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Manche Menschen scheinen zum Bastler geboren zu sein. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls am Sonntagnachmittag in der Roten Fabrik. Hunderte Velobegeisterte drängen und schieben sich durch die Aktionshalle, die vollgestellt ist mit Tischen. Darauf türmen sich Federgabeln und Räder, Wechsler und Lenker, Reifen und Pedale, Rahmen und Gepäckträger. Viele dieser Teile waren vor einigen Jahren noch Standard, werden heute aber nicht mehr hergestellt und sind dementsprechend gesucht. Wer Glück hat, ergattert eine echte Rarität.

Alles was man sucht

Es wird gefachsimpelt, gefeilscht und gekauft. Wer wollte, fände hier alles Nötige, um sich sein ganz individuelles Velo zusammenzustellen – mitsamt der ganzen Ausrüstung wie Leibchen, Helm und Schuhen.

Die wahren Bastler allerdings sind jene, die ihre selbst gebauten Gefährte zum «Bike Lovers Contest» auf die Bühne schieben. Sie ernten viel Bewunderung. Besucher streichen ehrfürchtig über die polierten Rahmen, betrachten mit fachmännischem Blick die verwendeten Komponenten und diskutieren darüber, welches dieser Velos wohl im Alltag wirklich zum Einsatz kommt.

Ein Velo nur aus Schrott

Einige Gefährte dürften auf der Strasse jedenfalls ziemlich viel Aufsehen erregen. So zum Beispiel das überlange Zweirad, ein sogenannter Cruiser, des 42-jährigen Raphael Bisig. Er hat es aus Alteisen zusammengeschweisst. Der Sattel ist eine abgesägte Metallschaufel, der Rahmen besteht aus rostigen Vierkantprofilen. Die Räder sind mindestens drei- oder viermal so breit wie normale Veloräder. Als Velolicht dient eine alte Armeetaschenfunzel. Bequem sieht das Gefährt nicht gerade aus, aber Raphael Bisig versichert: «Dieses Velo ist mein Alltagsrad.» Es ist nicht das erste Fahrrad, das der Inhaber eines Velogeschäfts selbst gebaut hat: «Mein erstes selbst gebautes Velo war ein glänzender Blingbling-Cruiser, aber der wurde mir geklaut. Deshalb habe ich nun eins aus Schrott gebaut.»

Aufsehen erregend sind auch vier oder fünf weitere Cruiser mit elegant geschwungenen Rahmen und Lenkern. Sie entstanden aus alten Rahmenteilen in einem Velobaukurs an der Kunstgewerbeschule. Eines davon hat Dominique Zürcher gebaut. Die 22-Jährige ist eine der ganz wenigen weiblichen Wettbewerbsteilnehmerinnen. Sie ist eigentlich gelernte Floristin, holt zurzeit aber die Matura nach. «Als ich mich für den Velobaukurs einschrieb, hatte ich null Ahnung von Dingen wie Schweissen und dergleichen», erzählt sie. «Aber dann hat es mich richtig gepackt.» Jetzt ist sie stolze Reiterin eines roten Rades mit dem Namen «Dandy».

Daneben wirkt das Gruselbike von Paul Hilliard schon fast normal. Der 33-jährige kanadische Holzfäller Paul, der nur zu Besuch ist in Zürich, ist ganz offensichtlich ein Fan von Totenköpfen. Auf seinem Pulli prangen Schädel, und auch sein Velo zieren Totenköpfe. Sieben Jahre lang habe er daran gearbeitet, immer wieder Neues angefügt, erzählt er. Einmal waren es Scheinwerfer, dann wieder eine Mini-MP3-Stereoanlage. Jetzt hat er sein Velo eigens nach Zürich in seine Ferien mitgenommen, um es hier zu zeigen. Zu seinem Leidwesen muss Paul dann aber unverrichteter Dinge wieder abziehen: Zum Wettbewerb zugelassen sind nur in der Schweiz fabrizierte Räder.

Mini-Mountainbike siegt

Dafür schafft es Raphael Bisig mit seinem Schrottvelo auf den zweiten Platz, als Einziger mit einem dieser extrem auffälligen Räder. Auf dem ersten Rang landet der 35-jährige Andy Mühlemann mit einem Mountainbike, das kürzer ist und viel kleinere Räder hat als üblich.

Mehr Nachrichten und Hintergründe aus der Stadt Zürich gibt es täglich auf den Regionalseiten im zweiten Bund des Tages-Anzeigers. Schreiben Sie direkt an stadt@tages-anzeiger.ch

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.03.2010, 04:00 Uhr

Zürich

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Schadenspezialist/in komplexe Körperschäden Zurich Insurance Company, Glattbrugg

Verkaufsberater diallon, AG

Callagent/in 40-100% diallon, BS SO BL

Umfrage

Sollen die zehnjährigen Zwillinge von Rolf Erb Schloss Eugensberg behalten dürfen?



AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.