«Das einzige, was blieb, war ein Ehevisum»
Interview: Christoph Landolt. Aktualisiert am 04.07.2011 42 Kommentare
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Quelle:Statistik Stadt Zürich
Marcel Zufferey arbeitet im Ausschaffungsbereich. Er ist seit zehn Jahren mit einer Philippina verheiratet.
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Binationale Ehen werden oft nach fünf Jahren geschieden, wenn der ausländische Partner die Aufenthaltsbewilligung bekommt. Sie sind mit einer Asiatin verheiratet. Haben Sie aufgeatmet, als die fünf Jahre vorbei waren, und Ihre Frau immer noch da war?
Das hat gar nie eine Rolle gespielt bei uns. Meine Frau hatte in den Philippinen einen guten Job, sie war Chef de Service in einem guten Restaurant. Sie wollte gar nicht ins Ausland.
Spielten Geld und der Pass keine Rolle?
Sie sagt nein. Aber selbst wenn, sollte man das meiner Meinung nach moralfrei anschauen. Auch in unserem Kulturkreis spielen materielle Überlegungen eine Rolle. Ich habe gelesen, dass jede zweite deutsche Frau erwartet, dass der Mann die Familie auch alleine ernähren könnte. Die reine Liebesehe, wie man sie bei uns seit dem 19. Jahrhundert kennt, hält nicht unbedingt lange. Ideal ist doch, wenn romantische und materielle Aspekte übereinstimmen.
Ein wichtiger Anreiz für eine länderübergreifende Ehe besteht im Erlangen des Passes. Keine gute Voraussetzung für Glück auf beiden Seiten.
Der Schweizer Pass ist nicht jedem wichtig. Meine Frau und ich, wir kennen uns seit dreizehn Jahren, seit zehn sind wir glücklich verheiratet. Ich habe sie auf einer Asienreise kennengelernt, damals stand mir der Sinn nicht nach einer festen Bindung.
Warum haben Sie trotzdem geheiratet?
Um in der Schweiz zusammensein zu können, mussten wir heiraten. Für meine Frau war es unmöglich, mit einem Touristenvisum in die Schweiz einzureisen. Das einzige, was blieb, war ein Ehevisum. In der Verfassung ist die Ehefreiheit verankert, deshalb darf man mit einem solchen Visum einreisen. Dann müssen Sie allerdings innerhalb von drei Monaten heiraten. Dass in dieser kurzen Zeit andere Paare einen Fehler machen, ist klar. Man müsste mehr Zeit haben, um sich im täglichen Leben kennenlernen zu können. Aber das ist natürlich die Folge dieser restriktiven Politik.
Sie kennen auch die andere Seite. Als Justizbeamter hatten sie diese Politik umzusetzen. Ein innerlicher Spagat?
Im Beruf habe ich erlebt, wie der Staat bei der illegalen Immigration relativ hilflos agiert. Der Kontrast zu dem, was meine Frau und ich erlebt hatten, hätte kaum grösser sein können.
Hilflos?
Es gibt ja Staaten, beispielsweise in Afrika, die sich nicht an internationale Verträge wie zum Beispiel Rückübernahmeabkommen halten.
Welche Rolle spielt die Ehe für Illegale?
Aus Rücksicht auf das Amtsgeheimnis darf ich nicht viel erzählen. Nur so viel: Ich habe gesehen, wie 20-jährige Afrikaner, die ausgeschafft werden sollten, Besuch von dreimal so alten Schweizerinnen erhalten haben. Da kann man sich vorstellen, was für Überlegungen dahinter stehen. Das von der Verfassung garantierte Recht auf Ehe gilt für alle Schweizer Bürger. Ein Ausländer bekommt eine Aufenthaltsbewilligung, wenn er eine Schweizerin heiratet.
Sie auf der anderen Seite wollten ganz normal heiraten und mussten dafür einen rechtlichen Spiessrutenlauf absolvieren. Ärgert Sie das?
Mir scheint, dass auch das Gesetz den Weg des geringsten Widerstands geht. Der Staat hat mehr Möglichkeiten, einer heiratswilligen Frau, die im Ausland lebt, Steine in den Weg zu legen, deshalb greift er bei ihr umso härter durch. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.07.2011, 13:52 Uhr
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42 Kommentare
Warum glaubt ihr Schweizer eigentlich dass jede(r) nur wegen dem roten Pass heiraten will ? Ihr seid so was von voreingenommen und überheblich. Ist der schweizer Pass wirklich so was besonderes ? Wohl nicht ! Ich bin Schweizer und seit 20 Jahren glücklich mit einer Asiatin verheiratet. Meine Frau ist stolz auf ihre Heimat und wollte nie den roten Pass. Sie hat immer ihre Nationalität behalten. Antworten
Die Botschaften schützen mit ihrer Visaploitik mind. 75% der CH Brüger vor grossem Unfug... Macht mal 3 Wochen Urlaub auf der Botschaft in Manila oder Bangkok und dann seht ihr wer und was da alles nach 3 Wochen Urlaub angedampft kommt mit der "Liebe fürs Leben" im Schlepptau... ich habe 12 Jahre in Fenost gelebt... Antworten

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