Zürich

Das lange Warten auf die Schliessung der Weststrasse

Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 02.08.2010

Die Westtangente ist Geschichte. Um 15 Uhr sperrte die Stadt das letzte Stück der einstigen Transitstrecke. Bis dahin mussten sich die Anwohner aber in Geduld üben.

1/10 Am Montagnachmittag, dem 2. August, rollt kurz vor 13 Uhr der Verkehr noch normal auf der Bullingerstrasse.
Philipp Albrecht

Das lange Warten auf die Schliessung der Weststrasse

   

«Darauf haben wir 20 Jahre lang gewartet», sagt ein Anwohner. Mit seiner Frau sitzt er auf einem Mäuerchen an der Kreuzung Badener-/Weststrasse und wartet geduldig. Eigentlich kündigte die Stadt die Sperrung der Strecke Bullinger-/Sihlfeld/-Weststrasse auf 13 Uhr an. Doch auch eineinhalb Stunden später fahren noch Kleinlaster durch die Weststrasse. Dass es ein wenig länger dauere, sei halb so schlimm: «Hauptsache sie sperren die Strasse nun ab.»

Auf 13 Uhr hat die Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich die definitive Sperrung der einstigen Westtangente angesagt. Pünktlich sperren dann auch die Bauarbeiter die Bullingerstrasse ab. Dabei werden sie von zahlreichen Kameraleuten und Fotografen begleitet. Bis aber die Weststrasse, das Herz der einstigen Westtangente, geschlossen wird, dauert es nochmal zwei Stunden. Von einer Verzögerung könne aber keine Rede sein, sagt Heiko Ciceri von der städtischen Dienstabteilung Verkehr: «Wir haben uns Stück für Stück von Norden nach Süden vorgearbeitet. Alles ist nach Plan verlaufen.» Dass es bis zur Schliessung der Weststrasse 15 Uhr wurde, sei normal. Erst haben man den Hauptzugang schliessen müssen und dann nach und nach die Zugangswege.

Was bringt die Zukunft?

Trotzdem mussten sich die Anwohner in Geduld üben. Man nutzte die Zeit, um über die Vergangenheit zu reden. Seit der Eröffnung der Westumfahrung im April 2009 sei die Zahl der Lastwagen von geschätzten 30 auf 3 pro Minute zurückgegangen, sagt einer begeistert. Ein anderer bleibt skeptisch: Nun werde es erstmal wieder laut, weil die Werkleitungen unter der Strasse repariert werden müssen. Und danach würden zahlreiche Häuser saniert, was wiederum die Mieten in die Höhe treiben werde: «Die Durchmischung im Quartier ist gefährdet.»

Das kann einer Gruppe Angestellter egal sein. Sie haben sich mit Sekt und Chips auf dem Trottoir eingerichtet. Nachdem das letzte Auto durch und die Weststrasse definit abgesperrt ist, stellen sie sich auf die Strasse und stossen feierlich an. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.08.2010, 16:58 Uhr

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