«Das war ein Lapsus»
Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 11.01.2010 63 Kommentare
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Hätte Karl Zweifel gewusst, was für ein Medienecho er mit seiner Aussage auslöst, hätte er seine Wahlauftaktrede anders getextet: «Das war ein Lapsus. Heute würde ich eine andere Metapher wählen», sagt Zweifel auf Anfrage. Mit dem Vergleich habe er lediglich eine für alle verständliche Metapher bringen wollen, der den Verrat deutlich mache. Dies, nachdem verschiedene Medien berichtet hätten, er kehre seiner Partei den Rücken. Im Gegensatz zu seiner Partei, hatte sich der Chirurg vom Vorwurf distanziert, an der Universität Zürich herrsche «deutscher Filz».
Zur verbalen Entgleisung kam es am vergangenen Donnerstagabend an einer SVP-Veranstaltung. Zweifel meinte, Verräterinnen wie Eveline Widmer-Schlumpf seien im Mittelalter «gevierteilt worden» und doppelte gleich nach: «Ich wäre einer der vier Reiter gewesen.» Und meint damit einen der Reiter, der mittels Pferden, an der Abtrennung von Körperteilen beteiligt war.
BDP findet Vergleich «billig»
Bei der BDP des Kantons Zürich kommt die Metapher alles andere als gut an. Das sei typisch Wahlkampf, erklärt deren Präsident Lothar Ziörjen: «Ich finde das billig, wenn ein Kandidat auf Kosten anderer für sich Werbung macht. Ich hätte ihm als Chirurg und intelligenten Menschen mehr Substanz und Inhalt zugetraut, um sich Medienpräsenz zu erarbeiten.»
Ein Vorwurf, den Zweifel nicht auf sich sitzen lässt. Auch wenn er wisse dass er bei den Zürcherinnen und Zürchern nicht sonderlich bekannt sei, habe die Metapher nichts mit Wahlkampf zu tun: «Mir geht es überhaupt nicht darum, Bekanntheit zu erlangen. Als Chirurg habe ich einen etwas schwarzen Humor», so der Stadtratskandidat. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.01.2010, 17:09 Uhr
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63 Kommentare
Wen wundert's? Das Vokabular, die systematische Verbreitung von Falschinformationen, die gezielte Herabwürdigung von Personen/Gruppen und haben haben bei der SVP durchaus System. Die Hemmschwelle sinkt unvermindert weiter, Skrupel hat man keine. Und wenn's mal brenzlig wird, wurde man halt falsch verstanden. Antworten


































