Dauerärger am Uetliberg

Geplante Verkehrsregeln gehen den Anwohnern zu wenig weit. Jetzt muss sich die Sicherheitsdirektion von Mario Fehr damit befassen.

Für den Verein Pro Uetliberg fahren immer noch zu viele Autos auf den Zürcher Hausberg. Bild: Tom Kawara

Für den Verein Pro Uetliberg fahren immer noch zu viele Autos auf den Zürcher Hausberg. Bild: Tom Kawara

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Der Autoverkehr am Uetliberg, wo seit 1911 ab Ringlikon ein Fahrverbot gilt, bleibt weiterhin ein Zankapfel. Dies, obschon seit letztem Frühjahr die Gemeinde Uitikon mit einem neuen System illegale Fahrten erfolgreich stoppt. Eine solarbetriebene Kontrollstelle beim Uitiker Schülerheim filmt die Autos und registriert sie. Bisher sind bereits etwa 800 Bussen ausgesprochen, gleichzeitig aber auch rund 1200 Einzelbewilligungen sowie 350 Dauerbewilligungen ausgestellt worden.

Nun soll dieses Fahrtenkontrollsystem definitiv eingeführt werden. Das hat die Kantonspolizei auf gemeinsamen Antrag der Gemeinden Uitikon und Stallikon sowie der Stadt Zürich beschlossen. Die Kapo will auch in Zukunft Uitikon und Stallikon erlauben, «zur Überwachung der Fahrten elektronische und mechanische Kontrollsysteme» einzusetzen, wie aus der sogenannten Verkehrsanordnung Uetliberg hervorgeht. Diese wurde Ende Oktober amtlich publiziert. Dagegen haben Anwohner, der nationale Fachverband Fussverkehr Schweiz und der Verein Pro Uetliberg Rekurs eingereicht.

Zu viele Fahrbewilligungen?

Die Rekurrierenden befürworten zwar die neuen Massnahmen, welche Uitikon ergriffen hat. «Die Stossrichtung stimmt», anerkennt Margrith Gysel, Präsidentin von Pro Uetliberg, einem Verein, der 2005 entstand, um den illegalen Autoverkehr am Berg einzudämmen. «Uns stören namentlich die unklaren Zuständigkeiten für die Erteilung von Sonderbewilligungen.» Der Ermessensspielraum sei viel zu gross, da die Kantonspolizei in ihrer Verfügung die Bewilligungsbehörde nicht einmal genau bezeichne. Mehr denn je werde auf diese Weise das Fahrverbot durch zahllose und fast beliebige Ausnahmen durchlöchert, ausserhalb der Bürozeiten und an Wochenenden gar telefonisch im Schnellverfahren. «Ausserdem wird damit die Verkehrsmassierung im Zusammenhang mit dem Hotel Uto Kulm nicht gelöst», sagt Margrith Gysel.

Schon im Jahr 2011 hatten Erhebungen ergeben, dass die Kantonspolizei pro Jahr 1500 Einzelfahrbewilligungen für Warentransporte und 50 generelle Jahresbewilligungen für Gastrobetriebe, Lieferanten, Handwerker sowie ständige Bewohner ausstellte. Dies steht in der Rekursschrift, die dem TA vorliegt. Eine relevante Reduktion sei in der Folge nicht eingetreten, die Dauerbewilligungen seien gar erhöht worden, heisst es darin weiter.

Die rekurrierenden Privatpersonen befürchten ebenso, dass die Fahrbewilligungen weiter zunehmen, weil die Ansprüche der Gastrobetriebe stetig steigen, insbesondere jene des Restaurants und des Hotels auf dem Uto Kulm. Unkontrollierbarer Mehrverkehr beeinträchtige künftig sowohl die Verkehrssicherheit als auch den Wohnwert der Liegenschaften und brächten ihnen zusätzliche Immissionen, geben die Anwohner der Uetlibergstrasse zu bedenken.

Warten auf Kägis neuen Plan

Im Rekursschreiben wird obendrein kritisiert, dass das neue Verkehrsregime dem Gestaltungsplan Uto Kulm vorgreife und darum ein «Schnellschuss» sei. Der Gestaltungsplan werde ohnehin die Zahl der Fahrten beschränken genauso wie die Events, welche einen wichtigen Teil der Ausnahmefahrten auf den Uetliberg auslösen. Der kantonale Gestaltungsplan Uto Kulm aus der Baudirektion von Markus Kägi (SVP) befindet sich derzeit offenbar in der finalen Phase. Mit einer Festsetzung ist bis spätestens Ende 2016 zu rechnen. Erst nach dessen Inkrafttreten soll, wie im Rekurs verlangt wird, über die Verkehrsbeschränkungen auf der Uetliberg- und der Gratstrasse bis hin zur Buchenegg neu entschieden werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.11.2016, 14:04 Uhr

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