«Der Abbau von 30 Stellen ist fast nicht möglich und kontraproduktiv»
Interview: Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 26.11.2011 68 Kommentare
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Als einziges Regierungsmitglied haben Sie den konkreten Auftrag, in Ihrer Verwaltung zu sparen. Fühlen Sie sich ungerecht behandelt?
Was mich stört, ist, dass ohne Angabe von Gründen und ohne inhaltliche Prüfung gekürzt wird. Ich würde mir etwas mehr Interesse und Respekt für die Arbeit in der Bildungsdirektion wünschen. Und vom Kantonsrat erwarte ich in der Tat, dass in allen Direktionen mit gleichen Ellen gemessen wird.
4,3 Millionen Franken sollen Sie sparen. Warum nur Sie und Ihre Regierungskollegen nicht?
Der Bildungsverwaltung wird entgegen den Fakten immer Bürokratie vorgeworfen. Vielleicht haben diese Vorurteile im Kantonsrat Spuren hinterlassen.
Die Finanzkommission sieht in der Bildungsdirektion zehn Prozent Luft. Und Sie?
2009 hatten wir für die Bildungsverwaltung noch 82,9 Millionen beantragt, der Kantonsrat kürzte das Budget auf 80 Millionen. Dieses Jahr haben wir 73 Millionen beantragt. Wenn das Budget gekürzt wird, liegen wir 2012 rund 17 Prozent unter dem Antrag für das Jahr 2010. «Luft ablaa» ist eine Generalausrede, wenn man nicht richtig hinschaut.
Sie haben kürzlich das Projekt Umsetzung Volksschulgesetz mit einer Feier abgeschlossen. Was geschieht nun mit dem fünfköpfigen Projektteam?
Die Projektstellen sind schon zweimal reduziert worden. Nun sind sie im nächsten Jahr ganz weg.
Werden die fünf Personen weiter von der Bildungsdirektion beschäftigt?
Die Stellen sind weg. Was die Personen machen werden, ist mir nicht bekannt. Bildungsfachleute sind in vielen Institutionen gesucht.
Volksschulamtschef Wendelspiess hat in einem Artikel im TA geschrieben, sein Amt habe viele Reglemente und Vorschriften aufgehoben und Kompetenzen an die Gemeinden abgegeben. Warum wächst dann das Volksschulamt trotzdem weiter?
Das Volksschulamt wächst nicht – im Gegenteil. Das einzige Wachstum beim Personal-Etat der Bildungsdirektion ist auf den Teuerungsausgleich und die Einmalzulagen zurückzuführen, die alle kantonalen Angestellten erhalten.
Warum schrumpft das Volksschulamt nicht mehr, wenn es Kompetenzen abgibt, wie Wendelspiess sagt?
Das Volksschulamt macht zum Beispiel die Lohnverwaltung von weit über 12'000 Lehrpersonen. Es beschäftigt sich mit Unterrichtsfragen, bereitet die Geschäfte des Bildungsrats vor und beaufsichtigt Privatschulen.
Haben Sie auf das nächste Jahr zusätzliche Stellen beantragt?
Nein, der Stellen-Etat bleibt der gleiche. Wir prüfen, ob es zur Umsetzung des neuen Kinder- und Jugendhilfegesetzes zusätzliche Stellen im Amt für Jugend- und Berufsberatung braucht. Im Bereich der Jugendhilfe – der nicht unter der Bildungsverwaltung budgetiert wird – haben wir 35 zusätzliche Stellen in die Finanzplanung aufgenommen. 1,5 Millionen Franken entfallen auf das Budget 2012. Dies auf Antrag der Jugendkommissionen der Regionen. Die Fallzahlen in der Alimentenhilfe haben stark zugenommen, und die Arbeit in der Familien- und Jugendhilfe ist anspruchsvoller geworden. Beschlossen ist noch nichts.
Werden Sie Leute entlassen müssen?
Der Kantonsrat bezweckt mit seinem Kürzungsantrag den Abbau von 30 Stellen. Das ist kurzfristig praktisch nicht möglich beziehungsweise kontraproduktiv. Die Angestellten haben drei bis sechs Monate Kündigungsfrist, und bei einer Massenentlassung müssen wir einen Sozialplan erstellen und Abfindungen zahlen. So würde 2012 also teurer und nicht billiger.
Wie setzen Sie den Sparauftrag um?
Die Kürzung müsste über die Streichung von Beiträgen erfolgen – etwa beim Technorama, beim Kulturama, der Berufsbildungsmesse oder der Schulsynode.
Sie können 4,3 Millionen mit der Streichung von Beiträgen sparen?
Bei der Berufsbildungsmesse sind es 150'000 Franken, beim Technorama 400'000. Bis wir 4,3 Millionen zusammen haben, braucht es noch einiges. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.11.2011, 07:14 Uhr
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68 Kommentare
Endlich hat der Kantonsrat den Moloch Bildungsdirektion -verwaltung entdeckt. Hier werden Millionen unter dem Deckmantel "gute Ausbildung ist wichtig" verlocht. Als Beispiel möchte ich die unzähligen, in den letzten Jahren beim Mittelschul- und Berufsbildungsamt neu geschaffenen Fachstellen erwähnen. Dabei werden einfach Leute mit lukrativen Stellen versorgt, die man sonst nirgends brauchen kann. Antworten
Ich finde diesen Sparauftrag Super. Fragen Sie, jeden Lehrer, Hortleiterin oder wen auch immer: Alle stönnen über den immer grösser werdende, weitgehend nutzlosen Papierkrieg, der von der Bildungsdirektion verlangt wird. Diese Unterlagen müssen dringend abgebaut werden, dann braucht es auch weniger Leute in der Direktion Antworten

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