Der Betonblock, der kein Problem sein will
Von Mario Stäuble. Aktualisiert am 28.04.2011 12 Kommentare
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«Schweizer wissen nicht, was Probleme sind. Wenn man eine zehnköpfige Familie mit einer Handvoll Reis ernähren muss, dann hat man wirklich ein Problem.» Diese Sätze eines Freundes aus Niger hatte der Künstler Not Vital in den Ohren, als ihn die Mobimo AG für einen Wettbewerb anfragte. Die Immobiliengesellschaft suchte eine «identitätsstiftende Skulptur» für den Vorplatz des Mobimo Tower in Zürich-West.
Vitals Idee: ein asymmetrischer Betonquader, ungefähr neun Meter lang, sechs Meter breit, fünf Meter hoch. Bestehend aus einem Skelett aus Chromstahl, überzogen mit einer dünnen Schicht Spritzbeton. Die Gesamtlänge der zwölf Kanten des Blocks beträgt 81 Meter, was exakt der Höhe des Mobimo Tower entspricht. Möglichst roh sollte die Skulptur sein, um ein Gegengewicht zum modernen Hochhaus zu bilden. Der Name des Quaders: «The No Problem Sculpture.»
Dazu ein Brunnen in Afrika
Die Jury zeigte sich begeistert und nahm Vital in die Endausscheidung des Wettbewerbs. Sie verlangte aber, dass er seine Idee ausbaue. Vital, der teilweise in Agadez (Niger) lebt, liess sich von seiner afrikanischen Wahlheimat inspirieren: Er werde in Niger unter dem Namen «Omibom» (Mobimo rückwärts) einen 81 Meter tiefen Ziehbrunnen graben lassen. Einige Handvoll des ausgehobenen Sands werde er nach Zürich bringen und in der Skulptur lagern. Auf dem Vorplatz des Mobimo Tower würden die Buchstaben «Omibom» in den Boden eingelassen. So würden Zürich und Niger symbolisch miteinander verbunden. Der Brunnen als Trinkwasserquelle hätte zudem einen praktischen Nutzen. Mit dieser Idee überzeugte Vital die Jury: Er gewann den Wettbewerb.
680?000 Franken kostet die Skulptur, das Gesamtpaket beläuft sich auf «gut eine Million Franken», sagt Friederike Schmid, die den Wettbewerb geleitet hat. Die Mobimo AG finanziert das Projekt, ausgenommen die Viertelmillion, die auf den Brunnen in Niger entfällt. Dafür sammelt Schmid zurzeit Geld. «Wir haben noch nicht ganz die Hälfte des Betrags zusammen», sagt sie. Die Projektleiterin geht davon aus, dass die «No Problem Sculpture» ihrem Namen gerecht wird und ohne Verzögerungen realisiert werden kann – das Baugesuch sei eingereicht, Einsprachen seien nicht zu erwarten. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.04.2011, 10:28 Uhr
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12 Kommentare
Uns "Schweizer wissen nicht, was Probleme sind" vorwerfen und für diesen Klotz 680000 Fr. verlangen.
Ach ja für den Brunnen sammelt er ja auch noch. Dieses Geld wäre wohl besser angelegt bei Familien mit 10 Kindern von denen er spricht. Man kann sich auch so an den Armen bereichern.
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