Zürich

Der Drogenheilerin vom Zürichberg drohen zwei Jahre Gefängnis

Aktualisiert am 05.07.2010

Eine Psychotherapeutin hat in ihrer Villa über Jahre mit LSD, Meskalin oder Ecstasy therapiert. Nun steht die 62-Jährige vor Gericht. Ein Urteil wird frühestens heute Montagnachmittag gefällt.

Ärzte, Professoren, Anwälte und andere Akademiker versammelten sich hier für Drogentherapien.

Ärzte, Professoren, Anwälte und andere Akademiker versammelten sich hier für Drogentherapien.
Bild: Doris Fanconi

700 Portionen LSD, 700 Portionen MDMA (Ecstasy), 50 Portionen Meskalin, 50 Portionen Psylocibin und 150 Portionen 2-CB: So viele illegale Drogen hat die die 62-jährige Zürcher Ärztin F. M. in ihrer Villa am noblen Zürichberg abgegeben. Die Pillen dienten therapeutischen Zwecken. Zwischen 2004 und 2008 schluckten mindestens 60 Personen, darunter Ärzte, Professoren und Anwälte, die Drogen in diversen Gruppensitzungen. Die Treffen wurden von F. M. geleitet. Ihr Ehemann, ein bekannter Zürcher Rechtsanwalt, ging ihr dabei zur Hand.

Der geheime Therapiezirkel flog Ende 2009 auf, als die Zürcher Staatsanwaltschaft einen Hinweis bekam. Nach einer Hausdurchsuchung wurden F. M. und ihr Gatte ins Polizeigefängnis gesteckt, wo sie fast zwei Wochen in Untersuchungshaft verbrachten.

Heute Montag muss sich die Psychotherapeutin wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Ihr wird nicht nur die Abgabe, sondern auch Konsum vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft beantragt 24 Monate bedingt sowie 10'000 Franken Busse. Ausserdem soll F. M. eine Ersatzabgabe an den Staat in Höhe von 162'000 Franken entrichten. Wann ein Urteil gefällt wird, ist noch nicht klar. Es wird frühestens heute Montagnachmittag erwartet.

(cal)

Erstellt: 05.07.2010, 09:23 Uhr

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