«Der Job der Polizei ist kein Zuckerschlecken »
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 04.12.2009 17 Kommentare
«Die Aufgaben der Polizei nehmen laufend zu»: SP-Gemeinderätin Claudia Nielsen. (Bild: Keystone)
«Die Polizei ist am Anschlag»: SVP-Gemeinderat Mauro Tuena. (Bild: Keystone)
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Das harte Vorgehen der Polizei bei ihrem Einsatz in den Zürcher Kreisen 4 und 5, das in einem Beitrag der Sendung «10vor10» zu sehen war, hat die Zürcher Stadtratskandidaten Mauro Tuena (SVP) und Claudia Nielsen (SP) auf den Plan gerufen. Obwohl aus politisch entgegengesetzten Lagern, stellen sich beide schützend vor die polizeilichen Einsatzkräfte.
«Als Bewohnerin des Kreis 4 weiss ich, dass die Lebensqualität in unserem Quartier auch stark von der Polizeipräsenz abhängt», betont Claudia Nielsen und fügt an, dass sie die Polizistinnen und Polizisten als sehr umsichtig und respektvoll erlebt hat, als sie die Beamten eine Nacht lang im Einsatz begleiten durfte.
«Im Sexmilieu ist der Polizeieinsatz wirklich gefährlich»
Im fraglichen SF-Beitrag stellt Nielsen allerdings die Verhältnismässigkeit beim Verhalten der Polizisten in Frage. «Wir erwarten von der Polizei ein souveränes Auftreten. Das war in dem Beitrag von 10vor10 nicht der Fall – zumindest nicht in den Momenten, die gezeigt wurden. Respekt verschafft man sich nicht mit so rabiatem Verhalten.»
Die eigentlichen Probleme im Quartier sind laut der SP-Gemeinderätin nicht die Fahrradfahrer sondern Drogenhandel und Sexmilieu. «Da kann es wirklich zu gefährlichen Situationen kommen und dann geht es effektiv darum, dass sich die Polizei im Einsatz schützen kann.»
Geld für den Einsatz im Feld
Ähnlich argumentiert auch SVP-Gemeinderat Mauro Tuena. «Die Polizei hat einen sehr schwierigen Job in einem extrem gefährlichen Umfeld. Für Ruhe und Ordnung zu sorgen, ist vor allem an den Wochenenden kein Zuckerschlecken und dafür muss man auch ein gewisses Verständnis aufbringen.»
Die SVP Stadt Zürich hat daher einen direkten Budgetantrag eingereicht, über den der Zürcher Gemeinderat am kommenden Mittwoch im Rahmen der Budgetdebatte diskutiert wird. «Wir beantragen 1,8 Millionen Franken für zusätzliche 15 Stellen im Polizeicorps der Stadt Zürich», erklärt Tuena. «Das Geld soll nicht für weitere Bürojobs, sondern ganz konkret für den Einsatz im Feld und in den Brennpunkten der Stadt eingesetzt werden.» Die SVP erhofft sich so eine Entlastung der Polizei. «Wir stellen nämlich fest, dass sie personell am Anschlag ist – vor allem, wenn mehrere Dinge gleichzeitig passieren.»
Mehr niedergelassene Ausländer ins Polizeicorps
Auch für Claudia Nielsen ist eine Aufstockung des Polizeicorps prüfenswert. «Die Aufgaben der Polizei nehmen parallel zum Bevölkerungswachstum in der Stadt laufend zu», so Nielsen, «allerdings muss man auch anmerken, dass das stadtzürcher Polizeicorps im Vergleich zum Kanton relativ gut bestückt ist. Es ist nahe am Sollbestand.»
Sie plädiert dafür, dass auch niedergelassene Ausländerinnen und Ausländer zum Polizeicorps zugelassen werden und möglichst viele verschiedene Weltanschauungen vertreten sind. «Dadurch würde die Polizei ein repräsentatives Abbild der Bevölkerung wiedergeben. Gerade Polizeieinsätze im Kreis 4, wo der Ausländeranteil sehr hoch ist, könnten durch Polizistinnen und Polizisten mit entsprechendem Wissen respektvoller und wirksamer werden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.12.2009, 14:12 Uhr
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17 Kommentare
Wie können Politiker offensichtliche Verstösse der Polizei gegen das Gesetz unterstützen? Wer behaupten möchte, dass die Polizei in der besagten Reportage nicht gegen Gesetze verstossen hat soll doch bitte mal Verfassung und Polizeiverordrnungen durchlesen. Stichwort: Verhaftungsgrund und Verhältnissmässigkeit Antworten






