Zürich

Der Kiosk des Anstosses ist Geschichte

Hotelier Giusep Fry hat seinen Kiosk unter dem Uetlibergturm abreissen lassen.

Fast zwei Jahre stand der Kiosk auf dem Uetliberg  gestern wurde er von drei Arbeitern abmontiert und entfernt.

Nicola Pitaro

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«Sie befinden sich 871 m über allem, was normal ist»: So werden Uetlibergbesucher auf einer Tafel vor dem Uto Kulm begrüsst. Gestern hat Giusep Fry auf seinem Grundstück auf dem Uetliberggipfel wieder für etwas mehr Normalität gesorgt und den widerrechtlich errichteten Kiosk entfernen lassen. Den Tag hat Fry gut gewählt, denn in der eiskalten Bise waren gestern um die Mittagszeit neben ein paar schlotternden Journalisten kaum hungrige Wanderer zu sehen. Mit Ausnahme von Elena Schaerer. Die Seniorin aus Höngg steigt jede Woche viermal vom Triemli auf «den schönsten Hausberg der Welt» (Fry) – und zwar bei jedem Wetter. Dass der Kiosk weg muss, versteht die rüstige 82-Jährige aber nicht recht. Der sei von den Wanderern geschätzt worden, ist sie überzeugt.

Im Kiosk sind drei Arbeiter mit dem Rückbau beschäftigt. Mit Brecheisen reissen sie die grauen Verkleidungen auf, die sie im April 2007 selber montiert hatten. Der Chef, Cedomir Vucicevic, Kleinunternehmer aus Jona, will sich nicht darüber äussern, ob er gut finde, was er zu tun habe. «Wir machen hier nur unseren Job», sagt er. Es sei nur schade, dass der Kiosk nicht schon im letzten Sommer abgerissen worden sei. Damals seien für eine Tonne Abfallstahl noch 500 Franken bezahlt worden. Heute müsse Fry fürs Entsorgen sogar noch zahlen.

Der Abbruch des Kiosks war nötig geworden, weil ihn sowohl Baurekurskommission wie Verwaltungsgericht verfügt hatten. In Zukunft wird es also auf der Aussichtsplattform keine Bratwurst und keinen Glühwein mehr geben. Wie Uto- Kulm-Pressesprecherin Bettina Buess sagte, werde aber darüber nachgedacht, wie und wo im Restaurant ein einfaches Selbstbedienungsangebot für die Wanderer aufgebaut werden könnte. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.01.2009, 23:01 Uhr

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8 Kommentare

Rita BArth

18.05.2009, 23:16 Uhr
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Schade, das Leute die etwas für die Allgemeinheit tun so bestraft werden. Das hat keinem Lebewesen geschadet, war für niemand eine Konkurrenz. Sicher auch finanziell niemand fremden belastet. Das ist sehr bedauerlich, dass eine Behörde so kleinkarriert denkt und handelt. Antworten


Georg Stamm

01.02.2009, 16:45 Uhr
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Auch wenn illegal ist es schade um diesen schönen Kiosk. Wie praktisch war es doch, dort rel. unkompliziert ein Sandwich und ein Getränk zu konsumieren nach einer Uetliberwanderung ohne ins Restaurant reingehen zu müssen. Ausserdem sah der Kiosk gut aus. Er passte tiptop in die Gegend. Für mich ein Schildbürgerstreich von 150%-igen. Antworten


Rolf Raess

30.01.2009, 15:47 Uhr
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An Roman Zellweger: mit Ihrer Argumentation wären überall in Europa noch Königreiche, Diktatoren und die katholische Kirche würde uns sagen, dass die Erde flach ist… Antworten


Helena Müller

30.01.2009, 14:02 Uhr
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ich finde, der Kiosk hätte stehen bleiben sollen, wenn er schon da ist. ich sehe den Abbruch als Zwängerei. Es kann ja sein, dass das an den Behörden vorbei geschaukelt worden ist. Schade, dass es keine "kreativen Zwischenlösungen" gibt, sonder nur schwarz oder weiss. Oft hat es einfach für jeden Mist ein Gesetz, das nicht wirklich sinnvoll ist. Und die Ellenmessung stimmt auch nicht ... Antworten


Paul Thürig

30.01.2009, 13:28 Uhr
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Der Zürcher Hausberg gehört nun einmal nicht zur "Bananenrepublik"...Fry hat sich an die Gesetze zu halten,wie DU und ICH! Das soll nicht heissen,dass man Frys Inititative abwürgen sollte.Im Gegenteil! Nur soll sich der nette und erfolgreiche Bündner Hotelier an die "Sitten und Gebräuche" halten, die auch für sein Imperium Gültigkeit haben! Antworten


danilo Zink

30.01.2009, 12:53 Uhr
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NEID ('Auf die geringste Fähigkeit gerichtete Eifersucht', nach Ambrose Bierce)! Ich empfehle Herrn Fry, sein Grundstück für die Unzufriedenen zu schliessen, dabei lediglich die brieflich festgesetzten zwei Meter Wanderweg offen zu halten. Vielleicht sind seine Gegner dann endlich zufrieden! Antworten


Beat Karlen

30.01.2009, 09:19 Uhr
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Wissen diejenigen, die so etwas vermiesen was sie tun? Sind das dieselben, die schnauzen, wenn es der Wirtschaft schlecht geht? Was machen die für die Arbeitslosen? Hätte es in dieser Sache nicht eine gütigere Lösung gegeben? Herr Fry, geben Sie nicht auf, nur 0.05% von der Menschheit hat etwas gegen Sie. Alle anderen 99.95% sind auf Ihrer Seite! Feine muss man sich erschaffen! Beat Karlen Antworten


Roman Zellweger

30.01.2009, 05:48 Uhr
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Ärgerlich und Verständlich - Schade, dass der Kiosk weg muss, ich habe es immer genossen nach dem mühsamen Aufstieg mit dem Mountain Bike auf dem Üetliberg ein kaltes Getränk zur Hand zu haben und die Aussicht zu geniessen. ABER Gesetz ist Gesetz und nur so funktioniert unsere Gesellschaft, indem wir diese Regeln einhalten müssen - auch wenn einzelne das gerne anders sehen würden... Antworten



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