«Der Lärm und die Sauerei stören mich»

Aktualisiert am 19.03.2010 34 Kommentare

Schluss mit nächtlichen Alkoholgelagen am Zürcher Seeufer: Das fordert eine FDP-Gemeinderätin – und stösst damit sogar bei der eigenen Partei auf Unverständnis.

Partymeile Seeufer: In Zürich soll künftig in der Nacht Ruhe herrschen.

Partymeile Seeufer: In Zürich soll künftig in der Nacht Ruhe herrschen.
Bild: Keystone

Hat genug von der Sauerei: Gemeinderätin Erika Bärtschi (FDP)

Hat genug von der Sauerei: Gemeinderätin Erika Bärtschi (FDP) (Bild: Beat Marti)

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Am See soll es ruhiger werden, wenn die Sonne über der Stadt untergegangen ist. Die FDP-Gemeinderätin Erika Bärtschi prüft gemäss «20 Minuten» einen Vorstoss, um gegen den öffentlichen Alkoholkonsum vorzugehen. Sogar ein nächtliches Trinkverbot zieht sie in Betracht. «Der Lärm und vor allem die Sauerei danach stören mich sehr», erklärt Bärtschi.

Wenig begeistert ist SVP-Fraktionspräsident Mauro Tuena von dem Vorschlag. «Das geht zu weit. Damit werden unsere Freiheitsrechte beschnitten.» Die SP stösst ins gleiche Horn. Das Verbot sei schlicht nicht umsetzbar. «Die Polizei müsste Kontrollen durchführen. Der Aufwand dafür ist zu hoch», sagt Fraktionspräsidentin Min Li Marti.

Auch von Seiten der eigenen Partei wird die Idee der beiden Gemeinderätinnen kritisiert. Die FDP-Fraktion spricht sich in einer Medienmitteilung vom Freitag klar gegen weitere Verbote in Zürich aus und betont, dass sie keinen Vorstoss für ein Alkoholverbot auf der Blatterwiese plane. «Die FDP hat Verständnis für den Ärger der Quartierbewohner. Sie ist aber der Meinung, dass die bestehenden Gesetze ausreichen.» Damit die Gesetze konsequent durchgesetzt werden können, hat die FDP in einer Motion die Aufstockung des Polizeibestands und die Bildung einer Polizeipikett-Gruppe gefordert.

Chur ist zufrieden: «Die Saufgelage haben abgenommen»

Gute Erfahrungen macht man hingegen in Chur. Dort gilt seit Mitte 2008 ein Verbot von Alkoholkonsum auf öffentlichem Grund zwischen 0.30 Uhr und 7 Uhr. Wer sich nicht an die Vorschrift hält, muss 50 Franken berappen. «Das Verbot hat sich bewährt», sagt Initiant und BDP-Politiker Reto Lardelli. «Die Saufgelage von Jugendlichen haben abgenommen.»

Dank des Verbots habe die Polizei die gesetzliche Grundlage, um bei Alkoholexzessen von Jugendgruppen präventiv einzugreifen. Immerhin fügt Lardelli noch an, dass es bei der Massnahme nicht darum gehe, «jene zu bestrafen, die im Mondschein mit dem Schatz Champagner trinken.» (tif)

Erstellt: 19.03.2010, 16:12 Uhr

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34 Kommentare

Hans Tobler

19.03.2010, 08:55 Uhr
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Das die Jugendlichen gerne am See Feste feiern stört mich nicht, das sie hingegen unfähig sind ihre Getränkeverpackungen und ihren Abfall korrekt zu entsorgen hingegen sehr. Eine Pfandgebühr auf allen Getränkeverpackungen wie in Deutschland würde das Problem lösen, dann könnte der Abfall von Privaten als Nebenverdienst eingesammelt werden. Antworten


Daniel Müller

19.03.2010, 09:45 Uhr
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Immer mehr Egoisten in unserem Land: Am Flughafen kein Fluglärm, in der Stadt kein Stadtlärm. Lieber keine Beizen als Raucherbeizen. Beim Stadion kein Schattenwurf. Bei Bahngeleisen keine Züge. usw usf. Den 5er und das Weggli bekommt man nicht. In der Stadt gibt nunmal Lärm, dafür gibt sehr gute Infrastruktur und kurze Wege. Es gibt auch hohe Gebäude... Antworten



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