Der Multimillionär freut sich auf seine Gartenidylle in der Altstadt
Von Georg Gindely. Aktualisiert am 13.08.2011 1 Kommentar
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Frank Binder steht auf dem Grundstück, auf dem er dereinst wohnen will. Doch wann der 52-jährige Unternehmer mit seinem Neubau an der Winkelwiese 10 beginnen kann, ist unklar. Zur neusten Verzögerung führen Einsprachen gegen den Entscheid des Stadtrats, grosse Teile des Gartens aus dem Denkmalschutz zu entlassen. Der Heimatschutz sowie die Gemeinderätinnen Gabriele Kisker (Grüne) und Jacqueline Badran (SP) werfen dem Stadtrat und Binder vor, den Garten der Winkelwiese 10 zerstören zu wollen.
«Das Gegenteil ist der Fall», sagt Binder. Zusammen mit dem Gartenarchitekten Guido Hager führt er durch die Anlage, wie sie sich heute präsentiert. Das auch in Zukunft geschützte Eibenwäldchen neben der Villa Landolt sieht ungesund aus, viele der Äste sind abgestorben. Teile des Gartens machen einen verwilderten Eindruck. «Hier wurde in den letzten Jahrzehnten nur das Nötigste gemacht», sagt Hager. Er wird den Garten im Auftrag Binders neu gestalten.
58 Bäume werden neu gepflanzt
32 Bäume bleiben erhalten, 15 werden gefällt. Dazu gehören wild gewachsene Haselsträucher sowie Bäume, die nicht mehr gesund sind. 58 Bäume pflanzen die Gärtner neu. Sie legen einen Teich und ein Wasserspiel an. «Wir schaffen für Tiere und Pflanzen mehr Lebensraum als zuvor und fördern dadurch die Biodiversität», sagt Hager. Bei den Arbeiten am Neubau wird das Eibenwäldchen abgedeckt, das Wurzelwerk speziell geschützt. Binder stellt dafür Baumpfleger an, genau gleich wie beim Umbau des Gartenhauses, bei der die alte Rebe erhalten werden muss. «Wir scheuen weder Kosten noch Mühen, um diese Vorgaben zu erfüllen», sagt Binder.
Das ist es, was ihm vor allem sauer aufstösst: Dass er sich alle Mühe gebe, den Charakter des Ortes zu bewahren und zu stärken, die Gegner des Projekts aber versuchten, die Leute mit wilden Horrorszenarien zu verunsichern.
«Es ist alles transparent und den Vorgaben entsprechend abgelaufen,» sagt Binder.
«Was ich nicht schon alles hören musste!», sagt Binder. Zum Beispiel, dass er eine Privatstrasse durchs Quartier plane, der mehrere Häuser weichen müssten. «Absurd!», so Binder. Oder dass ihn der Stadtrat konsequent begünstigt habe, bereits bei der Vergabe. «Das stimmt einfach nicht», sagt Binder. Wie alle anderen Bewerber auch habe er eine Projektskizze eingegeben und sich damit für die zweite Runde qualifiziert. Laut der Ausschreibung kam dort der Meistbietende zum Zug – und das war Binder. «Es ist alles transparent und den Vorgaben entsprechend abgelaufen.»
Er sei enttäuscht über die Äusserungen der Projektgegner. «Sie verbreiten auf schamlose Art und Weise Unwahrheiten, um die Öffentlichkeit zu manipulieren», sagt Binder. So sei es unerhört zu behaupten, der Garten werde zerstört. «Die Auflagen des Schutzvertrags stellen sicher, dass seine idyllische Schönheit erhalten bleibt.»
Oder die Geschichte mit dem Gartenhäuschen: Gemäss der Ausschreibung steht es unter Denkmalschutz. Dafür hätten Teile des Gartens überbaut werden dürfen. Miller & Maranta, die Architekten des Siegerprojekts, entschieden nach dem Zuschlag an Binder, das Gartenhaus aufzustocken, um so den Garten unverbaut zu lassen. Das Projekt überzeugte die Wettbewerbsjury. Das sorgt für Kritik bei den Gegnern: Die Stadt habe im Nachhinein die Spielregeln geändert, kritisierten sie. Für Binder ein paradoxer Vorwurf: «Dieselben Leute, die sich gegen die Umgestaltung des Gartens wehren, machen uns zum Vorwurf, dass wir eine Lösung fanden, die eben diesen Garten schützt.»
«Hier wird gezielt versucht, einen falschen Eindruck zu erwecken,» sagt Binder.
Binder bleibt im Gespräch ruhig, nur manchmal erhebt er seine Stimme. Jacqueline Badran von der SP sagte zum Beispiel, er plane eine Zufahrt mit Wendeplatz zum Gartenhäuschen. «Hier wird gezielt versucht, einen falschen Eindruck zu erwecken», sagt Binder. Am Rande des Eibenwäldchens soll keine Strasse, sondern nur ein zur Not befahrbarer Plattenweg angelegt werden. Dieser wird wie eine über dem Boden schwebende Brücke zwischen den Bäumen durchgeführt, sodass weder Stämme noch Wurzeln der Eiben beeinträchtigt werden.
Badran hatte auch behauptet, dass der Stadtrat Binders privates Interesse höher gewichte als das öffentliche. «Das ist einfach Unsinn», sagt Binder. Es seien vielmehr die Gegner des Projekts, welche gegen das öffentliche Interesse handeln würden. «Dieselben, die mir vor einem Jahr vorgeworfen haben, den Bau zu spät einzugeben, tun nun alles, um das Projekt weiter zu verzögern. Sie haben ihre Glaubwürdigkeit verloren.»
Erst wenn eine rechtsgültige Baubewilligung vorliegt und der Baurechtsvertrag in Kraft tritt, bekommt die Stadt Geld von Binder. Bis es so weit ist, kann es noch Jahre dauern. Zuerst muss der Rechtsstreit um die Entlassung des Gartens aus dem Inventar abgeschlossen sein, danach kann gegen die Baubewilligung Rekurs erhoben werden.
Binder schreckt das nicht ab. «Ich kann warten», sagt er. «Und ich freue mich darauf, an der Winkelwiese 10 einzuziehen. Die Projektgegner verschwenden ihre Zeit – und das Geld der Stadt.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.08.2011, 07:29 Uhr
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1 Kommentar
Das klingt ganz danach, als hätte die Neidfraktion der Sozialdemokraten wieder einmal verbal zugeschlagen. Als Nächstes kommt wohl die Forderung, dass Menschen, welche keine Sozialhilfe beziehen, der Zutritt in der Stadt Zürich verweigert werden muss. Antworten

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