Der Vermieter, der auf die Rendite pfeift
Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 01.10.2010 46 Kommentare
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Die gängige Praxis in Zürich nimmt wenig Rücksicht auf die Mieter: Bei umfassenden Renovationen können diese in der Regel nicht im Haus wohnen bleiben. Oftmals erhalten sie aber eine Garantie, nach dem Umbau wieder einziehen zu dürfen. Doch viele können sich die in der Zwischenzeit erhöhte Miete nicht mehr leisten. Dass es auch anders geht, zeigt ein Beispiel im Seefeld. Ausgerechnet im Quartier, das dieser Entwicklung den Namen gab.
G., der lieber anonym bleiben will, und seine beiden Schwestern bekamen ein fünfstöckiges Wohnhaus an der Hammerstrasse geschenkt. Die Schenkenden, Onkel und Tante, knüpften das Objekt an eine ethische Verpflichtung: keine Spekulation, nur vernünftige Renovationen, zahlbare Mietzinse und vornehmlich Familien mit Kindern. Sie waren damals, Mitte der Siebzigerjahre, mit Weitsicht gesegnet. Denn der Begriff «Seefeldisierung» entstand erst drei Jahrzehnte später.
Etappenweise Renovation schont die Mieter
«Wir übernahmen praktisch eine Ruine», erzählt G. Für ihn war klar, dass das Haus nicht auf einen Schlag renoviert werden konnte. So wäre aber die gängige Praxis. Um das zu verhindern, liess der Vermieter in einer ersten Etappe nur das Notwendigste – Kanalisation und Fenster – erneuern. So musste er die Mieter, von denen einige seit über 30 Jahren im Haus wohnten, nicht auf die Strasse stellen. G. renovierte die einzelnen Wohnungen erst, nachdem die Mieter von alleine auszogen oder starben. Über Jahre hinweg wurden die Wohnungen sanft an die modernen Standards angepasst und grosse Balkone angebaut. 2,5 Millionen Franken kosteten die Renovationen insgesamt.
Doch die Mieten bleiben – wie versprochen – tief. Es kamen mit der Zeit auch mehr jüngere Leute. Inzwischen sei die Mieterschaft stark durchmischt. «Wir suchen vor allem langjährige Mieter», erklärt der Hausbesitzer. Eine totalrenovierte Dreizimmerwohnung kostet heute 2200 Franken. Das ist angesichts der privilegierten Lage moderat. Zum Haus gehört ein Garten, der von allen Mietern benutzt werden darf, genauso wie die Dachterrasse mit Blick über die ganze Stadt.
Entwicklung ist «tödlich» für das Quartier
Die Entwicklung im Seefeld gibt G. zu denken: «Für mich ist es beängstigend, wie Familienwohnungen nur aus Renditezwecken umgebaut werden. Nach der Renovation können sich nur noch Topverdiener die hohen Mieten leisten. Das ist tödlich für das Quartier.» Sein Haus steht indessen wie ein Fels in der Brandung.
Dagegen kam auch der Immobilieninvestor Urs Ledermann nicht an. Der Mann, der seit Jahren im Kreis 8 Häuser kauft, umbaut und sehr viel teurer vermietet, soll auch am Haus der Geschwister Interesse gezeigt haben. «Er hat uns über eine Drittperson viel Geld geboten», erklärt der Hausbesitzer. Und obwohl das Haus nur eine minimale Rendite abwirft, ist er hart geblieben und hat sich an die ethische Verpflichtung gehalten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.09.2010, 11:02 Uhr
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46 Kommentare
Es gilt wohl zu unterscheiden, ob ein Privater übermässig Geld scheffelt oder eine Pensionskasse die Geldflüsse steigert. Pensionskassen sind nun mal auf regelmässige Erträge angewiesen um diese den Pensionären weiterzuleiten. Das Stimmvolk hat die Senkung des Umwandlungsatzes abgelehnt und dies ist nun eine Konsequenz daraus. Antworten
Vor Jahren wollten die Zuercher keine Sozialisierung im Wohnungsbau. Es wurde gesagt der Markt reguliert sich selber. Nun haben wir die Regulierung, Dutzende Menschen muessen an der Seefeldstrasse Ende Jahr raus. Das Haus wird renoviert, natuerlich sanft. Zuerich ist den Assgeiern zugeworfen. Spekulanten mit Porsches machen das Geld......anzuschauen an der Cueppli Bar in der Kronenhalle abends... Antworten






