Der geheime Velozähler

Um die Beliebtheit von Velorouten zu testen, setzt die Stadt auf verborgene Detektoren. Einer ist am Uetliberg versteckt. Er hat eine erstaunliche Entwicklung registriert.

36'000 Mal wandelten Zürcher 2011 auf seinen Spuren: Profi-Freerider Robert Jauch auf dem Biketrail am Uetliberg.

36'000 Mal wandelten Zürcher 2011 auf seinen Spuren: Profi-Freerider Robert Jauch auf dem Biketrail am Uetliberg. Bild: suti.ch

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Mehr als doppelt so viele Abfahrten als im letzten Jahr zählte die Stadt in dieser Saison auf dem Bike-Trail zwischen Uto Kulm und Triemli. Von 16'000 Nutzern schoss die Zahl auf 36'000. Doch nicht nur die Anzahl Fahrten sind bekannt, sondern auch die Uhrzeiten.

Der Stadt sind überraschende Daten bekannt, wie sie kürzlich an der Versammlung des Bike-Vereins Züritrails mitteilte. Demnach sind eines Nachts im letzten November rund 80 Biker den Berg hinabgeschossen. Einmal war sogar ein Biker um zwei Uhr in der Früh unterwegs. Doch wie kommt die Stadt zu diesen Zahlen?

«Grün Stadt Zürich hat auf dem Trail einen Detektor im Boden vergraben, der die darüberfahrenden Velos zählen kann», erklärt Frank Wadenpohl, Präsident von Züritrails. «Damit die Daten nicht manipuliert werden können, ist der genaue Standort aber geheim.» Und das Gerät sei kaum zu täuschen. Andere Objekte oder Tiere kämen ihm nicht in die Quere: «Es ist keine Lichtschranke.»

Laut Wadenpohl könne das Gerät Velos am Metall erkennen, selbst bei geringen Mengen. Einzig bei Fahrrädern, bei denen selbst Radspeichen und Tretkurbeln aus Carbon bestünden, versage das System. «Da gibt es eine sehr geringe Fehlerquelle.»

Weitere Zähler

Lukas Handschin von Grün Stadt Zürich erklärt, man versuche mit den Detektoren, ein sogenanntes «Erholungsmonitoring» zu machen, also festzustellen, welche Wege in der Freizeit, auf welche Weise frequentiert würden. Grün Stadt Zürich habe weitere Messgeräte beim Kloster-Fahr-Weg und beim Fischerweg installiert.

Der Soziologe Daniel Sauter von Urban Mobility Research wertet die Daten aus, allerdings nur jene am Kloster-Fahr-Weg und am Fischerweg. Dort wird neben dem Metalldetektor zusätzlich ein Infrarotsensor eingesetzt, um auch Bewegungen von Fussgängern festzustellen. «Es kann sein, dass ein Kinderwagen als Velo identifiziert wird, die Fehlerquelle ist aber im kleinsten Prozentbereich.»

Die Geräte seien äusserst pflegeleicht. Wartungen seien nicht nötig, einzig die Batterie müsse alle zwei Jahre ausgewechselt werden. Die genauen Zahlen zu den Kosten kennt auch Handschin von Grün Stadt Zürich nicht.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 08.11.2011, 15:54 Uhr)

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