80 Meter hoch

Der kleine Bruder des Prime Tower

Das Architekturbüro Gigon/Guyer baut in Oerlikon einen 80 Meter hohen Turm. Die Architekten hatten schon den Prime Tower in Zürich-West entworfen.

So wird das neue Gebäude aussehen: Visualisierung des Andreasturms in Oerlikon.

So wird das neue Gebäude aussehen: Visualisierung des Andreasturms in Oerlikon. Bild: PD

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Eigentlich sind die SBB ein Bahnunternehmen. In der Stadt Zürich entwickeln sie sich aber zunehmend zu einem mächtigen Mitbewerber auf dem Immobilienmarkt. Denn den Bundesbahnen gehören Grundstücke an bester Lage, auf denen sie Haus um Haus hochziehen. Am Dienstag haben sie bekannt gegeben, wie sie das 15'000 Quadratmeter grosse Areal an der Zollstrasse beim Hauptbahnhof überbauen wollen.

Gestern Mittwoch haben die SBB bereits das nächste Projekt vorgestellt: den 80 Meter hohen Andreasturm beim Bahnhof Oerlikon. Zu stehen kommt er auf das Dreieck im Osten des Bahnhofs bei der Andreasstrasse, wo sich die Gleisstränge Richtung Flughafen und Wallisellen verzweigen. Im Gebäude sind 20'000 Quadratmeter Bürofläche geplant, im Erdgeschoss entstehen 1000 Quadratmeter für Läden und Restaurants.

Entworfen hat das Hochhaus das Zürcher Architekturbüro Gigon/Guyer. Das sieht man: Der Andreasturm ähnelt dem 126 Meter hohen Prime Tower in Zürich-West, den ebenfalls das Büro von Annette Gigon und Mike Guyer gestaltet hat. Beide Türme haben eine ähnliche Form und eine Fassade, die im oberen Teil vorspringt.

Bronzene Brüstungen

Architekt Mike Guyer erklärt die Ähnlichkeit mit der Lage der Grundstücke. Beide Standorte sind eng und werden von Brücken und Bahngleisen begrenzt, was den Planern wenig Spielraum lässt. Guyer betont aber, dass sich die beiden Türme in Bezug auf die Fassadengestaltung stark unterscheiden. Während der Prime Tower mit grünlich schimmerndem Glas umfasst ist, sind beim Andreasturm bronzene Brüstungen geplant, die sich horizontal um die Fenster ziehen. Laut Guyer ist damit auch eine bessere Isolation möglich als beim Prime Tower. Die SBB streben ein energetisches Vorzeigeprojekt an.

Gigon/Guyer hatten sich im Wettbewerb gegen sieben andere Büros durchgesetzt, darunter David Chipperfield, der das Kunsthaus erweitert, oder Burkhard Meyer Architekten, die das neue Zürcher Fussballstadion entworfen haben. Laut dem Jurybericht handelt es sich beim Entwurf von Gigon/Guyer um ein «in allen Kriterien sehr ausgereiftes und überzeugendes Projekt». Es weist zudem das grösste Volumen und die grösste Geschossfläche aller Vorschläge auf, was die SBB freuen dürfte.

«Gut ins Quartier eingebunden»

Lob gibt es auch vonseiten der Stadt. Peter Noser vom Amt für Städtebau, der als Mitglied der Jury amtete, spricht von einem eigenständigen Vorschlag, der dem Prime Tower auf den ersten Blick zwar ähnle. Auf den zweiten Blick seien aber deutliche Unterschiede feststellbar. Der Andreasturm binde sich zudem gut ins Quartier ein. In seiner Nähe befinden sich bereits mehrere Hochhäuser wie die 88 Meter hohen CS-Towers oder das 85 Meter hohe Swissôtel.

Der Bau des Andreasturms ist ab 2016 geplant. Über die Kosten machen die SBB keine Angaben. Bis zum 26. Mai sind alle Wettbewerbsprojekte im GZ Oerlikon, Gubelstrasse 10, ausgestellt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.05.2013, 06:41 Uhr

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