Zürich

Deutsche Wespen plagen die Zürcher

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 28.06.2011 6 Kommentare

In der Stadt Zürich werden derzeit doppelt so viele Wespen gemeldet als sonst um diese Jahreszeit. Vor allem die Deutsche Wespe isst gerne mit, wenn Fleisch auf den Tisch kommt.

1/9 Ungebetener Gast: Wespen lieben nicht nur Süssgetränke, ...
Bild: TA

   

Anzahl Anfragen zu Wespen in Zürich (1. Januar bis 24. Juni)

Anzahl Anfragen zu Wespen in Zürich (1. Januar bis 24. Juni)


Quelle: Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung

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Mit dem Start in die sommerliche Grillsaison liegt auch der Duft von gebratenem Fleisch in der Luft. Ein unwiderstehliches Parfüm für Wespen – vor allem für die besonders häufige Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.

Sechs Wespenarten gibt es in der Stadt Zürich – hierzu gehören auch die Hornissen. «Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe ernähren sich von Aas und essen entsprechend gerne am Tisch mit, wenn es Fleisch gibt», sagt Gabi Müller, Leiterin der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich.

Mehr Wespen dank mildem Frühling

Und in diesem Jahr ist die Zahl dieser ungeliebten Mitesser besonders hoch. «Wir haben bereits 109 Anfragen wegen Wespennestern erhalten. Normalerweise sind es um diese Jahreszeit 50 oder weniger», so Müller. Die Biologin erklärt diese aussergewöhnliche Häufung mit dem milden Jahresanfang. «Weil der Frühling so schön war, konnten die Wespenköniginnen schon im April mit dem Nestbau beginnen. Jetzt sind die Nester schon dementsprechend gross mit vielen Arbeiterinnen.»

Normalerweise rate sie den Anrufern dazu, mit der Wespennestbekämpfung bis Anfang Juli zu warten. «Bis zu diesem Zeitpunkt sterben einige der Königinnen noch und ein Volk kann ohne Königin nur zwei bis drei Wochen überleben. In diesem Jahr haben aber sehr viele Königinnen überlebt, daher kann man sofort Massnahmen ergreifen, wenn man ein störendes Nest entdeckt.»

Parfümduft kann Wespen aggressiv machen

Wer in der Stadt Zürich wohnt, muss die Hausverwaltung seiner Liegenschaft benachrichtigen, wenn ein Wespennest stört. Hausbesitzer müssen sich selbst um eine Schädlingsbekämpfungsfirma bemühen. «Zunächst muss man herausfinden, wo sich das Nest befindet», erklärt Müller das Vorgehen. «Die zwei Wespenarten, die lästig werden können, nisten gerne in Höhlen – also in Erdlöchern oder Rollladenkasten, Häufig auch in Dachstöcken zwischen den Ziegeln und in der Isolation. Die Mittlere Wespe, die ihre Nester in Büschen oder Sträuchern baut, ist sehr selten. Diese Völker lassen sich dafür relativ leicht umsiedeln.»

Die Deutschen und Gemeinen Wespen können normalerweise nicht umgesiedelt werden, weil sie ihre Nester in Höhlen bauen. Ausserdem sind diese Tiere nicht vom Aussterben bedroht. «Diese zwei Wespenarten sind auch besonders lästig, weil sie grosse Völker mit mehreren Tausend Arbeiterinnen bilden können», betont Müller.

Anders als diese beiden Wespenarten wollen alle anderen nicht mitessen, wenn Fleisch auf den Tisch kommt. Sie verteidigen sich nur, wenn man sie reizt oder wenn man sich ihren Nestern auf weniger als fünf Meter nähert. «Sie können aber auch angreifen, wenn man Haarspray oder Parfüm verwendet, das Ähnlichkeit mit ihren Alarmpheromonen hat. Welche das sind, kann ich allerdings nicht sagen», so Müller.

Hornissenvolk verspeist ein halbes Kilogramm Insekten pro Tag

Überhaupt seien Wespen weitaus besser als ihr Ruf. «Sie sind sehr nützlich, weil sie andere Insekten wie zum Beispiel Fliegen oder Mücken fangen und dann an ihre Brut verfüttern», erklärt die Biologin. «Ein Hornissenvolk verspeist beispielsweise im August, wenn das Volk am grössten ist, pro Tag ein halbes Kilogramm Insekten.»

Auch seien Insektenstiche erst dann wirklich gefährlich, wenn man allergisch darauf reagiere. «Wer wirklich schwer allergisch ist, reagiert innert weniger Minuten nach dem Stich am ganzen Körper – zum Beispiel mit Juckreiz, Hautrötungen, Nesselfieber über Gesichtsschwellungen, Magen-/Darmsymptomen bis hin zu Atemnot, Kreislaufbeschwerden und Bewusstlosigkeit», erklärt die Biologin. Dann werde es lebensgefährlich. «Wenn man weiss, dass man eine Insektengiftallergie hat, empfiehlt es sich, in der Wespensaison ein Notfallset auf sich zu tragen. Bei Stichen an Gesicht und Hals sollte man so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.06.2011, 10:43 Uhr

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6 Kommentare

Sven Fischer

28.06.2011, 10:57 Uhr
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mist jetzt sind es nicht nur die deutschen einwanderer die nerven sondern auch noch die deutsche wespe. wo bleibt nur die freidliebende schweizer wespe, wurde sie bereits von der deutschen verdräng? mal schauen wann die svp noch die ausschaffung der agressiven deutschen wespe fordert. Antworten


Marcel Zürcher

28.06.2011, 12:19 Uhr
Melden 20 Empfehlung

Ausschaffen die Dinger, subito! :-) Antworten



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