Zürich

Die Alternative zum Altpapierbündeln: Lugano machts vor

Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 29.03.2010 118 Kommentare

Papierbündeln ist in Lugano kein Thema. Dort wirft die Bevölkerung ihr Altpapier in Unterflurcontainer. Was sagt Zürich dazu?

Egal ob Kehricht, Alu, Glas oder Papier: In Lugano landet fast alles in Unterflurcontainern. (Bild: PD)

Egal ob Kehricht, Alu, Glas oder Papier: In Lugano landet fast alles in Unterflurcontainern. (Bild: PD)

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Bei Weitem nicht in allen grossen Schweizer Städten gehören Altpapier-Beigen zum Stadtbild wie in Zürich. In Lugano etwa haben die Stapel am Strassenrand Seltenheitswert. Wenn die Luganesi ihre alten Zeitungen und Prospekte loswerden wollen, gehen sie an den Unterflurcontainer.

«Viele haben daheim einen Korb, in den sie das Papier werfen - und wenn er voll ist, leeren sie ihn in einen der Container», erklärt ein Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, der einige Jahre in Lugano gelebt hat. «Meine Eltern lachen, wenn ich ihnen erzähle, dass ich in der Stadt Zürich Zeitungen bündeln muss.»

«Nicht mehr alles voller Zeitungen»

In der Stadt Lugano stehen an vielen Orten Unterflurcontainer - für alles Mögliche: Kehricht, Glas, Alu und eben auch Papier. Die Stadt ist begeistert von ihrem Service: «Die Menge und die Qualität des Altpapiers sind gestiegen», sagt Roberto Bianchi, Leiter des Departements städtische Dienste. Und noch aus einem anderen Grund sind die Behörden angetan von den Unterflurcontainer, wie Bianchi anfügt: «Wir haben jetzt viel mehr Ordnung. Bei Regen und Wind sind die Strassen nicht mehr immer voller Zeitungen.» Die Bevölkerung sei sehr diszipliniert, was die Trennung des Abfalls angehe.

Nur in der Altstadt stellen die Luganesi ihr Papier noch an die Strasse. Aber auch das soll sich bald ändern: Die Stadt plant für das Gebiet extra grosse Unterflurcontainer, die Platz für 24 Kubikmeter Papier haben.

Das städtische Projekt, das seit dem Jahr 2000 läuft, umfasst nicht nur Unterflurcontainer für Papier, sondern die gesamte Abfallbewirtschaftung. Neben den Unterflurcontainern für Kehricht, Glas, Alu und Papier gibt es in Lugano auch bediente oberirdische Sammelstellen für alle Sorten von Abfall ausser dem üblichen Kehricht.

Höhere oder tiefere Kosten?

Längerfristig, da ist sich Bianchi sicher, wird die Stadt mit ihren rund 57'500 Bewohnern und Bewohnerinnen auf diese Weise Geld sparen. Denn das Einsammeln würde so effizienter und die Kosten für die Sammeltouren liessen sich enorm senken.

In Zürich sind Unterflurcontainer für Altpapier kein Thema, wie Leta Filli von ERZ Entsorgung und Recycling Zürich sagt. «Heute werden die Kosten für das Einsammeln des Altpapiers gedeckt durch den Verkauf an das Recyclingwerk.» Die Infrastruktur und Bewirtschaftung von Unterflurcontainern würde, so Filli, zusätzliche hohe Kosten verursachen, «welche die Einnahmen bei Weitem übersteigen würden».

Noch aus einem weiteren Grund lasse sich das Tessiner Modell nicht auf die Stadt Zürich übertragen, ist die ERZ-Sprecherin überzeugt: In Zürich sei der Platz sehr beschränkt. «Es wäre schwierig, überhaupt Orte für Papierunterflurcontainer zu finden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.03.2010, 10:34 Uhr

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118 Kommentare

Daniel Landwehr

18.03.2010, 14:29 Uhr
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So ein Terror! Die sollen doch froh sein, dass sorgfältig gesammelt und sortiert wird. Sattdessen hat die Stadt nichts als neue Vorschriften zu bieten. Wie wäre es mit einem dicken Dankeschön, dafür, dass man die Arbeit anderer macht? Glauben die vom ERZ, man hätte nichts anderes zu tun, als Papier und Karton zu bündeln? Antworten


David Maimon

18.03.2010, 14:32 Uhr
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Genau aus diesem Grund habe ich aufgehört Papier und Karton separat zu sammeln. Es landet jetzt einfach wieder alles im allgemeinen weissen Plastiksack. Antworten



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