Die Autos sollen unter dem See fahren

Die Stadt Zürich soll einen kleinen Seetunnel erhalten. Das Parlament unterstützte eine Einzelinitiative.

Eine alte Idee ist plötzlich wieder aktuell: Ein Seetunnel zwischen Enge und Seefeld – zur Entlastung des Nadelöhrs Quaibrücke.

Eine alte Idee ist plötzlich wieder aktuell: Ein Seetunnel zwischen Enge und Seefeld – zur Entlastung des Nadelöhrs Quaibrücke. Bild: Stieger/Stransky

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Die gegenwärtigen Sperrungen der Quaibrücke wegen Erneuerungen der Tramgleise ärgern Autofahrer und Gewerbe – wie schon während der Euro. Just vor der Fussball-Europameisterschaft reichte der ehemalige SP-Gemeinderat Bruno Kammerer eine Einzelinitiative ein, die mit einem Seetunnel das Nadelöhr entlasten soll. Der geplante Tunnel führt von der Rentenanstalt ins Utoquai. Wie viele Millionen das Bauwerk einmal kostet, und wer es finanziert, steht noch nicht fest. Der Gemeinderat fällte gestern lediglich den Entscheid, ob die Idee weiterverfolgt werden soll. Mit 61 Ja-Stimmen sprach sich der Rat klar dafür aus. 42 Stimmen waren für die Unterstützung der Einzelinitiative nötig. Grüne und SP lehnen den Seetunnel ab. Gemeinderat Bernhard Piller (Grüne) sprach von einem «falschen Ansatz». Die Grünen seien grundsätzlich gegen mehr Strassenraum. Lob für das Projekt gabs von der CVP. Fraktionschef Christian Traber sprach von einer prüfenswerten Vision. Auch Alexander Jäger (FDP) fand, dass es sich lohne, die Idee zu analysieren. Die Kosten müsse man später aber genau anschauen.

Bruno Kammerer, der lange Präsident der Verkehrskommission war, rechnet mit 8 bis 10 Jahren bis zur Realisierung. Zürich brauche wieder eine übergeordnete und nachvollziehbare Stadtplanung, die in eine Zukunft weise und die Stadt zusammenführe. «Zürich franst aus», sagt Kammerer.

Jetzt ist erst mal der Stadtrat gefordert. Er muss innerhalb von 18 Monaten eine Weisung an den Gemeinderat ausarbeiten. Am Ende wird das Volk über den Seetunnel entscheiden. Bereits Ende der Achtzigerjahre reichte Werner «Seepark» Müller eine Einzelinitiative für einen Tunnel ein.

Eine längere Seetunnel-Variante von Wollishofen nach Tiefenbrunnen steht im kantonalen Verkehrsrichtplan. Sie dient als Eventual-Variante, falls sich der rund 2 Milliarden Franken teure Stadttunnel (Zürich-Brunau nach Dübendorf) nicht verwirklichen lässt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.09.2008, 12:01 Uhr

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