Die Dealer-Probleme kamen mit dem Fussball

Im Zürcher Kreis 4 fühlen sich Anwohner durch Dealer bedroht. Angefangen haben die Probleme während der Euro 08: Wegen der Polizei-Präsenz in der Langstrasse, verlagerte sich die Szene in die Seitengassen.

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Der Bericht im «Tages-Anzeiger» über Tätlichkeiten eines Drogendealers gegen Bewohner einer Liegenschaft an der Brauerstrasse (mehr dazu hier) ruft Politiker auf den Plan.

«Nachdem anlässlich der Euro 08 eine Beruhigung eingetreten und der Beweis erbracht werden konnte, dass der Drogenhandel an der Langstrasse durch eine massive Polizeipräsenz in die Schranken gewiesen werden kann, scheint nun eine Politik des Laisser-faire um sich zu greifen», wettert die SVP Stadt Zürich in einer Medienmitteilung.

Doch gerade weil während der Euro 08 die Polizei auf der Langstrasse stärker präsent war, verlagerte sich die Drogenszene in die Seitengassen. «Die Situation hat sich seit der EM wieder verschärft», sagt Claudia Nielsen, Anwohnerin und SP-Gemeinderätin der Stadt Zürich, gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Bedrohliche Heimkehr

«Vor allem an der Brauerstrasse ist das Milieu wieder präsenter. Es liegen eindeutig mehr Spritzen herum. Ausserdem hat es schon etwas Bedrohliches, wenn man an vier Dealern vorbei nach Hause laufen muss.» Es sei störend, wenn man eingeschüchtert werde und wenn Gewalt im Spiel sei.

Dass seit der EM eine Verlagerung der Drogenszene in die Seitenstrassen stattgefunden habe, ist gemäss Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, nicht auszuschliessen. «Wir haben deshalb unsere Einsatzkonzepte geändert und patrouillieren stärker in den Seitengassen und Innenhöfen entlang der Langstrasse.»

Ein Polizeieinsatz wie während der Euro 08 sei jedoch aus rein personellen Gründen gar nicht möglich. «Wir können nicht jeden Abend eine unbeschränkte Anzahl Polizisten in den Kreis 4 stellen», betont Cortesi.

Polizei will Anwohner ernst nehmen

Überrascht war er hingegen über den Vorwurf, dass die Polizei gegen die Machenschaften der Drogendealer entlang der Brauerstrasse und insbesondere rund um die dortige Iroko-Bar nicht genügend hart vorgegangen sei.

«Es ist uns nicht völlig unbekannt, dass die Iroko-Bar Probleme im Quartier bereitet. Aber von einem neuen Drogenumschlagplatz zu sprechen, wäre übertrieben. Trotzdem nehmen wir die Anliegen ernst und wenn Hinweise über Drogenhandel vorliegen, gehen wir der Sache wie immer nach.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.09.2008, 22:36 Uhr

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