Die Haltestellen-Typologie
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 08.12.2011 13 Kommentare
Tram 17
Wer künftig ins Werdhölzli fahren will, kann ab dem 11. Dezember 2011 die neue Tramlinie 17 ab Hauptbahnhof benutzen. Sie ist auf der bisherigen Strecke des Trams 4 via Limmatplatz und Escher-Wyss-Platz unterwegs. Tagsüber alle 7,5 Minuten.
Links
Dossiers
Artikel zum Thema
- Auch die Namen der Haltestellen sind dynamisch
- «Nun ist alles aufgeräumter»
- Hohe Häuser, alte Hallen
- «Plötzlich steht man vor einem Tram»
- Die Klassenfahrt
- Zürcher feierten ihre neue Tramlinie
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Seit dem 9. September 2008 wird an der neuen Linie Tram Zürich-West gebaut. Am Sonntag rollt das erste 4er-Tram fahrplanmässig über die neuen Geleise vom Escher-Wyss-Platz zum Bahnhof Altstetten.
Doch obwohl der Bau der Tramlinie abgeschlossen ist, bleibt das Gebiet, das nun erschlossen ist, noch auf lange Zeit eine Baustelle. An einigen Stellen wird es noch Jahre dauern, bis die Besucherströme kommen.
Schiffbau: Die erste Station auf der 3070 Meter langen neuen Linie liegt allerdings noch mitten in der pulsierenden Ausgangsmeile von Zürich-West. Vor dem Schiffbau macht das Tram halt, bevor es in die Pfingstweidstrasse einbiegt. Und damit müssen sich Nachtschwärmer künftig nicht mehr zwischen den Destinationen Niederdorf und den Ausgangsmöglichkeiten rund um den Escher-Wyss-Platz entscheiden: mit der neuen Tramlinie gehts ab jetzt von der Altstadt direkt vors Theaterhaus.
Technopark: Fährt man noch eine Station weiter, landet man am Fuss des neuen Mobimo-Towers. Die Haltestelle Technopark ist für all jene gedacht, die sich in den umliegenden Hotels einquartiert haben oder die in den zahlreichen Firmen im Technopark arbeiten. Hier wird einem zum ersten Mal bewusst, dass sich hier ein Quartier neu entwickelt. Rundum stehen Gebäude, die kaum älter als zehn Jahre sind. Sogar die stark befahrene Pfingstweidstrasse wirkt noch jungfräulich. Das Leben hat hier noch nicht richtig Einzug gehalten.
Toni-Areal: Ein ähnliches Bild bietet sich an der Haltestelle Toni-Areal – wobei hier vor allem die Baustelle des neuen Campus der Zürcher Hochschule der Künste dominiert. Ab 2013 werden hier 5000 Studierende, Dozenten und Angestellte ein- und ausgehen. Ein Ort der Kreativität, der das ganze Gebiet prägen wird. Vorerst aber steigt an dieser Stelle wohl nur aus, wer über die Duttweilerbrücke will – und das dürften die wenigsten sein.
Sportweg: Auch die Haltestelle Sportweg wird nach der Eröffnung der neuen Tramlinie kaum von Menschenmassen gestürmt. Das könnte sich ändern, sollte 2017 an dieser Stelle tatsächlich das neue Hardturm-Stadion stehen. Ursprünglich hätte sogar die Haltestelle nach dem geplanten Stadion benannt werden sollen – sie wurde sogar eigens dafür eingeplant. Doch im Moment gibt es an diesem Ort noch nicht einmal eine entsprechende Baustelle.
Aargauerstrasse: Etwas fürs Auge bietet der Halt an der Aargauerstrasse. Dort schwingt sich die Auffahrt elegant zum Parkdeck des angrenzenden Migros-Gebäudes hoch. Der Engros-Markt der Migros ist allerdings auch das Einzige, was es an dieser Stelle zu bestaunen und benutzen gibt. Rundum liegt Niemandsland – vorerst.
Würzgraben: Lebendiger wird es erst wieder an der Station Würzengraben. In den angrenzenden Liegenschaften haben sich Firmen wie Erdgas oder Neuco eingerichtet. Wer hier arbeitet, kann sich über den neuen Tram-Anschluss ans Stadtleben freuen. Ab dem 11. Dezember liegt für sie in der Mittagspause sogar ein Abstecher an den Zürichsee drin – ganz ohne Auto und ohne Umsteigen können sie dann direkt bis zur Badi Tiefenbrunnen fahren.
Bahnhof Altstetten Nord: Am Bahnhof Altstetten Nord hat einen das (Vor-)Stadtleben wieder. Von hier aus kommt man dank direktem Anschluss an das S-Bahnnetz überall hin. Abgesehen davon wird mit der neuen Tramlinie auch hier eine gute Verbindung für Nachtschwärmer geschaffen: An der Albula- und der Hohlstrasse sind Clubs wie der Komplex 457, das Stairs oder das Loop 38 zu finden.
Wer also eine erste Fahrt mit dem Tram antreten wird, dürfte sich zunächst wohl über Sinn und Zweck einiger Haltestellen wundern. Das Tram Zürich-West wird noch eine gewisse Durststrecke zurücklegen müssen, bevor das Leben auch zwischen der Anfang- und Endhaltestelle pulsiert. Die Aussichten sind allerdings vielversprechend: 2025 werden voraussichtlich 7500 Menschen in diesem Gebiet wohnen, 32'500 neue Arbeitsplätze sind prognostiziert. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.12.2011, 15:20 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
13 Kommentare
Sportweg! Naja. Der Hardturm ist eines der ältesten «profanen» Bauwerke Zürichs und gibt dem Quartier damit den Namen. 1336 wird er erstmals geschichtlich erwähnt. Danach wurde das Stadion benannt. Eigentlich müsste die Tramhaltestelle "Fischerweg" "Hardturm" heissen weil sie am nächsten zum Turm liegt. Schade, dass es keine solche Haltestelle gibt. Antworten
Bonjour Tristesse. Tramhaltestellen direkt neben Autobahn sind nicht gerade sehr attraktive Orte zum verweilen: Giftige Abgase, peitschender Lärm... man hätte Züri West besser autofrei geplant. Aber der Souverän hat sich wiedermal täuschen lassen: Mit einem Tramprojekt hat man einem massiven Ausbau des Autoverkehrs zugestimmt. Von dem Ausbau der Hardbrücke als "Sanierung" getarnt ganz zu schweigen Antworten

Bitte warten




