«Die Leute machen sich keine Vorstellung, was da wirklich passiert»
Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 26.08.2011 170 Kommentare
«Hier liegen gravierende Delikte vor»: Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich. (Bild: Sophie Stieger)
Schon auf dem Weg zum Stadion ist die Stimmung aufgeheizt: FCB-Fans auf dem Weg zum Stadion. (Video: Reuters).
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Gewaltbereite Basler Fans, die im Letzigrund Pyropetarden nach Sicherheitsleuten werfen, Eingänge stürmen und rücksichtslos demolieren und prügeln. Dies zeigen die Aufnahmen, welche die Zürcher Stadtpolizei gestern der «Rundschau» und heute sämtlichen Medien zur Verfügung stellt.
Damit geht die Polizei noch weiter als mit den Internetprangern, die seit der Anpassung der Strafprozessordnung möglich sind und schon zweimal genutzt wurden. Auch nicht gewaltbereite Fans, die zufällig in die Gewaltszenen gerieten, könnte man als aufmerksamer Zuseher erkennen. Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei, sieht hier aber keine Datenschutzproblematik: «Sämtliche Gesichter wurden verpixelt. So erkennt man die Akteure nicht.»
PR gegen Kritik an Polizei?
Die Stadtpolizei habe sich zur Veröffentlichung der Bilder entschieden, da «die Leute sich keine Vorstellung machen, was da wirklich passiert». 2000 Grad heisse Pyros, Abschrankungen und Stühle seien ohne Rücksicht auf Sicherheitsbeamte geworfen worden: «Wer so etwas macht, nimmt schwerste Verletzungen in Kauf.» Die Öffentlichkeit sei über das Ausmass erstaunt, wie Reaktionen zeigten. Die Polizei sei in der letzten Zeit immer wieder in die Kritik geraten, sie nutze die Internetfahndung schon bei Bagatellfällen. Die Aufnahmen zeigten aber klar das Gegenteil: «Hier liegen gravierende Delikte vor.»
Macht die Stadtpolizei also schlicht PR für die eigenen Ermittlungsstrategien? Cortesi verneint dies klar. Es gehe einerseits darum, den Fussballverband und die Ligen dazu zu bringen, sich klar von Gewalt zu distanzieren. Andererseits wolle man der Öffentlichkeit das Ausmass der Randale vor Augen führen. Als Strategieänderung oder weiteres Instrument zur Ermittlung von Chaoten sei die Veröffentlichung der Filmaufnahmen nicht zu werten.
Internetfahndung wird weiterhin selten angewendet
Cortesi stellt klar, dass dafür weiterhin die Internetfahndung angewendet werde, allerdings nur, wenn gewisse Kriterien erfüllt seien. Darunter fielen eine gewisse Schwere des Vergehens, dass sämtliche polizeilichen Fahndungsmittel ausgeschöpft wurden und die Bilder so gut sind, dass keine Verwechslung mit einer anderen Person möglich ist. Zudem sei die Zustimmung der Staatsanwaltschaft zwingend.
Der Datenschützer des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl, will sich zur Veröffentlichung der Filmaufnahmen nicht äussern, da er sie nicht gesehen habe.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.08.2011, 16:33 Uhr
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170 Kommentare
Nein, völlig richtig dieser Internetpranger. Wenn ein Fussballspiel so ausartet, sollten gar keine Spiele mehr stattfinden, das hat mit Sport überhaupt nichts mehr zu tun. Die Randalierer müssen alle gefunden und für den Schaden verantwortlich gemacht werden. Antworten
Diese Idioten. Auch ich bin sehr für den Internet Pranger. Man sollte weitergehen und auch die Namen veröffentlichen und den Arbeitgebern melden. Asoziales verhalten darf nicht toleriert werden. Es bleibt nur zu hoffen das die Polizisten angemessen entlohnt werden für ihren Job. Meine Hochachtung für die Gesetzeshüter. Antworten

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