«Die Prostituierte hat ihn auf unserem Spielplatz befriedigt»
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 06.04.2010 26 Kommentare
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Max Egger ist wütend. Seit 23 Jahren lebt der Hauswart mit seiner Frau am Sihlquai 257 in Zürich. In dieser Zeit hat er sich längst an den benachbarten Strassenstrich gewöhnt. Doch was sich in den vergangenen Monaten vor seiner Wohnung abspielt, ist sogar für den gestandenen 61-jährigen Mann zu viel. «Die Prostituierten vom Strassenstrich kennen keine Grenzen. Ich habe schon gesehen, wie eine Frau ihrem Freier eins bläst – um 17 Uhr auf einer Bank mitten auf unserem Kinderspielplatz im Innenhof unserer Überbauung.»
Hinzu komme der Dreck, den die Prostituierten tagtäglich hinterlassen. «Sie haben keine Zimmer, in denen sie ihre Dienste anbieten. Die können die Männer nur im Freien befriedigen und danach lassen sie alles liegen. Auch ihre Notdurft verrichten sie im Hof», schildert Egger die Situation. Jeden Morgen sammle er so viele Präservative rund um die Liegenschaften ein, dass er damit ganze Abfalleimer füllen kann.
«Man wird förmlich genötigt»
Die Situation habe sich innerhalb kürzester Zeit verschärft. «Plötzlich wie aus dem Nichts stehen jede Nacht bis zu zehn Dirnen vor unserem Haus. Der Lärm ist unbeschreiblich», so Egger. Die Konkurrenz zwischen den Frauen habe sich massiv verschärft. Sie greifen sich gegenseitig tätlich an und kämpfen um die Freier. «Die Frauen springen vor die Motorhauben der wartenden Autos und reissen die Türe auf. Da wird nicht mehr diskret diskutiert. Man wird förmlich genötigt.»
Für ihn und die anderen Anwohner der sechs Liegenschaften am Sihlquai, die er als Hauswart betreut, sei es mittlerweile unmöglich geworden, mit offenem Fenster zu schlafen. Frauen verlassen die Gebäude nur noch in Begleitung, die erste Familie ist bereits ausgezogen. «Was mir am meisten Sorgen macht, ist der Umstand, dass es bereits bei Minustemperaturen so schlimm war. Wie wird es wohl werden, wenn der Sommer kommt? Dann wird es hier stinken wie in einer Kloake.»
Strassenstrich am Sihlquai verbieten
Max Egger und die anderen Bewohner – einige davon Stockwerkeigentümer – sind bei der Stadtregierung mit ihren Sorgen vorstellig geworden. Bisher ohne viel Erfolg. «Die Stadt hat uns um Geduld gebeten, damit sie das Problem bearbeiten kann», so Egger, «aber ich habe den Eindruck, dass man dort einfach darauf hofft, dass sich die Probleme von selbst lösen werden. Man lässt alles versanden.» Mit einem Leserbrief an den «Tages-Anzeiger» haben die Anwohner nun erneut die Flucht nach vorn gewagt. «Wir haben einen echten Notstand und erwarten von der Stadt, dass sie am Sihlquai wieder ein menschenwürdiges Wohnklima schafft und im Abschnitt bis zur Mühle den Strassenstrich verbietet.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.04.2010, 16:28 Uhr
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26 Kommentare
Wie wäre es, wenn Herr Egger öfters mal den Gartenschlauch bereit hält und Freier wie Anschaffende "wässert". Ich war schon bei Freunden zu Besuch, welche auch in so einem Quartier leben. Sie amüsieren sich immer mal wieder mit "vom Balkon Cherrytomaten auf Freierauto werfen". Natürlich löst dies das Problem nicht. Aber so lacht man wenigstens mal wieder darüber. Antworten
Ursachenforschung: Warum am Sihlquai ? = Anonymität der Freier, da kein Publikumsverkehr (Läden, Restaurants usw.) und kein Tram oder Bus der VBZ durch diese Strasse fährt. Lösung ? Das Sihlquai beleben und somit die Problem-Freier abschrecken, denn bei zu regem Publikum könnten diese "braven" Bürger ja von jemanden erkannt werden... Antworten






