«Die Schweinegrippe ist in allen Schulkreisen angekommen»

Aus den Schulhäusern der Stadt Zürich werden laufend neue Fälle der Schweinegrippe gemeldet. Über 200 Jugendliche und alle Schulkreise sind betroffen.

Registriert täglich mehr Schweinegrippefälle: Daniel Frey, Leiter der Stadtzürcher Schulärzte.

Registriert täglich mehr Schweinegrippefälle: Daniel Frey, Leiter der Stadtzürcher Schulärzte. (Bild: TA)

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Mehrmals täglich treffen beim Schulgesundheitsdienst der Stadt Zürich Meldungen über neue Grippefälle ein. «Gestern Abend waren es über 200 Fälle in knapp 20 Schulhäusern, heute sind es bereits mehr», sagt der Direktor der Schulgesundheitsdienste der Stadt Zürich Daniel Frey.

Da die saisonale Grippe noch nicht aktiv ist, handelt es sich bei den meisten Fällen mit echten Grippesymptomen um die Schweinegrippe. «Werden bei Tests Grippeviren nachgewiesen, sind das in über 90 Prozent der Fälle H1N1-Viren», sagt Frey. Dasselbe Bild ergebe sich auch in anderen Ländern, etwa Deutschland oder den USA.

Bis zur Hälfte der Klasse zu Hause

Krank sind sowohl Lehrer wie Schüler, in einem Fall hat es auch eine Kinderkrippe getroffen. «Die Schweinegrippe ist in allen Schulkreisen angekommen», sagt Frey. Ganze Klassen oder gar Schulhäuser werden derzeit jedoch nicht geschlossen. «Es kann aber sein, dass ein Drittel oder gar die Hälfte einer Klasse zu Hause ist.» Das hat auch mit der grossen Vorsicht der Eltern zu tun. Oft bleiben die Kinder zu Hause, wenn sie Husten und Schnupfen haben.

Bei solchen Symptomen handelt es sich jedoch nicht immer um die Grippe. «Im Herbst und Winter gibt es auch andere Erkältungskrankheiten mit ähnlichen Symptomen», sagt Frey. Getestet werden nicht alle Betroffenen. «Wichtig ist ein Test vor allem bei erkrankten Risikopersonen», sagt Frey.

Viele offene Fragen von Betroffenen

Gross ist derzeit der Bedarf an Informationen. «Viele Einzelfragen müssen geklärt werden, etwa bei schwangeren Lehrpersonen und Eltern oder Familien mit kleinen Kindern», sagt Frey. Dabei sollen auch die Leitlinien des Kantons helfen, die verteilt wurden.

Ob alle Kinder und Jugendlichen aus gutem Grund zu Hause bleiben, lässt sich nicht immer sagen. Dass Eltern die Gunst der Stunde ausnutzen und ihre Kinder unter dem Vorwand der Grippe aus der Schule nehmen um in die Ferien zu fahren, glaubt Frey weniger. Die meisten handeln aus Sorge oder Vorsicht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.11.2009, 13:57 Uhr

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