Die Seefeldisierung am Stadtrand
Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 25.11.2010 34 Kommentare
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In wenigen Wochen werden die 340 modernen Wohnungen der Siedlung Klee in Affoltern bezogen. Fast alle sind bereits vergeben. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung kostet, trotz allen Annehmlichkeiten wie Steamer oder Bodenheizung, nur etwas über 2000 Franken. Für zahlreiche alteingesessene Quartierbewohner ist das aber bereits zu viel.
«Die Gentrifizierung wird nun auch in den Zürcher Aussenquartieren ein Thema», sagt Felicitas Huggenberger, Geschäftsleiterin des Zürcher Mieterverbands. Besonders durch Totalsanierungen bestehender Wohnbauten würden viele Mieter verdrängt. «Die Wohnungen werden immer weniger in bewohntem Zustand saniert, und die Neubauten werden auch immer teurer», beobachtet Huggenberger. Diese Tendenz stellt sie auch bei Genossenschaften fest, die eigentlich für ihre moderaten Mietzinse bekannt sind. «Es ist wichtig, dass nicht überall im Luxussegment gebaut wird. Viele Mieter können auf den Steamer verzichten, wenn dafür die Mieten günstiger sind.»
«Neues Bauland soll an Bedingungen gekoppelt werden»
Von der Stadt und der Politik fordert sie mehr Massnahmen wie in der jüngsten Siedlung in der Manegg: «Neues Bauland muss an Bedingungen gekoppelt werden, in erster Linie müssen Auflagen zum preisgünstigen Wohnungsbau gemacht werden.» Und bei bestehenden Bauten solle sich der Eigentümer die Frage stellen, ob eine Totalsanierung für das Quartier in jedem Fall sinnvoll sei: «Werden ganze Häuserzeilen abgerissen und neue Wohnungen im Luxussegment gebaut, werden sich in Zukunft immer weniger Mieter diese Wohnungen leisten können. Für das Quartier ist das verheerend.»
Alex Martinovits, Leiter Wohnen bei der Stadtentwicklung Zürich, kennt diese Bedenken. «Wir stellen zwei Befürchtungen fest: Die Angst vor einer Verschlechterung des Quartiers durch Zuzüge von Sozialfällen und jene vor der Gentrifizierung.» Die zweite Befürchtung gebe es beispielsweise in Affoltern seit kurzer Zeit.
Zwei Drittel der Bewohner kommen ursprünglich aus der Stadt
Für Martinovits sind diese Ängste aber unbegründet. Eine Studie der Stadtentwicklung belege, dass in den neuen Siedlungen in Affoltern ein Drittel der Bewohner schon vorher in den Kreisen 11 (Affoltern, Oerlikon, Seebach) und 12 (Schwamendingen) lebten. Insgesamt stammen zwei Drittel der Bewohner dieser neuen Siedlungen aus der gesamten Stadt Zürich.
Problematisch könnte die Situation in Seebach werden, wo laut Martinovits in den nächsten Jahren am meisten gebaut wird. Zahlreiche Neu- und Ersatzbauten könnten dort die Mieten ansteigen lassen. «Die Gefahr sozialer Härtefälle, also jener Mieter, die sich die steigenden Zinsen nicht mehr leisten können, besteht vor allem bei Ersatzbauten.»
Dass die betroffenen Mieter darum ihr vertrautes Quartier und damit auch die Stadt verlassen müssen, will Felicitas Huggenberger vom Mieterverband nicht einfach so hinnehmen: «Es ist keine Alternative, den Leuten zu sagen, sie sollen nun halt ausserhalb der Stadt eine Wohnung suchen. Langjährige Mieter sind wichtig für die Durchmischung. Davon lebt das Quartier.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.11.2010, 11:12 Uhr
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34 Kommentare
Klar, oberpöse PFZ und Ausländer die alle Schweizer an die Ränder verdrängen. Leider passt das nicht in meine Wahrnehmung von den vielen DINKs mit Einkommen von bis zu 20'000 im Monat. Für die sind 4'000 für eine 5 1/2-Zimmer Wohnung ein Pipifatz. Selbst eine Familie mit 10'000 Einkommen kann da nicht mithalten, geschweige Alleinerziehende, Rentner, Normalverdienende etc. Antworten






